Nestlé-Studie, Lebensmittel

Nestlé-Studie: 65 Prozent erwarten knappere und teurere Lebensmittel

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Nestlé-Befragung zeigt: Viele rechnen mit teureren Lebensmitteln, während 43 Prozent neue Proteinquellen erwägen und KI beim Einkauf nutzen.

Nestlé-Studie: So verändern Klima und KI Deutschlands Ernährung bis 2040
Moderne vertikale Landwirtschaft mit üppig wachsenden Pflanzen in einem hellen, naturnah gestalteten Innenraum. Illustration mit AI erstellt.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat mit der Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2040?“ eine Untersuchung zu künftigen Ernährungstrends vorgelegt. Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.581 Menschen in Deutschland, die im April 2026 durchgeführt wurde.

Demnach gehen die Befragten davon aus, dass vor allem der Klimawandel, präventive Gesundheitsvorsorge sowie künstliche Intelligenz die Esskultur der kommenden Jahrzehnte maßgeblich prägen werden.

Genuss bleibt zentral, Sorgen vor Teuerung wachsen

Trotz tiefgreifender Veränderungen im Alltag verliert der soziale und geschmackliche Aspekt des Essens kaum an Bedeutung. Laut den Studienergebnissen von Nestlé bezeichnen 92 Prozent der Befragten das Essen als eine wichtige Genussquelle. Zudem essen 81 Prozent am liebsten in Gesellschaft anderer, während 78 Prozent einen guten Geschmack erwarten.

Gleichzeitig blicken viele Verbraucher mit Sorge auf ökologische und wirtschaftliche Entwicklungen. 65 Prozent der Befragten rechnen infolge des Klimawandels und anhaltender Krisen mit knapperen sowie teureren Lebensmitteln.

Eine Anpassung des eigenen Essverhaltens erwarten 55 Prozent. Für eine nachhaltigere Ernährung formulieren die Verbraucher jedoch klare Bedingungen: 68 Prozent betonen, dass nachhaltige Lebensmittel bezahlbar, verfügbar und attraktiv sein müssen.

Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Proteinquellen

Angesichts möglicher Versorgungsengpässe zeigt sich ein beachtlicher Teil der Bevölkerung experimentierfreudig. Den Ergebnissen zufolge sind 43 Prozent der Teilnehmer offen für alternative Produkte, falls traditionelle Rohstoffe knapp werden. Genau derselbe Anteil von 43 Prozent äußert Bereitschaft für neuartige Zutaten wie fermentierte Proteine oder Algen.

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Nestlé verweist im Kontext nachhaltigerer Beschaffung darauf, dass weltweit bereits 20,7 Prozent der zentralen Rohstoffe des Unternehmens von landwirtschaftlichen Betrieben mit regenerativen Praktiken stammen. Beim Einkauf von Grünkaffee liege dieser Anteil laut Unternehmensangaben bei 53 Prozent.

Künstliche Intelligenz spaltet die Verbraucher

Auch technologische Innovationen erreichen die Küche, stoßen jedoch auf gemischte Reaktionen. Einen Einsatz von künstlicher Intelligenz als persönlichen Ernährungsberater befürworten laut Nestlé 46 Prozent der Befragten, während 40 Prozent einen Kontrollverlust befürchten.

Bei Kaufentscheidungen greifen bereits 34 Prozent auf KI-Unterstützung zurück. Die Akzeptanz vollautomatischer Einkaufsagenten unterscheidet sich dabei nach Altersgruppen: Während sich 33 Prozent der jüngeren Befragten einen solchen KI-Assistenten vorstellen können, sind es bei den älteren Teilnehmern 17 Prozent.

Größere Vorbehalte bestehen gegenüber physischen Robotern und invasiven Technologien. So lehnen 43 Prozent humanoide Kochroboter im eigenen Zuhause ab; lediglich 21 Prozent zeigen sich dafür offen. Implantierte Sensoren zur dauerhaften Erfassung von Körperdaten stoßen demnach bei 38 Prozent auf Ablehnung, während 26 Prozent sich eine solche Nutzung vorstellen können.

Gesundheit und Funktionalität im täglichen Leben

Ein weiterer zentraler Trend betrifft den Zusammenhang von Lebensstil und Vitalität. Wie Nestlé hervorhebt, wird Ernährung zunehmend als wichtiger Beitrag zu einem langen und leistungsfähigen Leben begriffen, muss sich dabei allerdings nahtlos in den Alltag einfügen lassen.

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In diesem Zusammenhang gewinnen funktionale Inhaltsstoffe an Relevanz: Nährstoffe wie Protein, Ballaststoffe und Kollagen werden den Erhebungen zufolge für die Menschen in Deutschland spürbar wichtiger.

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