Microsoft 365: Lizenzpreise steigen ab Juli – bis zu 1,50 Euro mehr
29.06.2026 - 06:45:43 | boerse-global.de
Die jüngsten Branchendiskussionen Ende Juni 2026 zeichnen ein klares Bild: Unternehmen müssen sich auf teurere Lizenzen, neue Sicherheitsbedrohungen durch KI und tiefgreifende Änderungen in der Microsoft-365-Verwaltung einstellen.
Governance als Schlüssel zur sicheren KI-Nutzung
In einer aktuellen Podcast-Folge vom 28. Juni 2026 diskutierten Experten die wachsende Bedeutung von Governance im Microsoft-365-Ökosystem. Alan Cox, Gast im „Guardians of M365 Governance"-Podcast, plädierte für einen neuen Ansatz: Governance als Ermöglicher für sicheres Experimentieren, nicht als Bremse. Der wahre Erfolgsindikator sei nicht die Anzahl der Lizenzen, sondern die Veränderung im Nutzerverhalten.
Parallel dazu wächst die Komplexität für Administratoren: Microsoft wandelt Copilot auf Windows 11 von einer integrierten Komponente in eine eigenständige Anwendung um. Die Installation erfolgt künftig über den Microsoft Store und Microsoft-365-Updates. Die Premium-Funktionen bleiben mit 28 Euro pro Nutzer und Monat kostenpflichtig.
Neue Sicherheitslücken und Phishing-Welle
Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Eine Sicherheitssendung vom 28. Juni 2026 enthüllte, wie KI-Code-Assistenten durch manipulierte Bug-Reports gekapert werden können – mit dem Ziel, vertrauliche Unternehmensdaten zu stehlen. Forscher identifizierten zudem einen Zero-Day-Exploit, der die BitLocker-Verschlüsselung über eine USB-Verbindung umgehen kann.
Besonders alarmierend: Die Bedrohungsanalyse von LevelBlue zeigt einen starken Anstieg von Machine-Code-Phishing. Diese Methode zielt auf Microsoft-365-Zugriffs- und Aktualisierungstoken ab und umgeht so komplett die Passwortabfrage. Zwar gelang es internationalen Strafverfolgungsbehörden und Microsoft im März 2026, die Tycoon2FA-Plattform zu zerschlagen – doch Berichte deuten darauf hin, dass der Dienst innerhalb weniger Wochen wieder aktiv war und neue Umgehungsmethoden integriert.
Angesichts der neuen Welle an Machine-Code-Phishing und manipulierten KI-Tools müssen Unternehmen ihre Abwehrmethoden dringend anpassen. Wie Sie Ihr Unternehmen in vier Schritten effektiv gegen moderne Hacker-Angriffe und psychologische Manipulation absichern, erfahren Sie in diesem Leitfaden. In 4 Schritten zum sicheren Unternehmen: So stoppen Sie Phishing-Angriffe bevor sie entstehen
Preisschock für kleine und mittlere Unternehmen
Ab dem 1. Juli 2026 werden die Lizenzkosten für viele Unternehmen spürbar steigen. Die Anpassungen betreffen vor allem die mittleren Tarife:
- Business Basic: Steigt von 5,50 auf 6,50 Euro pro Nutzer und Monat
- Business Standard: Steigt von 11,50 auf 13 Euro pro Nutzer und Monat
Der Business-Premium-Tarif bleibt bei 20 Euro – der Abstand zum Standard-Tarif schrumpft damit auf knapp 7 Euro. Im Gegenzug bündelt Microsoft zusätzliche Funktionen: 50 GB extra Postfach-Speicher, Phishing-Schutz in Echtzeit und erweiterte Copilot-Chat-Funktionen.
Ein weiterer umstrittener Schritt: Microsoft hat begonnen, die Copilot-App automatisch auf kommerziellen Windows-11-Geräten zu installieren – über den Office-App-Updater. Der Rollout startete Mitte Juni und soll bis Anfang Juli 2026 dauern. Geräte im Europäischen Wirtschaftsraum sind davon ausgenommen.
Während Microsoft die automatische Installation von KI-Tools vorantreibt, verschärfen sich parallel die rechtlichen Rahmenbedingungen für Firmen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zeigt Ihnen kompakt auf, welche Pflichten und Fristen die EU-KI-Verordnung für Unternehmen jetzt konkret vorsieht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Windows 10 lebt länger – EU prüft Cloud-Gatekeeper
Microsoft hat Klarheit über den langfristigen Support geschaffen: Windows 10 wird nun bis zum 12. Oktober 2027 unterstützt. Die Verlängerung, ursprünglich für 2026 vorgesehen, soll den vielen aktiven Nutzern Zeit für den Umstieg auf Windows 11 geben.
In der Regulierungssphäre gibt es Bewegung: Die Europäische Kommission hat am 25. Juni 2026 eine Voruntersuchung eingeleitet, ob Microsoft Azure und Amazon Web Services die Kriterien für den „Gatekeeper"-Status nach dem Digital Markets Act erfüllen. Dies folgt der anhaltenden Prüfung der Cloud-Marktdominanz und des Wettbewerbs innerhalb der EU.
