Metaanalyse, Patienten

Metaanalyse mit 71.000 Patienten: Akupunktur hilft nur kurzfristig

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 14:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung zeigt: Akupunktur lindert chronische Schmerzen nur für etwa drei Monate. Langfristige Vorteile bleiben laut Metaanalyse aus.

Akupunktur-Studien: Kurzzeitwirkung bei Schmerz belegt
Nahaufnahme des Rückens eines Patienten während einer Dry-Needling-Therapie, bei der feine Nadeln in Triggerpunkte eingeführt werden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei aktuelle Studien liefern neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Akupunktur und Dry Needling bei chronischen Schmerzen. Während die eine Methode auf traditionellen Meridianen basiert, zielt die andere auf muskuläre Triggerpunkte ab.

Neue Forschung zu Parkinson und Schmerz

Das Korea Institute of Oriental Medicine (KIOM) veröffentlichte am 14. Juli 2026 vielversprechende Ergebnisse. Die Forscher testeten die sogenannte SU-Blutstau-Kräuterakupunktur am Punkt Yanglingquan (GB34) an Parkinson-Modellen. Die pharmakologische Akupunktur erhöhte die Schmerzschwelle signifikant – offenbar über den CB1/PPAR?-Signalweg. Interessant: Injektionen außerhalb des definierten Akupunkturpunkts zeigten keinen vergleichbaren Effekt.

Metaanalyse: Kurzfristige Linderung, keine Dauerwirkung

Ganz anders das Bild bei chronischen Rückenschmerzen. Prof. Daniel Belavý von der Hochschule Bochum veröffentlichte am 30. Juni 2026 eine Metaanalyse im BMJ Medicine. Die Auswertung von 551 Studien mit 71.000 Patienten zeigt: Massage, Bewegungstherapie und Akupunktur lindern Schmerzen für etwa zehn bis zwölf Wochen. Nach einem Jahr war jedoch kein klinisch relevanter Vorteil mehr nachweisbar.

Die Herausforderung: Chronische Beschwerden lassen sich offenbar nicht dauerhaft allein durch interventionelle physikalische Reize behandeln.

Zwei Welten treffen aufeinander

Anzeige

Die Metaanalyse zeigt: Akupunktur lindert Schmerzen nur 10-12 Wochen. Danach ist kein Vorteil mehr nachweisbar. Wer langfristig schmerzfrei sein will, braucht einen anderen Ansatz. Dieser kostenlose Report liefert einen 3-Schritte-Plan und eine Checkliste mit den besten Alternativen. Jetzt Report anfordern

In der Praxis existieren unterschiedliche Ansätze. Die klassische japanische Meridiantherapie, beschrieben von Shudo Denmei (2018), setzt auf präzise Palpation von rund 160 Akupunkturpunkten. Dry Needling dagegen konzentriert sich auf myofasziale Triggerpunkte – verhärtete Muskelfasern, die gezielt genadelt werden.

Ergänzend kommt die Faszientherapie nach Dr. Stephen Typaldos zum Einsatz. Sie führt Rückenschmerzen auf spezifische Fasziendistorsionen zurück. Diese Methoden werden oft kombiniert, um funktionelle Störungen des Bewegungsapparats zu behandeln.

Auch Pferde profitieren von der Nadel

Die Anwendung beschränkt sich nicht auf Menschen. In der Veterinärmedizin, besonders bei Pferden, sind Akupunktur und Dry Needling etabliert. Fachpublikationen beschreiben den Einsatz bei Atemwegserkrankungen. In der ganzheitlichen Pferdephysiotherapie kombinieren Therapeuten Dry Needling, Akupressur und Stresspunktmassagen – zur Unterstützung von Ganganalysen und Reha-Plänen.

Wer darf nadeln?

Anzeige

Chronische Rückenschmerzen? Akupunktur wirkt nur kurzfristig – das belegt eine Metaanalyse mit 71.000 Patienten. Statt immer wieder zur Nadel zu greifen, sollten Sie auf Methoden setzen, die nachhaltig helfen. Im Report erfahren Sie, welche das sind. Alternativen-Checkliste jetzt sichern

In Deutschland bieten vor allem Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie Akupunktur als Zusatzqualifikation an. Voraussetzung: Medizinstudium plus spezielle Prüfungen durch Ärztekammern oder Fachgesellschaften. Viele Therapeuten kombinieren die Nadel mit Manueller Medizin, Chirotherapie oder Osteopathie.

Das Fazit: Akupunktur und Dry Needling sind feste Bestandteile der Schmerztherapie. Experimentelle Studien belegen kurzfristige Erfolge und spezifische Wirkmechanismen. Ob sie langfristig anderen konservativen Methoden überlegen sind? Diese Frage bleibt wissenschaftlich offen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69773599 |