Nachteulen-Studie: Späte Schlafenszeiten erhöhen Depressionsrisiko
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wurde das Volumen 2025 noch auf 30,5 Milliarden US-Dollar beziffert, erwarten Analysten für 2035 bereits 78,6 Milliarden US-Dollar. Grund dafür ist eine wachsende Zahl von Menschen mit gestörtem Schlaf – ausgelöst durch Stress, Hormone oder digitale Dauerbelastung.
Stress und Hormone rauben den Schlaf
Cortisol ist einer der Haupttreiber für Schlafprobleme. Eine dauerhafte Belastung bringt die natürliche Hormonbalance durcheinander. Besonders tückisch: die sogenannte „Leisure Sickness“. Laut Studien sind rund 72 Prozent der deutschen Arbeitnehmer betroffen. Sie leiden genau dann unter Müdigkeit, Erschöpfung und Schlafstörungen, wenn der Stress nachlässt – etwa zu Beginn des Urlaubs.
Junge Menschen unter 25 Jahren trifft es besonders hart. Rund 42,6 Prozent dieser Altersgruppe fühlen sich zur ständigen Erreichbarkeit verpflichtet. Ein Coach für Sucht und Stress warnt vor digitalem Dauerstress: Die permanente Handynutzung löse Mechanismen im Gehirn aus, die Suchtstrukturen ähneln. Seine Empfehlung: feste digitale Ruhezeiten und handyfreie Tage.
Späte Schlafenszeiten gefährden die Psyche
Die Forschung zeigt einen engen Zusammenhang zwischen Schlafverhalten und psychischer Gesundheit. Eine Studie der Stanford-Universität wertete 74.000 Datensätze der britischen Biobank aus. Ergebnis: „Nachteulen“ haben ein höheres Risiko für Depressionen und Angststörungen. Die Forscher empfehlen, das Licht spätestens um 1 Uhr nachts zu löschen. Frühaufsteher weisen demnach statistisch eine stabilere Gesundheit auf.
Doch nicht nur der Lebensstil stört den Schlaf. Auch organische Ursachen spielen eine Rolle. Funktionsstörungen der Schilddrüse – sowohl Über- als auch Unterfunktionen – gelten als häufige Auslöser für nächtliche Unruhe. Bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren kann zudem die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) die Psyche in der zweiten Zyklushälfte massiv belasten. Fachleute raten zur Führung eines Zyklus-Tagebuchs, um Symptome besser einordnen zu können.
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Naturheilkunde liefert vielversprechende Ansätze
Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) setzt auf die sogenannte Organuhr. Sie ordnet den verschiedenen Organen feste Aktivitätszeiten zu. Schlafmediziner bestätigen eine erhöhte Leberaktivität in der Nacht, warnen aber vor einer zu strengen Auslegung der Uhrzeiten. Oft sei Stress der eigentliche Grund für das nächtliche Erwachen.
Eine im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Phytomedicine veröffentlichte Studie untersuchte eine TCM-Formel aus Ginseng, Poria und Ziziphi Spinosae Semen. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Kombination Neurotransmitter regulieren kann. Ein spezifisches Präparat eines biotechnologischen Unternehmens konnte die Wachzeit der Probanden um 34 Prozent reduzieren.
WHO setzt auf Prävention
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in ihren Leitlinien für 2026: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind durch beeinflussbare Faktoren vermeidbar. Dazu zählen ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Teilhabe sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Von Vitaminpräparaten ohne nachgewiesenen Mangel raten die Experten ab.
Praktische Angebote zur Stressbewältigung gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Der Sozialpsychiatrische Dienst in Osnabrück organisiert für den 24. Juli 2026 einen geführten Waldspaziergang zur Entspannung. Experten empfehlen zudem klassische Maßnahmen der Schlafhygiene: die räumliche Trennung von Arbeit und Freizeit, ergonomische Hilfsmittel und feste Abendrituale ohne digitale Geräte.
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