Nachteulen-Effekt, BMI

Nachteulen-Effekt: BMI um 20% höher durch späte Mahlzeiten

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 06:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Gesundheit und Genuss rücken zusammen: Neue Kochbücher, pflanzliche Marken und Studien zu Spätessern prägen die Branche.

Ernährungswende: Neue Studien, Kochbücher und Marken im Trend
Ein Flat Lay mit offenen deutschen Kochbüchern, frischen Gemüsen, Kräutern und Obst sowie einem Tablet, das ein Rezept anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Erkenntnisse, veränderte Konsumgewohnheiten und eine Rückbesinnung auf regionale Traditionen treiben die Entwicklung an. Aktuelle Buchneuerscheinungen, Forschungsergebnisse und ökonomische Analysen zeigen: Gesundheit und Genuss rücken näher zusammen.

Bayerisches Kochbuch in 57. Auflage

Das Bayerische Kochbuch von Maria Hofmann ist neu aufgelegt worden. Der Verlag Friedrich Pustet brachte im Juli die vollständig überarbeitete 57. Auflage heraus. Mit über 1700 Rezepten gilt das Werk als Standard der süddeutschen Küche. Seit der Erstveröffentlichung verkaufte es sich rund 1,7 Millionen Mal. Die letzte Neuauflage stammte aus dem Jahr 2007.

Parallel dazu erscheinen immer mehr Publikationen, die Gesundheit und Kochen verbinden. Drei Autorinnen aus dem Allgäu – eine Heilpraktikerin, eine Ernährungsberaterin und eine Physiotherapeutin – veröffentlichten heute ein gemeinsames Kochbuch. Ihr Ziel: Klassiker wie Pizza oder Burger so umzugestalten, dass sie ohne gesundheitliche Einbußen schmecken.

Neue Food-Marke setzt auf Pflanzen

Auch im Lifestyle-Bereich tut sich etwas. Die Unternehmerinnen Barbara Becker und Liv Brodersen haben Mitte Juli die Marke MYFLAVOURS eingeführt. Das Sortiment umfasst Kräutermischungen, vegane Milchalternativen auf Hafer- und Kokosbasis sowie gefriergetrocknete Früchte. Die Nachfrage nach pflanzlichen und nachhaltigen Produkten steigt rasant.

Nachteulen haben höheres Gewicht

Die Forschung liefert neue Erkenntnisse zum Essverhalten. Eine heute im Fachjournal Frontiers in Nutrition veröffentlichte Studie der neuseeländischen Massey University untersuchte 300 Frauen. Ergebnis: Probandinnen mit Vorliebe für späte Abendstunden hatten einen deutlich höheren Body-Mass-Index (31,4) als Morgen- oder Mischtypen (26,1). Auch Blutzucker- und Blutfettwerte fielen bei den sogenannten Nachteulen schlechter aus. Ursache ist offenbar die vermehrte Nahrungsaufnahme nach 20 Uhr.

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Protein-Debatte: Sind die Richtwerte zu niedrig?

Gleichzeitig diskutiert die Fachwelt über grundlegende Nährstoffempfehlungen. Ein Forscher der University of Cambridge plädierte am 11. Juli dafür, die offiziellen Richtlinien für die Proteinzufuhr anzuheben. Bisher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Der Experte sieht vor allem ältere Menschen, aktive Personen und Schwangere im Nachteil. Pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte hält er für ausreichend.

Fehlernährung kostet 270 Milliarden Euro

Die volkswirtschaftliche Bedeutung gesunder Ernährung wird immer deutlicher. Auf einer regionalen Präventionskonferenz in Bad Endorf am 11. Juli bezifferten Experten die jährlichen Kosten durch Fehlernährung, Bewegungsmangel sowie Alkohol- und Tabakkonsum auf rund 270 Milliarden Euro.

Lokale Initiativen versuchen gegenzusteuern. In Bremen-Gröpelingen läuft seit Dezember 2025 ein Modellprojekt zur Ernährungswende im Quartier. Gefördert vom Bremer Umweltressort, bekämpft es Ernährungsarmut durch gemeinschaftliche Kochangebote und Lebensmittelrettung.

Sternekoch setzt auf Heimatküche

Auch die gehobene Gastronomie bleibt nicht unberührt. Ein Sternekoch von der Ostalb betonte im Juli die Bedeutung der Heimatküche auf hohem Niveau – nachdem sein Michelin-Stern erneut bestätigt worden war. Der Trend: lokale Traditionen mit modernen Qualitätsstandards verbinden.

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