NEET-Betrug: Betrüger weichen auf WhatsApp aus vor Wiederholungsprüfung
19.06.2026 - 23:34:08 | boerse-global.de
Indische Behörden warnen vor massiven Betrugsversuchen vor der Wiederholungsprüfung am 21. Juni.
Die indische Prüfungsbehörde NTA verschärft ihre Sicherheitsmaßnahmen für die NEET-UG-Wiederholungsprüfung. Grund: Betrüger verlagern ihre Aktivitäten zunehmend auf WhatsApp, nachdem die Justiz gegen Telegram vorgegangen ist. Mehr als 2,3 Millionen Kandidaten sind betroffen.
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Vom Telegram-Kanal zur WhatsApp-Gruppe
Die kriminellen Netzwerke reagieren flexibel auf staatliche Maßnahmen. Nach einer temporären Sperre von Telegram wiesen Betreiber ihre Nutzer am 16. Juni an, auf WhatsApp-Gruppen auszuweichen. Eine Gruppe namens „PRIVATE MAFIYA RE NEET LEAK" lockte mit angeblichen Prüfungsfragen.
Ermittler entdeckten zudem Instagram-Videos, die angeblich das Wiederholungsexamen zeigen sollen. Aktivisten haben entsprechendes Beweismaterial bereits der Bundespolizei CBI und der Anti-Terror-Einheit NIA vorgelegt.
Die Masche ist immer ähnlich: Anbieter verlangen zwischen 20.000 und 60.000 Rupien (etwa 220 bis 660 Euro) für „garantierte" Originalfragen. In Einzelfällen forderten Betrüger sogar umgerechnet 11.000 Euro. Doch die Polizei warnt: Meist handelt es sich um Fälschungen aus Standard-Lehrbüchern.
NTA startet eigenen WhatsApp-Kanal
Die Behörde reagiert mit einem offiziellen Kommunikationskanal. Über die verifizierte Nummer +91 78279 80287 erhalten Kandidaten künftig nur noch geprüfte Informationen – etwa zu Zulassungskarten und Prüfungsorten.
Wichtig für alle Betroffenen: Die NTA wird niemals Zahlungen, Passwörter oder persönliche Antworten über WhatsApp verlangen. Offizielle Mitteilungen kommen zudem per SMS von der Kennung „NICPEP" oder von einer speziellen E-Mail-Adresse.
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Die alten Zulassungskarten vom 3. Mai sind ungültig. Kandidaten müssen aktualisierte Dokumente von der offiziellen NTA-Website herunterladen.
Gerichtliche Maßnahmen gegen Telegram
Das Delhi High Court hat die vorübergehende Telegram-Sperre bis zum 22. Juni bestätigt. Die Begründung: Der Dienst verbreite in großem Stil betrügerische Prüfungsmaterialien. Die Regierung berief sich dabei auf einen Notfallparagraphen des IT-Gesetzes.
Bis zum 30. Juni muss Telegram zudem die Funktion zum Bearbeiten von Nachrichten deaktiviert lassen. Laut Regierungsangaben wurden rund 146.000 Konten mit Prüfungsbetrug in Verbindung gebracht.
Die Polizei wurde bereits aktiv: In Rajasthan verhafteten Beamte einen 19-Jährigen, der über Telegram angeblich gefälschte Prüfungsunterlagen verkaufte. Auch in Ahmedabad sitzen zwei Verdächtige in Untersuchungshaft.
Sicherheitsprotokoll für die Wiederholungsprüfung
NTA-Direktor Abhishek Singh wies Gerüchte über einen erneuten Leak entschieden zurück: „Die Fragebögen sind sicher." Für den 21. Juni gilt ein mehrstufiges Sicherheitskonzept an über 5.000 Prüfungszentren in Indien und 14 Standorten im Ausland.
Die Maßnahmen im Überblick:
- Biometrische Kontrolle: Aadhaar-basierte Erkennung und Gesichtsscans am Eingang
- Gesicherte Logistik: Fragebögen in versiegelten Behältern, teilweise per Luftwaffe transportiert
- Dauerüberwachung: Videoaufzeichnung und Metalldetektoren an allen Zugängen
- Strenge Prüfungsordnung: 195 Minuten ohne vorzeitiges Verlassen, spezifische Kleidungsvorschriften
Die Wiederholungsprüfung war nötig geworden, nachdem die ursprüngliche Prüfung am 3. Mai aufgrund eines Lecks abgesagt werden musste. Damals waren über 2,2 Millionen Studenten betroffen. Mitte Juni hatten bereits mehr als eine Million Kandidaten ihre neuen Zulassungskarten heruntergeladen.
