Mittelstand, Krise

Mittelstand in der Krise: 46% der Firmen kürzten Gehälter zur Rettung

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Deutschlandfonds hat erste Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro getätigt. Schwerpunkte sind kritische Rohstoffe und Zukunftstechnologien.

Deutschlandfonds: Milliarden für Rohstoffe und Start-ups fließen bereits
Abstrakte Darstellung von Wachstum und Innovation mit digitalen Linien, die Investitionen in Technologie, Rohstoffe und Energie verbinden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Milliarden für Rohstoffe und Zukunftstechnologien

Seit Dezember 2025 ist der Deutschlandfonds am Start. Mit 30 Milliarden Euro öffentlicher Mittel will die Bundesregierung private Investitionen von bis zu 130 Milliarden Euro anschieben. Im ersten Halbjahr 2026 gingen bereits mehrere Hundert Millionen Euro an junge Unternehmen und den Umbau der Energieversorgung.

Ein Schwerpunkt liegt auf kritischen Rohstoffen. Der Bund beteiligte sich mit 150 Millionen Euro an Vulcan Energy Resources (Lithium) und mit 50 Millionen Euro an Arafura Rare Earths (Seltene Erden). Geplant ist, den Rohstofffonds auf 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. Auch Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Raumfahrt profitieren – etwa durch Beteiligungen an Isar Aerospace und Quantum Systems.

WIN-Initiative: Mehr Wagniskapital für Start-ups

Die WIN-Initiative (Wachstums- und Innovationskapital) soll die Rahmenbedingungen für Risikokapital verbessern. Die meisten geplanten Maßnahmen, darunter steuerliche Erleichterungen, sind bereits umgesetzt. KfW Capital sagte im bisherigen Jahresverlauf 185 Millionen Euro für Wagniskapitalfonds zu. Für Herbst 2027 ist zudem der Baustein „MittelstandsKapital“ geplant.

Mittelstand kämpft mit Finanzierungsproblemen

Trotz der Förderprogramme haben kleine Unternehmen weiterhin große Schwierigkeiten, an Kapital zu kommen. Eine Studie von Qonto zeigt: 46 Prozent der befragten kleinen Firmen haben in den letzten zwölf Monaten das eigene Gehalt gekürzt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Rund die Hälfte nutzte bisher gar keine externe Finanzierung.

Das KfW-Mittelstandspanel bestätigt den Trend. Ein Drittel der Unternehmen will zwar wachsen, hat aber zu wenig Kapital. Jeder vierte Betrieb verpasste bereits konkrete Geschäftschancen wegen fehlender Finanzierung. Experten raten, Finanzierungsprozesse schneller und vertrauensvoller zu gestalten.

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Regionale Unterschiede: Niedersachsen zieht an

Die Startup-Dynamik variiert stark zwischen den Bundesländern. In Niedersachsen stieg die zahl der Neugründungen im ersten Halbjahr 2026 auf 175 – im gesamten Vorjahr waren es noch 167. Förderprogramme wie Gründungsstipendien und Hightech-Inkubatoren mit über 50 Millionen Euro Volumen treiben die Entwicklung voran. Schwerpunkte sind Life Sciences, GreenTech und Mobilität.

Internationales Vorbild: Vietnamesische Provinz wächst zweistellig

Die vietnamesische Provinz Thai Nguyen zeigt, wie gezielte Ansiedlungspolitik wirkt. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Region ein Wirtschaftswachstum von über zehn Prozent. Die Industrieproduktion legte um fast 20 Prozent zu, ausländische Direktinvestitionen erreichten über acht Milliarden US-Dollar.

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Resilienz als neue Strategie

Die Wirtschaftspolitik bekommt zunehmend eine Sicherheitskomponente. Der Deutschlandfonds soll um eine Resilienzdimension erweitert werden, um militärische und wirtschaftliche Infrastruktur besser gegen externe Bedrohungen zu schützen. Konkrete Maßnahmen sind noch in der Entwicklung. Klar ist: Staatliche Risikoübernahme soll private Akteure in langfristig strategische Projekte locken – essenziell für die Souveränität des Standorts.

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