Nachwuchssport: Studie mit 591 Athleten zeigt Risiken sozialer Medien
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deLeistungsdruck ist ein fester Bestandteil des Leistungssports, doch soziale Medien verstärken die Belastung für junge Athleten durch eine ununterbrochene, schnelle öffentliche Bewertung spürbar.
Nach Einschätzung der Psychologin Birte Steven-Vitense führt die permanente Sichtbarkeit im Netz dazu, dass sportliche Resultate und persönliche Auftritte unmittelbar kommentiert und bewertet werden. Für heranwachsende Sportlerinnen und Sportler entsteht daraus eine zusätzliche psychologische Herausforderung, die über das rein sportliche Geschehen hinausgeht.
Risiken für Emotionen und Essverhalten belegt
Dass die intensive Nutzung sozialer Netzwerke im Nachwuchsbereich spürbare Folgen haben kann, belegen wissenschaftliche Erhebungen. Eine Studie aus dem Jahr 2023, an der 591 deutsche Nachwuchsathleten im Alter von 12 bis 19 Jahren teilnahmen, zeigte einen Zusammenhang zwischen einer längeren Social-Media-Nutzung, negativen Emotionen und problematischem Essverhalten.
Die digitale Dauerpräsenz verstärkt den Vergleich mit anderen und kann die Selbstwahrnehmung junger Sportler negativ beeinflussen. Um diesen Risiken zu begegnen, setzt das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf Aufklärung: Die Organisation bietet Nachwuchssportlern ein E-Learning-Programm für einen bewussten Umgang mit sozialen Medien an.
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Methoden zur mentalen Regulation im Wettkampf
Im Umgang mit dem Druck empfiehlt Birte Steven-Vitense konkrete Werkzeuge zur mentalen Selbststeuerung. Dazu zählen Atemtechniken, Methoden der Achtsamkeit sowie eine gezielte Neuausrichtung des eigenen Fokus. Diese Hilfsmittel sollen Athleten dabei unterstützen, in Stressphasen handlungsfähig zu bleiben und die Konzentration auf den unmittelbaren Bewegungsablauf zu richten, statt sich von äußeren Erwartungen überwältigen zu lassen.
Als Vorbild für den Einsatz solcher Techniken dient unter anderem die Weitspringerin Malaika Mihambo, die im Umgang mit Wettkampfdruck auf Meditation und Atemübungen setzt.
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Betreuung und sportliche Bewährung bei Großveranstaltungen
Um Nachwuchskräfte in Phasen extremer Belastung abzufedern, werden professionelle Unterstützungsstrukturen direkt vor Ort etabliert. Bei den Youth Olympic Games in Dakar stehen den teilnehmenden Sportlerinnen und Sportlern psychologische Ansprechpartner rund um die Uhr, vertraulich und unabhängig von ihren sportlichen Leistungen zur Verfügung.
Dass Spitzenleistungen trotz der immensen Erwartungshaltung gelingen können, zeigte die 17-jährige Judoka Jolina Reinhold bei den Youth Olympic Games in Dakar. Die frühere U-18-Weltmeisterin setzte sich im Finale gegen Khushbu Rajakbhai Darjada aus Indien durch und sicherte damit die erste Goldmedaille für Deutschland bei dieser Veranstaltung.
Derartige Erfolge verdeutlichen jedoch gleichermaßen, wie wichtig eine stabile psychologische Basis ist, um das hohe Niveau im Übergangsbereich zum Erwachsenensport langfristig ohne gesundheitliche Schäden zu bewältigen.
