Microsoft E7: 6000 Evri-Mitarbeiter erhalten Premium-KI-Zugang
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 17:26 Uhr, Redaktion boerse-global.deDer britische Paketdienst Evri setzt auf die Zukunft der Büroarbeit: 6000 Beschäftigte erhalten Zugang zu Microsofts neuem Enterprise-Tarif E7. Die Ankündigung vom 16. Juli 2026 ist die bislang größte bekannte Einführung des erst seit Mai verfügbaren Premium-Pakets.
Der E7-Tarif kostet im Listenpreis 99 Euro pro Nutzer und Monat – und ist damit deutlich teurer als herkömmliche Office-Lizenzen. Geboten wird dafür ein Rundum-sorglos-Paket: Neben Microsoft 365 Copilot umfasst es die Entra Suite für Identitätsmanagement sowie Agent 365, ein spezielles Werkzeug zur Überwachung und Steuerung von KI-Agenten.
Evri hat bereits in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Pfund in KI und Automatisierung investiert. Allein mit der Power Platform spart das Unternehmen jährlich rund 10,5 Millionen Euro ein.
KI-Agenten lernen, mit Unternehmensdaten zu sprechen
Doch die Lizenz ist nur der Anfang. Microsoft treibt parallel die technische Integration voran. Seit dem 17. Juli 2026 können Entwickler das Model Context Protocol (MCP) nutzen, um Copilot mit bestehenden Unternehmenssystemen zu verbinden.
Die Idee: Statt mühsam durch Datenbanken zu navigieren, können Mitarbeiter per natürlicher Sprache auf Informationen zugreifen. Ein MCP-Server für Budgets erlaubt etwa, direkt per Sprachbefehl Kostenstellen zu belasten. Lesende Zugriffe laufen automatisch, bei schreibenden Aktionen fragt das System vorher um Erlaubnis.
Aktuell sind bis zu fünf solcher Plugins pro KI-Agent möglich. Entwickler warnen jedoch: Überschreitet ein einzelnes Plugin zehn Funktionen, kann die Leistung spürbar nachlassen. Als technische Brücke dienen Azure Logic Apps und API Management – sie verwandeln starre Datensilos in aktive KI-Werkzeuge.
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Sicherheitswarnungen aus dem Microsoft-Vorstand
Die rasante KI-Integration wirft jedoch Sicherheitsfragen auf. Microsoft-CEO Satya Nadella warnte am 16. Juli ausdrücklich davor, dass einige KI-Labore versuchen könnten, sich proprietäres Kundenwissen anzueignen.
Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Der Juli-Patchday war mit 622 geschlossenen Sicherheitslücken der größte in der Unternehmensgeschichte. Darunter befanden sich Zero-Day-Exploits in Active Directory Federation Services und SharePoint. Auch andere Branchengrößen sind betroffen: ServiceNow schloss eine kritische Lücke in seiner KI-Plattform, SAP stopfte hochriskante Sicherheitslöcher in NetWeaver und Commerce Cloud.
Die US-Regierung reagierte am 14. Juli mit der Gründung der Spezialeinheit „Gold Eagle“ – sie soll mithilfe modernster KI-Modelle die Identifizierung und Behebung von Software-Schwachstellen beschleunigen.
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Weniger ist mehr: Microsoft passt Copilot an
Je mehr Unternehmen auf KI-Assistenten setzen, desto deutlicher werden die Grenzen. Ein Feedback-Programm mit 150 neurodivergenten Mitarbeitern ergab: Viele fühlen sich von den detaillierten KI-Zusammenfassungen überfordert. Die Entwicklungsteams arbeiten nun an adaptiven Personalisierungsoptionen, um kognitive Überlastung zu vermeiden.
Ab August 2026 ändert Microsoft zudem die Standardeinstellungen in Teams: Besprechungsarchive werden dann automatisch für die Copilot-Analyse erstellt – sofern ein Transkript vorliegt und mindestens ein Lizenzinhaber anwesend ist. Die Archive landen unveränderbar im SharePoint des Unternehmens. Administratoren können die Funktion jedoch abschalten.
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