Neandertaler-Gen: Bis zu 285 Gramm mehr Muskelmasse beim Menschen
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forscher haben eine Neandertaler-Genvariante entdeckt, die den Muskelaufbau beim modernen Menschen messbar beeinflusst. Eine Studie vom 7. August zeigt: Träger besitzen bis zu 285 Gramm mehr Muskelmasse.
Das Erbe der Urmenschen
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchten eine spezielle Variante des Wachstumshormonrezeptors (GHR). Diese stammt aus dem Erbgut ausgestorbener Hominidenarten und wirkt sich direkt auf Muskulatur und Knochenwachstum aus.
Laboruntersuchungen zeigen: Zellen mit dieser Genvariante wachsen bis zu 40 Prozent stärker. Der Effekt tritt allerdings erst nach der Pubertät auf. Offenbar interagiert das Gen mit den hormonellen Umstellungen während der körperlichen Reife.
Ein halbes Kilo Unterschied
Die Datengrundlage ist beachtlich: Über eine Million Individuen flossen in die statistische Auswertung ein. Erwachsene Träger der Neandertaler-Variante haben durchschnittlich 270 bis 285 Gramm mehr Muskelmasse als andere Menschen.
Die neue Studie zeigt: Träger einer Neandertaler-Genvariante haben bis zu 285 Gramm mehr Muskelmasse. Doch nur 0,5 Prozent der Europäer tragen das Erbe – vielleicht auch Sie? Finden Sie es heraus und optimieren Sie Ihr Training entsprechend. Jetzt kostenlosen Guide anfordern
Die Messungen zeigen Zuwächse von rund 150 Gramm an Armen und Beinen sowie etwa 212 Gramm am Rumpf. Auch die Körpergröße profitiert: Pro Genkopie wachsen Betroffene im Schnitt 0,3 Zentimeter mehr.
Ungleiche Verteilung weltweit
Die Genvariante gelangte vor etwa 47.000 Jahren durch Vermischung in den Genpool des modernen Menschen. Seither hat sie sich höchst unterschiedlich ausgebreitet. In Europa tragen nur 0,5 Prozent der Bevölkerung das Erbe – in Südasien sind es bis zu 24 Prozent.
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In Amerika liegt der Anteil bei zwei Prozent, in Ostasien bei 15. Diese Verteilung deutet darauf hin, dass die Variante in bestimmten Umweltkontexten selektive Vorteile bot.
Die Evolution des Menschen ist damit längst nicht abgeschlossen. Eine Metagenomstudie aus dem Januar 2024 zeigte etwa, dass sich Darmbakterien wie Prevotella an urbane Lebensweisen angepasst haben.
