Microsoft-Klage: Supreme Court entscheidet über 320-Millionen-Streit
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Konzern will eine milliardenschwere Klage wegen Wettbewerbsverstößen abwehren. Im Zentrum steht der Handel mit gebrauchten Lizenzen.
Rechtsstreit um Gebrauchtmarkt eskaliert
Microsoft hat einen Antrag auf Berufung beim britischen Supreme Court eingereicht. Das Unternehmen wehrt sich gegen ein Urteil des Berufungsgerichts, das Anfang Juli seine zentrale Verteidigungsstrategie verwarf. Der Streitwert: umgerechnet rund 320 Millionen Euro.
Die Klägerin ValueLicensing wirft Microsoft vor, zwischen 2014 und 2022 den Markt für gebrauchte Softwarelizenzen systematisch unterdrückt zu haben. Das Unternehmen aus Großbritannien hatte 2021 Klage eingereicht. Der Vorwurf: Microsoft habe die Verfügbarkeit überschüssiger Office-Lizenzen künstlich verknappt. Ziel sei gewesen, Kunden in teure Cloud-Abonnements zu drängen.
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Am 7. Juli wies das Berufungsgericht Microsofts Argument zurück, das sich auf Urheberrechte stützte. Nun hofft der Konzern auf eine letzte Instanz.
Gericht stoppt Verfahren vorerst
Das Competition Appeal Tribunal (CAT) setzte das Verfahren am 21. Juli vorläufig aus. Die Pause gibt Microsoft Zeit, seinen Antrag beim Supreme Court zu begründen. Allerdings gilt die Aussetzung nicht für alle Bereiche: Anträge zur Offenlegung von Dokumenten oder zur Vertraulichkeit laufen weiter.
Für September ist eine Fallmanagement-Konferenz angesetzt. Ihr Verlauf hängt maßgeblich davon ab, ob der Supreme Court die Berufung zulässt. Lehnt das höchste britische Gericht ab, droht der Hauptprozess noch in diesem Jahr.
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Milliardenschwere Risiken für den Konzern
Die Klage von ValueLicensing ist nur ein Teil des Problems. Parallel läuft ein Sammelklageverfahren gegen Microsoft. Branchenbeobachter schätzen, dass dem Konzern im schlimmsten Fall Zahlungen in Milliardenhöhe drohen – sollten die Gerichte seine Lizenzpraxis als wettbewerbswidrig einstufen.
Die gesamte Softwarebranche verfolgt den Fall mit Spannung. Das Urteil könnte wegweisend sein: Es würde klären, wie weit Hersteller die Kontrolle über den Weiterverkauf ihrer Lizenzen behalten dürfen – und ob der Gebrauchtmarkt für Software eine rechtlich geschützte Zukunft hat.
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