Milchtee-Sucht: Studie belegt Korrelation mit Depression und Angst
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 14:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschungsteams berichten über eine Korrelation zwischen Milchtee-Sucht und Symptomen wie Depressionen, Angstzuständen sowie Einsamkeitsgefühlen bei jungen Erwachsenen. Die wachsende Beliebtheit gesüßter Teegetränke rückt zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, die mögliche Wechselwirkungen zwischen regelmäßigem Konsum und der mentalen Gesundheit beleuchten.
Befunde an Pekinger Universitäten zu Konsum und Suchtmustern
Eine gemeinsame Studie der Tsinghua-Universität und der Zentraluniversität für Finanzen und Wirtschaft untersuchte das Konsumverhalten von 5281 Studenten in Peking. Den Daten zufolge trinkt fast die Hälfte der befragten Studierenden mindestens einen Milchtee pro Woche.
Während 20,6% der Befragten angaben, wöchentlich 2 bis 3 Tassen zu konsumieren, liegt der Anteil bei einem Konsum von 4 bis 6 Tassen pro Woche bei 2,6%. Frauen sind laut der Untersuchung häufiger von Milchtee-Sucht betroffen.
Zur Erfassung von Abhängigkeitsmustern nutzten die Wissenschaftler eine an Kriterien von DSM und AUDIT angelehnte Skala. Diese umfasst sechs Dimensionen: Konsum, Verlangen, Schuldgefühle, Entzugserscheinungen, Toleranzentwicklung und Kontrollverlust.
Die statistischen Auswertungen belegen signifikante Korrelationen: Milchtee-Sucht korreliert mit Einsamkeit (r=0,19), Depression (r=0,31) sowie Angst (r=0,28), jeweils mit einem Signifikanzniveau von p<0,001.
Eine ergänzende Analyse mittels verallgemeinerter linearer Modelle (GLM) zeigte, dass ein höheres Maß an Suchtverhalten mit verstärkten Depressionssymptomen (b=0,24), Angstzuständen (b=0,21) und Suizidgedanken (b=0,06) einhergeht (jeweils p<0,001). Zudem vermittelt die Sucht den Zusammenhang zwischen Einsamkeitsgefühlen und den erfassten psychischen Symptomen.
Tiermodelle und internationale Studien zu gesüßten Getränken
Fast die Hälfte der befragten Studierenden trinkt mindestens einmal pro Woche Milchtee — und Forschungsteams berichten über Zusammenhänge zwischen Suchtmustern und Symptomen wie Depression, Angst und Einsamkeit. Wer sein eigenes Konsumverhalten besser einordnen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden einen Selbsttest nach sechs Kriterien, einen 7-Tage-Plan und eine Checkliste für Alternativen. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Mögliche physiologische und psychische Wirkungen wurden auch im Labor untersucht. An der Medizinischen Universität Anhui zeigte ein Mausversuch aus dem Jahr 2022 zwar Symptome von Angst und Depression nach der Verabreichung der Substanzen, wies jedoch keine Ausbildung einer Sucht nach.
Breitere Zusammenhänge analysierte eine Meta-Analyse in der Fachzeitschrift „Depression and Anxiety“, die 59 Untersuchungen mit insgesamt 2.050.716 Teilnehmern aus 22 Ländern zusammenfasste.
Den Ergebnissen zufolge sind zuckergesüßte Getränke, Bubble Tea, kohlensäurehaltige Getränke, Softdrinks, künstlich gesüßte Getränke und Energydrinks mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Depressionen assoziiert. Bubble Tea und kohlensäurehaltige Getränke stehen darüber hinaus auch mit Angstsymptomen in Verbindung.
Im Gegensatz dazu war ein höherer Kaffeekonsum mit einer geringeren Depressionswahrscheinlichkeit assoziiert, zeigte jedoch keinen signifikanten Zusammenhang mit Angst. Die Autoren betonten, dass es sich um reine Beobachtungsdaten handele und keine Kausalität abgeleitet werden könne.
Differenzierte Effekte einzelner Getränkebestandteile
Um die Rolle einzelner Ernährungsbestandteile wie Milchprodukte besser zu verstehen, untersuchte eine Arbeitsgruppe um Professor Ryoichi Nagatomi von der Universität Tohoku gemeinsam mit Forschern aus Japan und China eine Kohorte in Ostasien.
Wenn der Griff zum süßen Getränk längst kein Genuss mehr ist, sondern Trost in einem einsamen Moment, lohnt ein ehrlicher Blick auf das eigene Verlangen — die Forschung beschreibt genau diese Verbindung zwischen Einsamkeitsgefühlen und Konsummustern. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, Ihre Gewohnheit ohne Schuldgefühle zu verstehen und Schritt für Schritt zu verändern. Leitfaden für einen bewussteren Umgang anfordern
Die Querschnittsstudie umfasste 1.159 japanische Erwachsene im Alter zwischen 19 und 83 Jahren, darunter 897 Männer und 262 Frauen. Die Depressionsrate lag bei 31,2% unter den Männern und 31,7% unter den Frauen.
Die Auswertung ergab, dass der Verzehr fettarmer Milchprodukte in einer Häufigkeit von 1 bis 4 Mal pro Woche mit einer geringeren Depressivität assoziiert war. Vollfettmilch zeigte diesen Effekt hingegen nicht. Auch bei diesen Befunden handelt es sich um Assoziationen, die keine ursächlichen Wirkungsbeziehungen belegen.
