Mahlzeithäufigkeit, Depressions-Risiko

Mahlzeithäufigkeit: Weniger als 5 pro Woche erhöht Depressions-Risiko deutlich

21.06.2026 - 05:42:04 | boerse-global.de

Eine große Studie aus Südkorea zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen seltener Nahrungsaufnahme und klinischen Depressionen.

Südkoreanische Studie: Weniger Mahlzeiten erhöhen Depressionsrisiko
Mahlzeithäufigkeit - Eine Person bereitet eine gesunde Mahlzeit mit frischem Obst und Gemüse zu, was Achtsamkeit und Wohlbefinden symbolisiert. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine große südkoreanische Studie zeigt: Wer weniger als fünf Mahlzeiten pro Woche isst, hat ein deutlich höheres Risiko für klinische Depressionen. Rund 22.000 Erwachsene nahmen an der Untersuchung des Seoul St. Mary's Hospital teil. Etwa fünf Prozent der Teilnehmer litten zum Zeitpunkt der Studie an einer klinischen Depression.

Frühstücksverweigerer und ihre Folgen

Auch in Vietnam bestätigt sich der Trend: Eine Studie des Nationalen Instituts für Ernährung aus dem Jahr 2025 zeigt, dass fast 27 Prozent der 1.500 Befragten regelmäßig auf das Frühstück verzichten. Die morgendliche Energiezufuhr deckt bei vielen lediglich 18,2 Prozent des Tagesbedarfs. Über 60 Prozent der Erwachsenen essen zudem zu wenig Obst und Gemüse.

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Die Zahlen aus Deutschland untermauern die Dringlichkeit des Thema. Laut Robert Koch-Institut sind rund 17 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens von einer Depression betroffen. Parallel dazu steigt der Stresspegel: Die Techniker Krankenkasse verzeichnete einen Anstieg von 57 Prozent (2013) auf 66 Prozent (2025).

Kalorien im globalen Vergleich

Die Welternährungsorganisation (FAO) liefert im Juli 2024 neue Zahlen zur globalen Kalorienverfügbarkeit. Der weltweite Durchschnitt lag 2022 bei 2.985 Kilokalorien pro Kopf und Tag. Nordamerika führt mit 3.881 Kilokalorien, Afrika liegt mit 2.567 Kilokalorien am unteren Ende. Europa erreicht einen Mittelwert von 3.555 Kilokalorien.

Doch nicht nur die Menge zählt – auch das Timing spielt eine Rolle. Die ChronoFast-Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und der Charité untersuchte 31 Frauen. Ergebnis: Intervallfasten innerhalb eines Acht-Stunden-Fensters brachte keine signifikanten Verbesserungen, wenn die Gesamtkalorienzufuhr gleich blieb.

Abends schwächere Insulinreaktion

Ernährungswissenschaftlerin Olga Ramich vom DIfE erklärt: Der Körper reagiere am Abend schwächer auf Insulin, was die Fettverbrennung hemmen könne. Ihre Empfehlung: ein proteinreiches Frühstück und eine kohlenhydratreduzierte Abendmahlzeit.

Preissteigerungen verändern Essverhalten

Die wirtschaftliche Lage beeinflusst das Ernährungsverhalten massiv. Lebensmittelpreise stiegen seit 2020 um insgesamt 37 Prozent. Eine KPMG-Analyse aus dem Jahr 2026 zeigt: 85,9 Prozent der Verbraucher achten verstärkt auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Kantar-Daten vom April 2026 belegen zudem, dass 52 Prozent bei Gastronomiebesuchen sparen.

Besonders deutlich wird der Trend im Bereich Sporternährung. Ein globaler Engpass bei Molkenprotein (Whey) ließ die Umsätze explodieren. In den ersten fünf Monaten 2026 stiegen sie um 85 Prozent – nach einem Plus von 60 Prozent auf 229 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nachfrage übersteigt das Angebot der Käseproduktion. Eine Entspannung der Preise erwarten Experten erst in zwei bis drei Jahren.

Stoffwechsel als Krebsprävention

Die Rückbildung von Prädiabetes senkt das Risiko für bestimmte Krebsarten, etwa der Bauchspeicheldrüse. Das zeigt eine Auswertung von Nature Reviews Endocrinology. Eine südkoreanische Studie mit sechs Millionen Teilnehmern sowie Daten des King's College London belegen zudem: Normalisierte Blutzuckerwerte reduzieren das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse um 58 Prozent.

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Apps und Supplemente – Fluch und Segen

Zur Überwachung der Gesundheitsparameter greifen Verbraucher zunehmend zu Technik. Eine neue Version der Google Health App bietet erweiterte Funktionen zur Protokollierung von Makronährstoffen und Kalorien sowie verbesserte Diagramme für Aktivität und Schlaf.

Mediziner wie Stephan Barth warnen jedoch: Supplemente ersetzen keinen gesunden Lebensstil. Gezielte Einnahme, etwa von Coenzym Q10 ab 30, könne sinnvoll sein. Doch die mitochondriale Fitness hänge primär von Stressmanagement und Ernährung ab. Experten warnen vor unkontrolliertem Konsum: Überdosierungen – etwa bei Vitamin B6 – können Nervenschäden verursachen.

Professor Annika Gauss vom Uniklinikum Heidelberg empfiehlt angesichts weltweit steigender Zahlen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eine ballaststoffreiche, pflanzenbasierte Ernährung. Weniger Zucker und rotes Fleisch – das ist der einfachste Rat für einen gesünderen Stoffwechsel.

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