Milch, Gelenkerkrankungen

Milch bei Gelenkerkrankungen: Arthrose und Gicht profitieren möglicherweise

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien zeigen unterschiedliche Zusammenhänge: Milchprodukte können bei Gicht und Arthrose Vorteile bieten, bei rheumatoider Arthritis jedoch problematisch sein.
Ein Glas frische Milch und eine Schale Joghurt auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die gesundheitliche Bewertung von Milch und Milchprodukten hängt bei Gelenkerkrankungen maßgeblich von der konkreten Diagnose ab. Aktuelle wissenschaftliche Analysen differenzieren die Effekte von Milchprodukten je nach Arthritis-Form deutlich: Während sich bei Arthrose sowie bei Gicht vorteilhafte Eigenschaften zeigen können, wird der Konsum bei rheumatoider Arthritis als potenziell problematisch eingestuft.

Unterschiedliche Effekte bei Arthrose, Gicht und rheumatoider Arthritis

Bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie der Arthrose deuten Studienergebnisse auf geschlechtsspezifische Unterschiede hin. So wurde bei Frauen, die Milch tranken, eine geringere Progression der Arthrose beobachtet, während sich bei Männern kein signifikanter Effekt einstellte.

Im Fall von Gichterkrankungen lassen wissenschaftliche Erhebungen ebenfalls potenzielle Vorteile erkennen. Niedrigere Harnsäurewerte zeigten sich bei einem Verzehr von fettarmem Joghurt an jedem zweiten Tag sowie beim Konsum von Magermilch mindestens einmal täglich.

Zudem kann Standard-Magermilch, die mit Milchfett-Extrakt und Glykomakropeptid angereichert ist, Analysen zufolge Gichtschmerzen lindern. Die Häufigkeit der Gichtanfälle wird dadurch hingegen nicht beeinflusst.

Für Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis gilt Milchkonsum hingegen als potenziell problematisch. Bei der juvenilen idiopathischen Arthritis zeigte wiederum eine Elternbefragung, dass eine glutenfreie, entzündungshemmende und laktosefreie Diät zu einer Reduktion von Gelenkschwellungen und Schmerzen beitragen konnte.

Anzeige

Wer unter Gelenkbeschwerden leidet, kann neben der passenden Ernährung auch mit gezielter Stimulation reagieren. Dieser kostenlose Guide zeigt, wie der sogenannte 3-Finger-Trick aus der Traditionellen Chinesischen Medizin dabei hilft, Schmerzen aktiv zu lindern. 101 Druckpunkte gegen Arthrose jetzt kostenlos entdecken

Darmgesundheit und wissenschaftliche Bewertung von Entzündungsrisiken

Hinsichtlich der entzündungsfördernden Wirkung von Milchprodukten bei Gesunden verweisen Ernährungsexperten auf das Fehlen solider wissenschaftlicher Belege. Eine Ausnahme stellen diagnostizierte Zöliakie-Erkrankungen oder spezifische Intoleranzen dar. Fast 75% der Weltbevölkerung vertragen Laktose schlecht.

Gleichzeitig weisen Laboruntersuchungen auf einen Einfluss auf das Mikrobiom hin. Eine Studie an 97 Biopsien von 34 Personen ergab, dass ein höherer Verzehr von Milch und Milchprodukten mit einer höheren Alpha-Diversität der Bakterien in der Dickdarmschleimhaut einherging.

Insbesondere die Bakteriengattungen Faecalibacterium und Akkermansia traten bei Milchkonsum vermehrt auf, während Laktose möglicherweise präbiotisch wirkt. Für Käse zeigten sich abweichende Muster mit geringeren Anteilen von Bacteroides und Subdoligranulum, wohingegen der Joghurtkonsum in der Untersuchungsgruppe zu gering für abschließende Schlussfolgerungen ausfiel.

Anzeige

Gelenkschmerzen und Entzündungen hängen oft eng mit der täglichen Ernährung zusammen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche zwölf Lebensmittel als natürliche Entzündungs-Killer wirken und wie Sie Ihre Vitalität ganz ohne teure Spezialprodukte steigern. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung sichern

Risiken durch Rohmilch und allgemeine Gesundheitsempfehlungen

Besondere Vorsicht gilt Fachleuten zufolge beim Verzehr von Rohmilch. Unbehandelte Rohmilch kann lebensbedrohliche Erreger wie Brucella, Salmonellen, E. coli und Listerien enthalten. Eine durch Brucella-Bakterien ausgelöste Brucellose gehört zu den häufigsten durch Rohmilch und Frischkäse übertragenen Krankheiten und kann als schwere Komplikation eine chronische Gelenkentzündung nach sich ziehen.

Neben den Gelenkwirkungen werden weitere gesundheitliche Aspekte diskutiert. Hochfettige Milchprodukte können das LDL-Cholesterin erhöhen, und ein hoher Milchkonsum wird in Studien mit einem erhöhten Risiko für Prostata- und Brustkrebs assoziiert.

Demgegenüber sieht der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums keinen Grund, wegen eines potenziellen Brustkrebsrisikos vollständig auf Kuhmilch zu verzichten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt weiterhin den täglichen Verzehr von Milch und Milchprodukten.

Eine 20-year-jährige Beobachtung von 77.000 Frauen im Rahmen der Nurse's Health Study fand zudem keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milchprodukten und einem verringerten Frakturrisiko, stellte jedoch fest, dass Akne bei Milchkonsumenten 44% häufiger auftrat.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70453172 |