Mythos 5: US-Regierung hebt Beschränkungen für über 100 Organisationen auf
30.06.2026 - 09:17:46 | boerse-global.de
Mehr als 100 vertrauenswürdige Organisationen erhalten nun wieder Zugriff auf die Technologie.
Sicherheitslücken geschlossen
Handelsminister Howard Lutnick bestätigte am Dienstag, dass die Sicherheitsvorkehrungen für Mythos 5 deutlich verbessert wurden. Das Modell war zusammen mit dem leistungsstärkeren Fable 5 Mitte Juni unter eine Exportkontrollverordnung gefallen. Anthropic musste daraufhin den Zugang für ausländische Staatsangehörige und bestimmte Institutionen sperren.
Nun darf das Unternehmen den Zugriff für ausgewählte US-Firmen, Bundesbehörden und Cybersicherheitsunternehmen wiederherstellen. „Die angemessenen Sicherheitsmaßnahmen sind jetzt vorhanden", so Lutnick. Während Mythos 5 diese Teilfreigabe erhielt, bleibt die Zukunft von Fable 5 ungewiss. Insidern zufolge ist das Modell seit über zwei Wochen offline.
Die aktuelle US-Exportkontrolle für KI-Modelle zeigt, wie schnell regulatorische Vorgaben den grenzüberschreitenden Technologieaustausch beeinflussen können. In diesem kostenlosen Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Genehmigungspflichten für sensible Güter sicher erkennen und rechtliche Risiken im Welthandel minimieren. Gratis-E-Book: Die Dual-Use-Verordnung endlich verständlich
Wer profitiert vom erweiterten Zugang?
Die Liste der autorisierten Nutzer umfasst über 100 Organisationen. Darunter befinden sich viele Teilnehmer des Projekts Glasswing sowie Unternehmen aus den Fortune 500. Eine entscheidende Neuerung: Zugelassene Firmen benötigen für ihre nicht-US-amerikanischen Mitarbeiter keine individuellen Exportlizenzen mehr, um mit Mythos 5 zu arbeiten.
Diese Entwicklung fällt in eine Phase, in der die US-Regierung eine freiwillige Überprüfung fortschrittlicher KI-Modelle einführt. Auch andere Branchengrößen sind betroffen: OpenAI musste den Rollout seines GPT-5.6 auf rund 20 Partner beschränken. Kritiker bemängeln die mangelnde Transparenz bei der Auswahl der „vertrauenswürdigen" Organisationen und sehen verfassungsrechtliche Probleme.
Europa zeigt Interesse
Die Beschränkungen fortschrittlicher KI-Modelle in den USA lösen auch international Reaktionen aus. Der österreichische Staatssekretär Alexander Pröll schlug vor, die EU solle Anthropic zu einer stärkeren Präsenz in Europa bewegen. Ziel: mehr europäische KI-Souveränität.
Während die USA auf selektive Freigaben setzen, schafft die EU mit dem AI Act einen verbindlichen Rahmen für den Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Sichern Sie sich diesen kostenlosen Umsetzungsleitfaden, um alle Fristen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten der neuen KI-Verordnung rechtzeitig zu erfüllen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen – jetzt kostenlos herunterladen
Unterdessen hat die Linux Foundation die Initiative Akrites gestartet – ein Gemeinschaftsprojekt mit 20 Gründungsorganisationen, darunter Anthropic, zur Entwicklung von Industriestandards.
Während Anthropic an der vollständigen Wiederherstellung seines Produktportfolios arbeitet, ziehen die Konkurrenten vorbei. Google will sein Modell Gemini 3.5 Pro bereits im Juli ohne vergleichbare Einschränkungen auf den Markt bringen. OpenAI setzt unterdessen seine limitierte Vorschau von GPT-5.6 unter staatlicher Aufsicht fort. Beide Unternehmen bereiten sich Berichten zufolge auf mögliche Börsengänge vor.
