Muskelkraft, Sterberisiko

Muskelkraft senkt Sterberisiko um 12 Prozent: Neue Studie belegt

03.06.2026 - 21:21:15 | boerse-global.de

Aktuelle Studien belegen: Mehr Muskelkraft und Ausdauer senken das Sterberisiko unabhängig vom Alter. Experten empfehlen gezieltes Training.

Muskelkraft senkt Sterberisiko um 12 Prozent: Neue Studie belegt - Bild: über boerse-global.de
Muskelkraft senkt Sterberisiko um 12 Prozent: Neue Studie belegt - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere aktuelle Studien belegen: Wer seine körperliche Fitness trainiert, senkt das Sterberisiko deutlich – unabhängig vom Alter.

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Kraft als Lebensversicherung

Eine am 3. Juni im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Studie untersuchte 5.472 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren über durchschnittlich 8,3 Jahre. Das Ergebnis: Höhere Muskelkraft, gemessen an der Griffstärke und der Fähigkeit, sich aus dem Stuhl zu erheben, senkt die Sterblichkeit signifikant. Eine Steigerung der Griffkraft um eine Standardabweichung reduzierte das Sterberisiko um zwölf Prozent. Entscheidend: Dieser Effekt blieb bestehen, egal wie viel die Probandinnen insgesamt Sport trieben oder wie ausgeprägt Entzündungswerte in ihrem Blut waren.

Parallel dazu veröffentlichte Harvard Health Publishing am selben Tag seinen Leitfaden „Pathways to Longevity". Darin wird die Herz-Kreislauf-Fitness als der beste Einzelindikator für die Lebenserwartung bezeichnet. Die Empfehlung: 7.000 Schritte täglich, kombiniert mit regelmäßigem Kraft-, Ausdauer- und Gleichgewichtstraining. Zugleich äußern die Harvard-Forscher deutliche Skepsis gegenüber Anti-Aging-Versprechen von Nahrungsergänzungsmitteln – von Rapamycin über Metformin bis zu GLP-1-Agonisten und Kollagenprodukten.

Bewegung reguliert den Stoffwechsel

Das Verhältnis von körperlicher Aktivität und Stoffwechselkontrolle steht im Zentrum der aktuellen medizinischen Debatte. Zwar kursierten Anfang Juni Behauptungen, bestimmte Beinübungen könnten über 50 Prozent des Blutzuckers verbrennen – doch Experten betonen, dass solche Zahlen wissenschaftlich nicht belegt sind. Verlässlicher sei schlichtweg regelmäßige Bewegung.

Eine am 3. Juni in JAMA veröffentlichte Studie der University of Pittsburgh zeigt zudem einen direkten Zusammenhang zwischen Gehgeschwindigkeit und Lebenserwartung. Daten von 34.485 Teilnehmern ergaben: Wer zügig geht (5,76 km/h), hat eine Lebenserwartung von 95 Jahren. Bei mittlerem Tempo (2,88 km/h) sind es nur 80 Jahre. Empfohlen werden täglich 20 bis 30 Minuten zügiges Gehen.

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen gibt es spezielle Angebote: Die Diabetikervereinigung Bayerns veranstaltet am 6. Juni in Nürnberg ein „Walking Football"-Turnier. Die Variante des Fußballs verbietet Rennen und Körperkontakt – ideal für Senioren und Menschen mit Bewegungseinschränkungen.

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GLP-1-Medikamente: Segen mit Nebenwirkungen

Der Siegeszug der GLP-1-Agonisten zur Gewichtsreduktion bringt neue Herausforderungen. Berichte vom 2. Juni warnen: Die Mittel sind zwar effektiv, führen aber durch die drastisch reduzierte Kalorienaufnahme zu Muskelabbau und Nährstoffmangel. Krafttraining gilt als essenziell für Patienten, die diese Medikamente einnehmen.

Doch es gibt auch positive Nebeneffekte: Eine retrospektive Analyse von 42.062 Patienten mit Arthrose, veröffentlicht am 3. Juni in Regional Anesthesia & Pain Medicine, zeigt, dass GLP-1-Agonisten das Risiko einer Kniegelenksoperation senken. Nach acht Jahren lag die Risikoreduktion bei drei Prozentpunkten für die gesamte Wirkstoffklasse, bei neueren Generationen sogar bei fünf Prozentpunkten.

Was Nahrungsergänzungsmittel betrifft: Ein am 1. Juni veröffentlichter Überblick zu Kreatin-Monohydrat bescheinigt dem Präparat eine Steigerung der Trainingsleistung um bis zu 15 Prozent und einen Muskelaufbau von bis zu 3,5 Kilogramm innerhalb weniger Wochen. Studien aus dem Jahr 2024 deuten zudem darauf hin, dass eine Einzeldosis Kreatin die Gehirnfunktion bei Schlafmangel verbessern kann.

Neue Risikobewertung: BMI ist out

Der klassische Body-Mass-Index wird zunehmend von präziseren Methoden abgelöst. Am 3. Juni stellten Forscher der Queen Mary University of London und des Berlin Institute of Health an der Charité den „OBSCORE" vor. Das System analysiert 20 verschiedene Werte – darunter Blutzucker, Cholesterin und Entzündungsmarker – und erwies sich bei 197.264 untersuchten Personen als deutlich genauer als der BMI bei der Vorhersage von Typ-2-Diabetes und kardiovaskulär bedingten Todesfällen.

Die Dringlichkeit dieser Forschung unterstreicht die Deutsche Herzstiftung: Am 3. Juni berichtete sie, dass in Deutschland elf Millionen Menschen mit Diabetes leben. Die Kombination von Diabetes und Vorhofflimmern erhöht das Risiko eines vorzeitigen Todes um 61 Prozent. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ab dem 2. Juni ein neues Verbundforschungszentrum in Düsseldorf mit über elf Millionen Euro. Das Projekt „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK" wird in den nächsten vier Jahren die molekularen Ursachen des Zusammenspiels von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersuchen.

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