Müllabfuhr, Krise

Müllabfuhr in der Krise: Remondis-Ausfälle und Brände im Juni

19.06.2026 - 12:03:19 | boerse-global.de

Krankheitsbedingte Verspätungen bei der Gelben Tonne, Brandstiftung im Landkreis und bundesweite Explosionen durch Akkus belasten die Entsorgung.

Müllkrise in Augsburg: Remondis unter Druck durch Ausfälle und Brände
Müllabfuhr - Eine überfüllte gelbe Wertstofftonne steht auf einem Bürgersteig in Augsburg, mit unscharfen Gebäuden im Hintergrund. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während im Stadtgebiet krankheitsbedingte Ausfälle zu verspäteten Leerungen führen, brennen im Landkreis Container. Und bundesweit sorgen illegal entsorgte Akkus für gefährliche Explosionen.

Gelbe Tonne: Remondis kommt zu spät

Im Westen Augsburgs stapelt sich der Müll. Der Entsorger Remondis bestätigt: Ein hoher Krankenstand und Urlaubsausfälle haben die Leerung der Gelben Wertstofftonne während der Pfingstferien verschoben. Die Folge: überquellende Behälter, die Bürgersteige blockieren.

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Das Unternehmen prüft nun den Abfuhrplan, um die Mengen gleichmäßiger zu verteilen. Umweltreferent Frank Pintsch (CSU) stellt klar: „Wir erwarten die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Leistungen.“ Die Stadt will das Gespräch mit Remondis suchen, um eine dauerhafte Lösung zu finden.

Brandstifter im Landkreis: 21.000 Euro Schaden

Doch nicht nur Personalprobleme belasten die Entsorgung. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen einen 18-Jährigen wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Seit April kam es in Dinkelscherben und Zusmarshausen zu vier Bränden – darunter ein Müllcontainer. Der Schaden: rund 21.000 Euro.

Bundesweite Gefahr durch falsch entsorgte Akkus

Die lokalen Vorfälle sind kein Einzelfall. Mitte Juni zeigten zwei Ereignisse, wie riskant falsch entsorgte Abfälle sind. In Dortmund verpuffte am 16. Juni eine Sperrmüllpresse, in Hirschberg brannten zwei Tage später illegal entsorgte Akkupacks einen Container nieder. In einer Müllverbrennungsanlage in Lauta musste die Feuerwehr ebenfalls am 18. Juni ausrücken – spontane Entzündung im Abfallbunker.

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Solche Vorfälle verursachen hohe Sachschäden und legen Anlagen lahm.

Trotz Krise: Remondis baut aus

Während der operative Alltag holpert, setzen Kommunen weiter auf langfristige Partnerschaften. Freiburg verlängerte Mitte Juni die Zusammenarbeit mit Remondis um 20 Jahre. Der Entsorger hält weiter 47 Prozent an der Freiburger Abfallwirtschaft (ASF). Der Erlös von 21 Millionen Euro fließt in die Sanierung einer Schule. Der neue Vertrag startet im Januar 2027.

Auch strategisch wächst Remondis. Die Partnerschaft mit der Saubermacher AG ist nach der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden im Juni finalisiert. Die Roth-Privatstiftung bleibt Mehrheitseigner, Saubermacher wird eigenständig geführt.

Tarifkonflikt im Nordosten: Deponie im Notbetrieb

Doch die Branche zeigt auch, wie fragil die Infrastruktur sein kann. An der Mecklenburgischen Seenplatte eskalierte im Juni ein Tarifstreit beim Entsorger OVVD in Rosenow. Nach 15 Streiktagen und gescheiterten Verhandlungen läuft die Deponie nur noch im Notbetrieb. Ein Beispiel dafür, wie sehr die Müllabfuhr von stabilen Arbeitsbedingungen abhängt.

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