Metallrecycling, Dachorganisation

Metallrecycling: Neue Dachorganisation CMA gegründet am 11. Juni

17.06.2026 - 02:18:10 | boerse-global.de

Metallrecycling-Verbände fusionieren zur CMA, Elektroschrott erreicht Höchststand und neue EU-Verpackungsregeln stehen bevor.

Recycling-Branche im Wandel: Neue Regeln und Rekorde
Metallrecycling - Nahaufnahme von verschiedenen Metallschrottstücken, darunter Kupferdrähte, Aluminiumdosen und Stahlfragmente. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Technologische Innovationen und strengere Regeln treiben die Rückgewinnung von Rohstoffen voran. Von der Metallverarbeitung bis zum Elektroschrott zeigen sich klare Trends: höhere Verwertungsquoten, effizientere Prozesse.

Zwei Verbände werden eins

Ein Meilenstein für die Branche: Am 11. Juni unterzeichneten der Bundesverband Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) und der Verband Deutscher Metallhändler und Recycler (VDM) einen Verschmelzungsvertrag. Die neue Circular Metal Association (CMA) soll künftig die Interessen des Stahl- und Metallrecyclingsektors national und international vertreten.

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Das wirtschaftliche Argument fürs Metallrecycling ist simpel: enorme Energieeinsparungen. Branchenexperten beziffern die Ersparnis beim Aluminium-Recycling auf bis zu 95 Prozent. Bei Stahl sind es rund 75 Prozent weniger Energie im Vergleich zur Primärproduktion.

Parallel gewinnen neue Rückgewinnungsverfahren an Bedeutung. In Texas dokumentierten Betreiber den erfolgreichen Einsatz von Flash-Joule-Heating-Anlagen. Die Technologie extrahiert kritische Metalle wie Gallium, Germanium und Seltene Erden mit hoher Auslastung aus Abfallströmen.

Rekord bei Elektroschrott – E-Zigaretten im Aufwind

Das Jahr 2025 markiert einen neuen Höchststand bei der Entsorgung von Elektronik. Die Schweiz zeigt, wohin die Reise geht: 11,5 Kilogramm pro Kopf, insgesamt über 104.000 Tonnen. Die Recyclingquote liegt bei 75 Prozent.

Besonders deutlich stieg die Sammelquote bei E-Zigaretten – von 16 Prozent im Jahr 2024 auf 28 Prozent im Jahr 2025. Um die Entsorgung von Kleingeräten weiter zu fördern, wurde zum 1. Januar 2026 die vorgezogene Recyclinggebühr angepasst.

Auch das Batterierecycling erreicht industrielle Dimensionen. Eine Demoanlage im chinesischen Zhengzhou verarbeitete über 15.000 Tonnen Rohmaterial. Die Reinheit der rückgewonnenen schwarzen Masse: über 98 Prozent. Neue Anlagengenerationen sollen die CO2-Emissionen in diesem Prozess um bis zu 60 Prozent senken. Die Betreiber planen bereits Expansion in die USA, nach Australien und Europa.

Asche wird verbaut – Bioabfall liefert Energie

Die Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche gewinnt an Fahrt. Eine Umfrage der Verbände BMKE und ITAD für 2024 zeigt: Der Anteil, der in technischen Bauwerken landet, stieg von 13 Prozent im Jahr 2022 auf 25 Prozent im Jahr 2024. Die Deponierung bleibt mit über 70 Prozent aber weiter dominierend.

Kommunen investieren zudem verstärkt in die energetische Nutzung organischer Abfälle. In Wiesbaden ist der Bau einer Vergärungsanlage geplant. Ab 2029 soll sie bis zu 60.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr verarbeiten – genug, um die Energieversorgung für rund 800.000 Menschen in der Region zu unterstützen.

Strengere Regeln ab August

Die rechtlichen Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft verschärfen sich 2026 weiter. Die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) tritt voraussichtlich am 12. August in Kraft. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister hat bereits ein Konsultationsverfahren für den Mindeststandard zum recyclinggerechten Design gestartet. Die endgültige Fassung ist für den 31. August angekündigt.

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In anderen Stoffkreisläufen zeigen sich stabile Erfolge. Die Verwertungsquote für grafische Papiere in Deutschland liegt bei 85,9 Prozent – deutlich über dem selbstgesteckten Ziel von 80 Prozent. Die Branche will zudem den Eintrag von Mineralölen in den Altpapierkreislauf bis 2026 im Vergleich zu 2020 halbieren.

Bei der Textilentsorgung reagieren Abfallwirtschaftsbetriebe auf den Rückzug privater Sammelorganisationen. Sie bauen eigene Holsysteme auf, die ab 2027 eine flächendeckende Erfassung von Altkleidern sicherstellen sollen.

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