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Microsoft Copilot: Sicherheitsupdate und Umstieg auf Nutzungsabrechnung

21.06.2026 - 05:38:17 | boerse-global.de

Microsoft reagiert auf Sicherheitslücken und hohe Kosten bei Copilot mit Purview-Update und nutzungsbasierter Abrechnung.

Microsoft Copilot: Sicherheitsupdate und neue Preisstrategie
Microsoft - A glowing digital padlock icon superimposed over a complex abstract network of data streams, representing AI security and data protection. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Microsoft hat ein umfassendes Sicherheits- und Strategiepaket für seine Copilot-KI-Plattform vorgestellt. Im Zentrum stehen ein Update der Datenschutzsoftware Purview sowie eine Abkehr von Flatrate-Modellen hin zur nutzungsbasierten Abrechnung. Grund sind sowohl technische Schwachstellen als auch die immensen Betriebskosten generativer KI.

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Purview-Update schützt sensible Dokumente

Eine neue Funktion von Microsoft Purview verhindert künftig, dass Copilot Office-Dateien mit bestimmten Vertraulichkeitskennzeichnungen analysiert. Der Rollout für gewerbliche Microsoft-365-Kunden soll bis Ende Juli 2026 abgeschlossen sein.

Administratoren können Klassifikationslabels so konfigurieren, dass sie die KI-Analyse für Word-, Excel-, PowerPoint- und Outlook-Dateien explizit unterbinden. Einmal gekennzeichnet, werden diese Dokumente für Copilot unsichtbar. Das adressiert langjährige Datenschutzbedenken – schließlich konnte der Assistent bislang auf klassifizierte Unternehmensdaten zugreifen. Die Integration mit den Data-Loss-Prevention-Tools (DLP) stellt sicher, dass bestehende Sicherheitseinstufungen von der KI-Engine respektiert werden.

„SearchLeak“-Lücke: Microsoft schließt kritische Sicherheitslücke

Das Unternehmen hat zudem die Sicherheitslücke „SearchLeak“ (CVE-2026-42824) geschlossen, die Sicherheitsforscher von Varonis entdeckt hatten. Obwohl die Schwachstelle nur einen CVSS-Score von 6,5 erhielt, stufte Microsoft sie als „maximal schwerwiegend“ ein – wegen des Risikos eines Datenabflusses.

Das Problem: Ein indirekter Prompt-Injection-Angriff über URL-Parameter in Kombination mit einer HTML-Streaming-Race-Condition. Hätte ein Angreifer die Lücke ausgenutzt, genügte ein einziger Klick auf einen manipulierten Link, um sensible Daten abzugreifen – darunter Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes aus E-Mails und vertrauliche Dateien aus OneDrive und SharePoint.

Microsoft schloss die Hintergrund-Infrastruktur am 4. Juni 2026. Sicherheitsexperten betonen: Zwar sei kein aktiver Missbrauch bestätigt, doch der Vorfall zeige, wie KI-Berechtigungen manipuliert werden können, um CORS- und CSP-Schutzmechanismen zu umgehen.

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DeepSeek als kostengünstige Alternative

Die hohen Kosten agentischer KI zwingen Microsoft zum Umdenken. Der Dienst Copilot Cowork, der im März 2026 als permanentes Teammitglied mit Langzeitprojektgedächtnis startete, wechselt vom Flatrate-Modell zur nutzungsbasierten Abrechnung.

Gleichzeitig prüft Microsoft den Einsatz des DeepSeek V4-Modells als kostengünstigere Alternative zu den Modellen von OpenAI oder Anthropic. DeepSeek ist Open Source – Microsoft plant, das Modell intern auf Azure zu hosten. Ein Grund dafür sind auch US-Exportkontrollen, die den Zugang zu bestimmten fortschrittlichen Modellen wie Anthropics Fable-Serie für internationale Märkte einschränken.

Durch selbst gehostete, feinabgestimmte Versionen von DeepSeek will Microsoft Copilot Cowork günstiger betreiben und gleichzeitig die Datenhoheit innerhalb der Azure-Umgebung wahren. Das ist brisant: Vor allem in China steigt die KI-Nachfrage rasant – große Player wie ByteDance nutzen zunehmend Azures KI-Infrastruktur.

Marktlage: Aktie unter Druck

Die Sicherheits- und Preisänderungen kommen nicht von ungefähr. Erst kürzlich hatte die Forschungsfirma Lasso aufgedeckt, dass mehr als 20.000 private GitHub-Repositories über den Bing-Cache exponiert und anschließend über Copilot abrufbar waren. Microsoft schränkte den öffentlichen Zugriff auf diesen Cache zwar Anfang 2025 ein – der Vorfall zeigte aber, wie riskant es ist, wenn KI-Assistenten interne Pakete und freigelegte Sicherheitstoken indizieren.

Die Microsoft-Aktie (MSFT) notierte nach den Ankündigungen bei rund 379,40 US-Dollar. Seit Jahresbeginn verlor das Papier knapp 19,8 Prozent an Wert. Über fünf Jahre betrachtet steht jedoch immer noch ein Plus von fast 50 Prozent zu Buche.

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