Mobilitätshilfen für Senioren: AlpWalk S1 soll Gehen um 35 Prozent erleichtern
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf der IFA 2026 in Berlin und der REHACARE 2026 in Düsseldorf zeigte sich, wie stark sich die Technik für Mobilitätshilfen im Alter derzeit weiterentwickelt. Von Exoskeletten über Begleitroboter bis zu Mikromobilitätsgeräten präsentierten mehrere Hersteller Lösungen, die im Alltag, bei Wanderungen oder in engen Räumen mehr Unterstützung bieten sollen als herkömmliche Geräte.
Hüft-Exoskelett soll Energieaufwand senken
Ein besonders beachtetes Produkt auf der IFA war das Hüft-Exoskelett AlpWalk S1, das mit einem IFA Innovation Honoree Award ausgezeichnet wurde. Der Hersteller gibt an, dass das Gerät den Energieaufwand beim Gehen um bis zu 35 Prozent senken könne.
Die Akku-Laufzeit soll laut Herstellerangaben bis zu sechs Stunden beziehungsweise 20 Kilometer betragen, geladen wird über USB-C mit 65 Watt. Das Gehäuse ist nach IP54 geschützt und für Einsatztemperaturen zwischen ?20 und 50 Grad Celsius ausgelegt.
Der zugrunde liegende KI-Algorithmus wurde nach Herstellerangaben mit Mustern aus über 10.000 Gangarten trainiert. Das AlpWalk S1 ist in Europa vorbestellbar, die Auslieferung soll laut Hersteller in rund zwei Monaten erfolgen. Für Frühbucher liegt der Preis bei 1.099 Euro statt regulär 1.299 Euro – ein Rabatt von 200 Euro.
KI-Begleitroboter für alleinlebende Senioren
Der chinesische IoT-Anbieter Tuya stellte auf der IFA den KI-Begleitroboter Doova vor, der sich gezielt an alleinlebende ältere Menschen richtet. Über Sprachsteuerung, Lidar, ein Vier-Mikrofon-System und KI-gestützte Haltungserkennung soll das Gerät Notlagen erkennen und Angehörige benachrichtigen können.
Doova erinnert zudem an Termine und die Einnahme von Medikamenten, steuert Smart-Home-Geräte und kann bei Abwesenheit patrouillieren. Nach Angaben des Herstellers wird die Sprachaktivierung lokal erkannt, die weitere Verarbeitung erfolgt jedoch über die Cloud; Patrouillenvideos sollen dagegen auf dem Gerät verbleiben.
Aktiviert wird der Roboter über den Befehl „Hey Tuya, Help“, woraufhin er Stimmen lokalisieren und sich selbstständig bewegen kann. Ein weltweiter Marktstart ist für das zweite Quartal 2027 geplant, Preis und Geschäftsmodell stehen noch nicht fest.
Tuya-Mitgründer Alex Yang äußerte sich laut einem dpa-Interview, das von niedersachsen-aktuell.com am 25. September 2026 wiedergegeben wurde, zu dem Projekt.
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Exoskelett für den Outdoor-Einsatz im Praxistest
Abseits der Messen testete das Outdoor-Magazin über mehrere Wochen im Gelände das motorisierte Exoskelett Hypershell Ultra S. Das Gerät wiegt inklusive Akku unter 2,5 Kilogramm und verfügt über zwei Motoren mit einer Spitzenleistung von bis zu 1.000 Watt sowie bis zu 22 Newtonmetern je Motor.
Zwölf Modi und ein 300-Grad-Gelenk sollen unterschiedliche Geländesituationen abdecken, zwei wechselbare 72-Wh-Akkus ermöglichen laut technischen Daten eine Gehzeit von bis zu 7,5 Stunden und eine Reichweite von bis zu 30 Kilometern je Akku. Im Praxistest hielten die Akkus vier bis sieben Stunden je Ladung, das Schnellladen dauerte etwa 1,5 Stunden.
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt je nach Ausführung zwischen 999 und 1.999 Euro. Bergauf soll das Exoskelett entlasten, bergab bremst die Descent-Assist-Funktion. Die Tester kritisierten allerdings den sperrigen Transport, die reduzierte Ein-Knopf-Bedienung sowie eine verzögerte KI-Erkennung.
Mikromobilitätsroboter mit 360-Grad-Sensorik
Auf der REHACARE 2026 in Düsseldorf, die vom 23. bis 26. September stattfand, feierte der Mikromobilitätsroboter QUORRA X5 seine Weltpremiere. Fünf Lidar-Sensoren sowie Front- und Rückkameras sollen laut Hersteller eine 360-Grad-Umgebungserfassung ermöglichen; eine KI erkennt Hindernisse und steuert Ausweichmanöver.
Zu den Funktionen zählen ein Smart-Cruise-Modus, ein 5-Zoll-Display, ein Sport- und ein Comfort-Modus, App-Fernzugriff sowie Geofencing. Die High-End-Variante verfügt zudem über ein autonomes Andocken an die Ladestation. Das Gerät wurde mit dem Red Dot Award in der Kategorie Design Concept sowie mit dem IDEA-Award ausgezeichnet und trägt CE- sowie UKCA-Kennzeichnungen.
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Einordnung
Die auf den beiden Messen gezeigten Produkte verdeutlichen unterschiedliche Ansätze, um älteren Menschen mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit zu ermöglichen – von körpernaher Unterstützung durch Exoskelette über KI-gestützte Überwachung bis zu autonomer Mikromobilität.
Während einige Geräte wie das AlpWalk S1 bereits vorbestellbar sind, befinden sich andere Lösungen wie Doova noch in der Vorbereitung auf einen späteren Marktstart. Für Verbraucher dürften vor allem Praxistests wie der des Outdoor-Magazins zum Hypershell Ultra S wichtige Hinweise liefern, welche Versprechen der Hersteller sich im Alltag tatsächlich bewähren.
