Microsoft, Preisschock

Microsoft 365: Preisschock ab Juli – bis 43% teurer

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 11:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft hebt Preise für zahlreiche 365-Abonnements an und verschmilzt Update-Kanäle. KI-Features ersetzen klassische Funktionen, während Drittanbieter neue Add-ins launchten.

Microsoft 365 Preiserhöhung: Neue KI-Funktionen und Update-Änderungen
Moderner, eleganter Büroarbeitsplatz mit Laptop, der professionelle Software und Datenvisualisierung zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern hat zum Monatsbeginn die Preise für zahlreiche Microsoft-365-Abonnements angehoben. Gleichzeitig verschmelzen die Update-Kanäle für Unternehmen, und die KI-Integration schreitet rasant voran.

Preisschock für Unternehmen und kleine Betriebe

Seit dem 1. Juli 2026 müssen Kunden tiefer in die Tasche greifen. Die größten prozentualen Sprünge betreffen die Frontline-Worker-Lizenzen: Der F1-Plan verteuerte sich um 33 Prozent auf drei Euro pro Nutzer, die Version ohne Microsoft Teams sogar um 43 Prozent auf 2,50 Euro. Auch die Business-Standard-Lizenz für kleine und mittlere Unternehmen stieg um zwölf Prozent auf 14 Euro monatlich.

Bei den Enterprise-Tarifen zahlen E5-Kunden nun fünf Prozent mehr (60 Euro), während der E3-Plan um acht Prozent auf 39 Euro anzog. Als Begründung verweist Microsoft auf zahlreiche neue Sicherheits- und Produktivitätsfunktionen, die zwischen Juni und August 2026 eingeführt wurden – darunter Defender for Office Plan 1, Intune Plan 2 sowie Erweiterungen für Security Copilot und Copilot Chat.

Update-Chaos: Zwei Kanäle werden eins

Ein einschneidender Schritt betrifft die IT-Abteilungen weltweit: Microsoft führt den Semi-Annual Enterprise Channel (SAEC) mit dem Monthly Enterprise Channel zusammen. Ab Version 2606 erhalten Geräte, die bisher nur halbjährlich aktualisiert wurden, nun monatliche Updates. Der Umstieg erfordert ein Erst-Update von rund 1,6 Gigabyte – ein Kraftakt für viele Netzwerke.

Positiver Nebeneffekt: Nach der Umstellung sind die Rechner automatisch für Microsoft 365 Copilot berechtigt. Unternehmen können bis zum 8. September 2026 auf der alten Version 2508 verharren, um Kompatibilitätstests durchzuführen. Ein bekanntes Problem betrifft die klassische Outlook-Version: Nutzer mit einer reinen Copilot-Chat-Lizenz vermissen möglicherweise den Copilot-Button. Microsoft empfiehlt als Ausweichlösung die Web-Oberfläche oder die dedizierte Copilot-App.

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KI frisst klassische Funktionen

Der Konzern treibt die Ablösung traditioneller Features durch KI-gestützte Alternativen voran. Anfang September 2026 wird die kostenlose Funktion Outlook Meeting Insights eingestellt. Ersatz bietet die Copilot-Funktion "Prepare for this meeting" – allerdings nur gegen eine zusätzliche Lizenzgebühr von 30 Euro monatlich.

Für Teamarbeit auf Enterprise-Niveau steht seit dem 16. Juni 2026 Copilot Cowork zur Verfügung. Das Tool arbeitet mit einem verbrauchsabhängigen Abrechnungssystem: Copilot Credits kosten 0,01 Euro pro Stück im Pay-as-you-go-Modell. Microsoft verspricht niedrigere Kosten pro Abfrage als bei konkurrierenden KI-Agenten – unabhängige Bestätigungen dafür gibt es bislang nicht.

Drittanbieter erobern das Office-Universum

Der Markt für Erweiterungen boomt. Gleich mehrere neue Add-ins sind in den letzten Wochen gestartet:

  • LIRIS CLM for Word (seit heute): Das Tool des Tokioter Unternehmens LIRIS Co., Ltd. ermöglicht Juristen die Vertragsprüfung und -bearbeitung direkt in Word, inklusive automatischem Versionsvergleich.
  • xAI Grok (seit Mitte Juni): Die KI-Assistenz von Elon Musks Unternehmen unterstützt in Excel, Word und PowerPoint – allerdings nur für zahlende X- oder SuperGrok-Abonnenten.
  • Project Fortress: Neue Plugins für den Sommer 2026 bringen firmenspezifische Vorlagen und E-Mail-Triage-Agenten in Word und Outlook, speziell zugeschnitten auf Anwaltskanzleien und Finanzabteilungen.
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Mehr Speicher – und eine Alternative zum Abo

Immerhin eine gute Nachricht: Seit dem 10. Juli 2026 verdoppelt Microsoft den Postfach-Speicher für Business Basic, Standard und Premium von 50 auf 100 Gigabyte. Für erweiterte Compliance-Funktionen und freigegebene Postfächer bleibt jedoch weiterhin Exchange Online Plan 2 nötig.

Wer dem Abo-Modell entkommen will, kann bei Drittanbietern auf Office 2024 Professional Plus als Einmalkauf zurückgreifen. Die Preise für die klassischen Dauerlizenzen schwanken je nach Region zwischen 50 und 75 Euro. Allerdings: KI-Updates und Cloud-Dienste sind nicht enthalten, und die Lizenz ist an einen einzelnen PC gebunden – nicht an ein Microsoft-Konto. Eine Nischenlösung für alle, die keine monatlichen Kosten wollen.

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