Milchprodukte, Kennzeichnungspflichten

Milchprodukte: Neue Kennzeichnungspflichten für „frisch

16.06.2026 - 06:01:28 | boerse-global.de

Verschärfte Vorschriften für „frisch“ und „laktosefrei“ treten in Kraft. Auch EU-Frühstücksrichtlinie und Molkerei-Neubau auf Mallorca sind Thema.

Neue Regeln für Milchprodukte: Strengere Kennzeichnung ab Juni 2026
Milchprodukte - Milchprodukte: Neue Kennzeichnungspflichten für „frisch 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 14. Juni gelten verschärfte Kennzeichnungspflichten für Milchprodukte. Die neue Milchproduktqualitätsverordnung reguliert, wann sich Produkte „frisch“ oder „laktosefrei“ nennen dürfen.

Was sich bei „frisch“ und „laktosefrei“ ändert

Der Begriff „frisch“ ist künftig streng reglementiert. Nur Milchprodukte mit maximal drei Wochen Haltbarkeit und Lagerung bei höchstens 8 Grad Celsius dürfen diese Bezeichnung tragen.

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Auch bei „laktosefrei“ wird die Latte höher gelegt. Der Laktosegehalt darf maximal 0,1 Gramm pro 100 Gramm betragen. Hersteller müssen den exakten Wert direkt auf dem Etikett angeben.

Zusätzlich sind Informationen zur Wärmebehandlung – pasteurisiert, ultrahocherhitzt oder sterilisiert – sowie die tierische Herkunft der Milch (Kuh, Schaf, Ziege) Pflicht. Bestehende Warenbestände aus der Zeit vor dem Stichtag dürfen noch abverkauft werden.

EU-Frühstücksrichtlinie: Auch Marmelade und Honig betroffen

Parallel greifen Anpassungen der EU-Frühstücksrichtlinie. Die Bezeichnung „Marmelade“ ist nun für alle Fruchtarten erlaubt, nicht mehr nur für Zitrusfrüchte. Der Fruchtanteil in Konfitüren steigt auf mindestens 450 Gramm pro Kilogramm (500 Gramm bei „Extra“).

Für laktosefreie Ernährung gibt es eine wichtige Neuerung: Die Richtlinie erlaubt jetzt explizit die Herstellung von laktosefreier Trockenmilch. Bei Honig müssen künftig die Ursprungsländer mit Prozentanteilen aufgeführt werden. Zudem führt die EU eine neue Kategorie für zuckerreduzierte Fruchtsäfte ein – mit mindestens 30 Prozent Zuckerreduktion.

Mallorca baut eigene Molkerei auf

Das Unternehmen Hipercentro plant auf Mallorca den Aufbau einer eigenen Molkerei. Auf der Finca Son Figuera sollen für 2,5 bis 3 Millionen Euro künftig Frischmilch, Käse, Joghurt und Kefir produziert werden.

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Das Projekt folgt auf die Schließung der Molkerei Agama durch den Damm-Konzern. Die Regierung der Balearen unterstützt den Neubau, um Abnehmer für lokale Milchproduktion zu sichern. Die Inbetriebnahme wird in etwa einem Jahr erwartet.

MinusL erweitert: Laktasetabletten im Klickspender

Auch bei Spezialprodukten tut sich etwas. Die Marke MinusL bringt mobile Laktasetabletten im Klickspender auf den Markt – mit 4500 FCC Laktase pro Einheit. In Südkorea bringt der Pharmakonzern Meditox mit „LactiPLAN“ ein neues Probiotikum in den Apothekenvertrieb, das Vitamine und Stoffwechsel-Wirkstoffe kombiniert.

Manuel Neuer setzt auf laktosefrei – ohne medizinischen Grund

Nationaltorhüter Manuel Neuer ernährt sich seit 2017 laktose- und glutenfrei – obwohl keine medizinische Intoleranz vorliegt. Im DFB-Format „Auf’n Kaffee“ betonte er den Aspekt der persönlichen Ernährungsoptimierung.

Fachleute warnen jedoch: Laktose steckt auch in Produkten, in denen man sie nicht vermutet. Beispielsweise enthalten Hartkapseln des Durchfallmittels Loperamid von 1 A Pharma 121 Milligramm Lactose pro Kapsel. Bei der maximalen Tagesdosis von acht Kapseln summiert sich das auf fast ein Gramm.

Rückruf bei Rügenwalder Mühle

Aktuelle Rückrufe zeigen die Bedeutung von Sicherheitskontrollen. Mitte Juni rief die Rügenwalder Mühle Chargen des veganen „Mühlen Cordon Bleu“ zurück. In den 200-Gramm-Packungen wurden transparente Plastikteilchen gefunden. Betroffen sind Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdaten bis zum 25. Juni 2026.

de | wissenschaft | 69549304 |