Microsoft Mount Pleasant: Leistungsstärkster Supercomputer der Welt in Betrieb
23.06.2026 - 18:54:34 | boerse-global.de
Am heutigen Dienstag gab das Unternehmen die Fertigstellung seines ersten Rechenzentrums in Mount Pleasant bekannt – einen Tag, nachdem eine milliardenschwere Energie-Partnerschaft mit Chevron für einen neuen Campus in Texas besiegelt wurde.
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Milliarden-Deal für Gaskraftwerk in Texas
Microsoft und die Chevron-Tochter Energy Forge One LLC haben einen 20-Jahres-Stromabnahmevertrag unterzeichnet. Im Zentrum steht „Project Kilby“ – ein Gaskraftwerk mit einer Leistung von 2,67 Gigawatt nahe Pecos, Texas. Die Anlage soll ein neues Microsoft-Rechenzentrum mit zwei Gigawatt Kapazität direkt mit Strom versorgen.
Das Projekt ist eine Kooperation mit Engine No. 1 und nutzt Technologie von GE Vernova und Solar Turbines. Die Kosten für die erste Bauphase belaufen sich auf rund sieben Milliarden Euro. Über fünf bis sieben Jahre entstehen mehr als 6.000 Baujobs und hunderte feste Stellen.
Das Kraftwerk soll Erdgas aus dem Permian-Becken nutzen – ein Schritt, der das Abfackeln von Gas in der Region reduzieren soll. Die Anlage könnte später auf fünf Gigawatt ausgebaut werden. Eine endgültige Investitionsentscheidung fällt noch 2026, der erste Strom soll Ende 2027 oder Anfang 2028 fließen. Wegen der Wasserknappheit in Texas setzt der Campus auf geschlossene Kühlsysteme und nutzt Brauchwasser.
Wisconsin bekommt leistungsstärksten Supercomputer der Welt
In Mount Pleasant, Wisconsin, hat Microsoft den bau seines ersten Rechenzentrums abgeschlossen. Die Anlage ist seit dieser Woche vollständig in Betrieb, erste Tests liefen bereits im April. Microsoft-Präsident Brad Smith erklärte, der Standort beherberge nun den leistungsstärksten Supercomputer der Welt.
Rund 10.000 Bauarbeiter waren an dem Projekt beteiligt, aktuell beschäftigt die Anlage etwa 550 Mitarbeiter. Es ist das erste von mehreren geplanten Rechenzentren in der Region. Microsoft investiert insgesamt 7,3 Milliarden Euro in Racine County. Ein zweites Rechenzentrum ist bereits im Bau, die Fertigstellung ist für 2028 geplant. Dann soll die Belegschaft auf rund 800 Mitarbeiter wachsen. Microsoft ist bereits heute der größte Steuerzahler in Mount Pleasant und Racine County – der Wert der bestehenden Anlagen liegt bei 1,22 Milliarden Euro.
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Der Engpass heißt jetzt Strom
Die Dimension der Projekte zeigt einen grundlegenden Wandel in der KI-Branche: Der Flaschenhals ist nicht länger die Chip-Knappheit, sondern die Verfügbarkeit von Strom. Marktforscher rechnen damit, dass der globale Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 um bis zu 165 Prozent steigen wird. Die gesamten Investitionen in KI-Rechenzentren könnten im selben Zeitraum mehrere Billionen Euro erreichen.
Während Microsoft in Mount Pleasant erfolgreich ans Netz ging, stoßen andere Großprojekte in Wisconsin auf Widerstand. Ein acht Milliarden Euro schweres Vorhaben in Janesville und ein zwei Milliarden Euro-Projekt in Grant County kämpfen mit lokalen Protesten oder stockenden Verhandlungen.
