Netflix-Offensive: 300 Produktionen nutzen generative KI 2026
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 05:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rund 300 Produktionen nutzen bereits generative KI – der Streaming-Riese spart Zeit und Geld.
Netflix hat im Zuge seiner Quartalszahlen bekannt gegeben, dass bereits etwa 300 Produktionen im Jahr 2026 auf generative Künstliche Intelligenz zurückgreifen. Die Technologie kommt in nahezu allen Phasen zum Einsatz: von der Konzeptentwicklung über die Vorvisualisierung bis hin zu visuellen Effekten und der Postproduktion.
Dokumentationen profitieren besonders
Ein Paradebeispiel liefert die Dokumentation The American Experiment. Hier wurden 17 Minuten Filmmaterial mit KI-Unterstützung erstellt. Das Ergebnis: Die Produktion war doppelt so schnell abgeschlossen und kostete nur die Hälfte des üblichen Budgets. Auch indische und brasilianische Produktionen wie Glory und Brasil 70: A Saga do Tri setzen auf die neue Technologie.
Doch Netflix nutzt KI nicht nur für die Inhalte selbst. Auch die Suchfunktion und Titelvorschläge für Nutzer werden damit optimiert. Co-CEO Ted Sarandos betont: „Die Technologie soll Künstlern bessere Werkzeuge an die Hand geben – nicht sie ersetzen." Die eingesparten Kosten fließen direkt zurück ins Content-Budget, das 2026 bei 20 Milliarden Euro liegen soll.
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Solide Zahlen, aber Kursrückgang
Die Enthüllung begleitete die Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026. Der Umsatz stieg um 13,4 Prozent auf 12,56 Milliarden Euro. Der Nettogewinn lag bei 3,4 Milliarden Euro, der Gewinn pro Aktie bei 0,80 Euro – leicht über den Erwartungen der Analysten. Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu neun Prozent.
Im März hatte Netflix zudem InterPositive übernommen, eine Firma unter der Leitung von Ben Affleck. Der Deal im Wert von bis zu 600 Millionen Euro brachte 16 Spezialisten ins Unternehmen, die die technologische Infrastruktur für die Content-Produktion stärken sollen.
KI-Offensive in der gesamten Branche
Netflix ist kein Einzelfall. Auch andere Tech-Giganten treiben das Thema voran:
- Google hat am 16. Juli Google Vids mit Gemini Omni aktualisiert. Nutzer können nun per Text- und Bildvorlagen Videos generieren und persönliche Avatare erstellen. Zur Sicherheit setzt Google auf die SynthID-Wasserzeichen-Technologie.
- ByteDance macht seine Seedance 2.5 API über die BytePlus-Sparte verfügbar. Das Tool erzeugt 30-sekündige Videosequenzen in einem Durchlauf – zum Preis von rund neun Euro pro Minute. Allerdings gibt es rechtliche Probleme: Hollywood-Studios sollen Unterlassungsschreiben wegen Urheberrechtsverletzungen verschickt haben.
- Roblox erlaubt Nutzern ab dem 28. Juli, per Texteingabe einfache Spiele zu generieren.
- X (ehemals Twitter) hat seinen Grok-KI-Assistenten aktualisiert, um Inhaltsdiebstahl besser zu erkennen und die Monetarisierung an die ursprünglichen Urheber zurückzuleiten.
- JioStar startete eine GenAI Media Studio-Initiative mit Roadshows in indischen Großstädten.
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Ein besonderer Meilenstein gelang der südkoreanischen Fernsehbranche: Die Serie Agent Kim Reactivated feierte Ende Juni Premiere und enthält die erste vollständig KI-generierte dreiminütige Actionszene eines K-Dramas. Digitale Doubles übernahmen Stunts, die traditionell aufwändige physische Produktion erfordert hätten.
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