Mounjaro, Studie

Mounjaro: Studie belegt 33% weniger Herzinfarkte bei Diabetes

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine große Real-World-Analyse zeigt: Tirzepatid senkt bei Typ-2-Diabetes das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und schwere Infektionen deutlich.

Tirzepatid-Studie: Deutlich weniger Herzinfarkte und Infektionen bei Diabetes
Digitaler Monitor mit medizinischen Herz-Kreislauf-Daten und molekularen Strukturen in einer modernen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung von Typ-2-Diabetes steht zunehmend im Fokus der Präventivmedizin, insbesondere wenn Begleiterkrankungen wie atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen. Eine groß angelegte Untersuchung der Technischen Universität München und der Harvard University liefert nun detaillierte Einblicke in die therapeutischen Effekte des Wirkstoffs Tirzepatid, der unter dem Handelsnamen Mounjaro bekannt ist. Die Ergebnisse der im August 2026 im Fachjournal The BMJ veröffentlichten Studie deuten darauf hin, dass das Präparat über die Blutzuckersenkung hinaus erhebliche Vorteile für die Herzgesundheit und das Immunsystem bietet.

Deutliche Senkung schwerer kardiovaskulärer Ereignisse

Im Zentrum der Analyse stand die Untersuchung von schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen (MACE). Die Forscher werteten dafür Real-World-Daten von 52.971 US-Versicherten aus, die im Zeitraum zwischen Mai 2022 und Mai 2025 erhoben wurden. Die Probanden litten unter Typ-2-Diabetes sowie einer etablierten atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankung (ASCVD).

In der Untersuchung wurde Tirzepatid als Ergänzung zur Standardtherapie mit dem Wirkstoff Sitagliptin verglichen. Die Daten zeigen, dass das MACE-Risiko nach einem Jahr unter der Anwendung von Tirzepatid bei 2,9 Prozent lag, während es in der Vergleichsgruppe mit Sitagliptin 4,4 Prozent betrug. Dies entspricht einer relativen Risikoreduktion von 32 Prozent (Hazard Ratio 0,68). Statistisch gesehen ergibt sich daraus eine „Number Needed to Treat“ (NNT) von 70, was bedeutet, dass 70 Patienten mit dem Wirkstoff behandelt werden müssen, um ein schweres kardiovaskuläres Ereignis zu verhindern.

Ein differenzierter Blick auf die Einzelereignisse verdeutlicht, dass insbesondere das Risiko für Herzinfarkte um 33 Prozent reduziert werden konnte. Bei der Häufigkeit von Schlaganfällen stellten die Forscher hingegen keine signifikante Differenz zwischen den Behandlungsgruppen fest.

Anzeige

Medikamente allein sind bei Diabetes Typ-2 oft nicht die einzige Stellschraube für eine bessere Gesundheit. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie man mit speziellen 3-Minuten-Übungen die Blutzuckerwerte auf natürliche Weise unterstützen kann. 7 einfache Übungen mit Sofortwirkung kostenlos herunterladen

Reduzierte Infektionsgefahr und geringere Sterblichkeit

Über die rein kardiovaskulären Effekte hinaus lieferte die Studie signifikante Erkenntnisse zur Infektionsanfälligkeit der Patienten. Menschen mit Typ-2-Diabetes gelten grundsätzlich als vulnerabler gegenüber schweren Infektionsverläufen. Die Auswertung der Versicherungsdaten ergab, dass Krankenhausaufnahmen aufgrund von Infektionen unter der Gabe von Tirzepatid um 36 Prozent seltener vorkamen. Während in der Vergleichsgruppe 5,4 Prozent der Patienten stationär behandelt werden mussten, waren es in der Tirzepatid-Gruppe 3,3 Prozent (NNT 48).

Besonders deutlich fiel die Differenz bei den infektionsbedingten Todesfällen aus. Hier verzeichneten die Wissenschaftler eine Reduktion des Risikos um 60 Prozent im Vergleich zur Behandlung mit Sitagliptin. Diese Daten legen nahe, dass der Wirkstoff einen schützenden Einfluss auf das Immunsystem oder die allgemeine Widerstandsfähigkeit der betroffenen Patientengruppe ausüben könnte.

Anzeige

Wer seine Werte bei Diabetes Typ-2 nachhaltig verbessern möchte, sollte auch die tägliche Ernährung in den Blick nehmen. Ein betroffener Arzt teilt in diesem Gratis-Leitfaden seine sechs goldenen Regeln für eine leckere und gesunde Diabetiker-Küche. Kostenlosen Ernährungs-Ratgeber mit 7 Rezepten sichern

Methodische Einordnung der Ergebnisse

Die Studie basiert auf einer retrospektiven Analyse umfangreicher US-Versichertendaten und spiegelt damit die Anwendung unter Alltagsbedingungen wider. Es handelt sich jedoch nicht um eine randomisierte kontrollierte Studie, was bei der Interpretation der Kausalzusammenhänge berücksichtigt werden muss. Dennoch bieten die Ergebnisse eine wichtige Grundlage für die klinische Einschätzung von Tirzepatid als Add-on zur Standardtherapie bei Hochrisikopatienten mit Typ-2-Diabetes und vorbestehenden Gefäßschäden.

Die beteiligten Institutionen, die Technische Universität München und die Harvard University, unterstreichen mit dieser Veröffentlichung die Relevanz moderner Diabetes-Medikamente für die umfassende Risikominimierung bei multimorbiden Patienten. Die Kombination aus kardiovaskulärer Protektion und einer Senkung des Infektionsrisikos markiert einen wichtigen Punkt in der aktuellen Diskussion über den Einsatz von GLP-1- und GIP-Rezeptor-Agonisten in der klinischen Praxis.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69929690 |