Müdigkeit: 80–90% der Bevölkerung unterversorgt mit Folsäure
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachliche Einordnungen heben die Rolle von Vitaminmängeln bei anhaltender Erschöpfung hervor und beleuchten zugleich den Stellenwert gezielter Nahrungsergänzungen während hormoneller Umstellungsphasen in den Wechseljahren. Anhaltende Müdigkeit zählt zu den verbreitetsten Beschwerden im Alltag und führt viele Betroffene in ärztliche Praxen.
Erschöpfung als verbreitetes Symptom und medizinische Einordnung
Laut Erhebungen von Statista fühlen sich 30 Prozent der Menschen in Deutschland zwei- bis dreimal wöchentlich müde, während 18 Prozent täglich über Abgeschlagenheit klagen. Auch in hausärztlichen Praxen berichten nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) ein Fünftel bis ein Viertel der Patientinnen und Patienten über Tagesmüdigkeit.
In der entsprechenden S3-Leitlinie wird Müdigkeit als unspezifisches Symptom beschrieben, das aus einem komplexen Zusammenspiel biologischer, seelischer und sozialer Faktoren resultieren kann. Für eine strukturierte Basisdiagnostik empfiehlt die Leitlinie Laboruntersuchungen, die unter anderem das Blutbild, die Blutglukose, Entzündungsparameter wie BSG oder CRP sowie Leberwerte und das schilddrüsenstimulierende Hormon TSH umfassen.
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Die Rolle von B-Vitaminen und Folsäure
Hinter anhaltendem Energiemangel können unter anderem Mikronährstoffdefizite stehen. Laut dem MSD Manual und dem Bundesministerium für Gesundheit kann eine unzureichende Zufuhr der Vitamine B1, B3, B9, B12 sowie von Vitamin C zu Müdigkeit führen. Dies deckt sich mit den von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigten gesundheitsbezogenen Angaben: Demnach tragen die Vitamine B2, B3, B5, B9, B12 und Vitamin C nachweislich zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Besondere Relevanz hat hierbei Folsäure (Vitamin B9). Daten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) belegen, dass 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung eine unzureichende Versorgung mit diesem Nährstoff aufweisen. Auch bei Vitamin B12, das die Nervenbahnen schützt, kann insbesondere bei rein pflanzlicher Ernährung eine gezielte Zufuhr erforderlich sein.
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Hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren
Neben Nährstoffdefiziten beeinflussen hormonelle Veränderungen das körperliche Wohlbefinden maßgeblich. In Deutschland befinden sich nach Schätzungen von Fachleuten rund neun Millionen Frauen in den Wechseljahren.
Das Absinken der Hormone Östrogen und Progesteron prägt nicht nur den Zyklus, sondern steuert zahlreiche Körperfunktionen: Während Progesteron beruhigende Eigenschaften besitzt, fördert Östrogen unter anderem die Knochengesundheit, den Kollagenaufbau sowie die Serotoninproduktion. Entsprechende hormonelle Rückgänge begünstigen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und ein erhöhtes Osteoporoserisiko.
Mediziner mahnen vor einer unkritischen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln jedoch zur Zurückhaltung. So zeigen Multivitaminpräparate bei gesunden Erwachsenen keinen belegten Nutzen zur Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen oder von Krebs.
Zudem können Überdosierungen gesundheitliche Risiken bergen: Eine Zufuhr von Vitamin B6 ab 500 Milligramm pro Tag kann Nervenschäden verursachen, während Vitamin K Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon oder Warfarin aufweist.
Fachleute raten daher dazu, vor einer Supplementierung gezielte Blutwerte ermitteln zu lassen, um reale Mängel festzustellen und Mikronährstoffe wie Vitamin D3, B-Vitamine oder Mineralstoffe bedarfsgerecht einzusetzen.
