Myositis: Stammzelltransplantation bringt 15 Jahre Remission
24.06.2026 - 16:51:51 | boerse-global.de
Mit nur etwa drei Betroffenen pro 100.000 Einwohnern ist die rechtzeitige Diagnose für Mediziner eine echte Herausforderung.
Wenn alltägliche Bewegungen zur Qual werden
Das Hauptsymptom: eine schleichend einsetzende Muskelschwäche. Betroffene bemerken sie oft beim Treppensteigen oder beim Heben der Arme über Schulterhöhe. Anders als bei Schlaganfällen entwickelt sich die Schwäche symmetrisch und über einen längeren Zeitraum.
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Dr. Dana Lemmer vom Immanuel Krankenhaus Berlin-Buch erklärt: Die Myositis zeigt sich meist in beiden Armen oder Beinen gleichzeitig – im Gegensatz zu akuten Notfällen mit einseitigen Lähmungen.
Drei Verfahren für eine sichere Diagnose
Die Diagnose stützt sich auf eine Kombination verschiedener Methoden:
- Blutuntersuchung auf Muskelenzyme und Autoantikörper
- Ultraschall oder MRT zur Darstellung von Entzündungen
- Ausschluss anderer Ursachen wie Elektrolytmangel oder Schilddrüsenfehlfunktionen
Behandlung zielt auf das Immunsystem
Die Therapie unterdrückt die fehlerhafte Immunreaktion. Zum Einsatz kommen Immunsuppressiva wie Glucocorticoide und Basistherapien. Physiotherapie gilt als essenzieller Baustein, um die Muskelfunktion zu erhalten.
Der Krankheitsverlauf ist sehr variabel. In einigen Fällen tritt die Myositis als Begleiterscheinung einer Tumorerkrankung auf – eine umfassende Vorsorgeuntersuchung bei Diagnosestellung ist daher Pflicht.
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Neue Wirkmechanismen in der Forschung
Das Unternehmen argenx stellte am 23. Juni in einem Fach-Webinar die Rolle des neonatalen Fc-Rezeptors (FcRn) bei der Behandlung der autoimmunen Myositis vor. Experte Dr. Rohit Aggarwal diskutierte Fortschritte für Patienten, die auf herkömmliche Therapien nicht ausreichend ansprechen.
Auch in verwandten Feldern tut sich etwas: Amylyx Pharmaceuticals veröffentlichte Daten zu einer Phase-1-Studie bei ALS. Das Antisense-Oligonukleotid AMX0114 zeigte in der niedrigen Dosierung von 12,5 mg gute Verträglichkeit und stabile Biomarker-Werte.
Stammzelltransplantation: 15 Jahre in Remission
Ein besonders vielversprechender Forschungszweig: Die Langzeitstudie in der Fachzeitschrift „Med“ (23. Juni) dokumentiert den Verlauf bei Patienten mit Optikusneuromyelitis (NMOSD). Zwei Betroffene, die 2009 und 2010 eine allogene Stammzelltransplantation erhielten, sind seit über 15 Jahren in Remission.
Das Verfahren kombiniert Chemotherapie mit monoklonalen Antikörpern, um fehlerhafte B-Zellen zu eliminieren. Forscher erwägen es vor allem für jüngere Patienten, bei denen Standardtherapien versagen.
Die Risiken bleiben jedoch erheblich: Infektionen, Antikörpermangel und Sekundärtumoren sind mögliche Folgen. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist bei diesen seltenen Erkrankungen unverzichtbar.
