Samsung, KI-Chips

Meta und Samsung: 7-Milliarden-Deal für KI-Chips im 2-nm-Verfahren

03.07.2026 - 16:47:52 | boerse-global.de

Meta plant die Fertigung seiner MTIA-Chips bei Samsung Foundry. Der 7-Milliarden-Euro-Auftrag soll die Abhängigkeit von TSMC reduzieren.

Meta und Samsung: Milliarden-Deal über KI-Chips der nächsten Generation
Samsung - Nahaufnahme eines leuchtenden Mikrochips in zwei Händen, mit verschwommenen Fabrikmaschinen im Hintergrund. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Facebook-Konzern Meta steht kurz vor einem milliardenschweren Abkommen mit Samsung. Es geht um die Fertigung der nächsten Generation von KI-Chips – ein strategischer Schachzug, der die gesamte Branche verändern könnte.

Meta verhandelt nach Informationen aus Industriekreisen in fortgeschrittenem Stadium mit Samsung Foundry über die Produktion seiner dritten Generation von KI-Beschleunigern, den sogenannten MTIA-Chips (Meta Training and Inference Accelerator). Der Auftrag hat ein Volumen von umgerechnet rund 7 Milliarden Euro und umfasst Hunderttausende von Einheiten, die im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt werden sollen.

Warum Meta den Partner wechselt

Bisher ließ Meta seine KI-Chips beim Branchenprimus TSMC in Taiwan fertigen. Doch die Kapaziäten des Marktführers sind bis 2027 restlos ausgelastet. Für Meta, das seinen KI-Bedarf rasant ausbaut, wird die Abhängigkeit von einem einzigen Zulieferer zum Risiko. Der Schritt zu Samsung ist daher nicht nur eine Frage der Verfügbarkeit, sondern auch der strategischen Absicherung.

Samsung hat in den vergangenen Monaten offenbar große Fortschritte bei der Fertigung gemacht. Die Ausbeute (Yield) im 2-nm-Prozess stieg von rund 20 Prozent im zweiten Halbjahr 2025 auf etwa 60 Prozent im ersten Quartal 2026. Hinzu kommt ein entscheidender Vorteil: Samsungs Preise liegen rund 30 Prozent unter denen von TSMC.

Technologie-Partnerschaft mit Tiefgang

Die Zusammenarbeit geht über die reine Fertigung hinaus. Samsungs System-LSI-Sparte arbeitet demnach mit Meta an der frühen Architektur der nächsten MTIA-Generation. Zwar gab es Anfang Juni Berichte, wonach Meta Samsung um eine Pause bei einem kundenspezifischen Chip-Projekt gebeten habe – die aktuellen Signale deuten jedoch klar auf ein Voranschreiten der 2-nm-Verhandlungen hin.

Samsungs Foundry-Geschäft vor dem Durchbruch

Für Samsung selbst könnte der Meta-Deal der lang ersehnte Durchbruch sein. Der Auftragsbestand der Foundry-Sparte wird auf umgerechnet rund 35 Milliarden Euro geschätzt. Bereits im dritten Quartal 2026 könnte die Sparte wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

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Neben Meta verhandelt Samsung auch mit dem KI-Unternehmen Anthropic über kundenspezifische 2-nm-Chips. Anthropic, an dem Samsung sich kürzlich im Rahmen einer 65-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde beteiligte, will seine Abhängigkeit von Nvidia und Google reduzieren.

Bereits unter Dach und Deck ist ein 2,28-Billionen-Won-Deal mit Tesla (rund 1,6 Milliarden Euro) für die KI-Chips AI5 und AI6. Diese sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2027 in Samsungs texanischer Fabrik in Serie gehen. Auch Nvidia lagert offenbar Teile der Fertigung seiner Grok-3-Inferenzchips an den südkoreanischen Hersteller aus.

Metas Milliarden-Wette auf KI

Der Vorstoß zu eigener Chip-Hardware ist Teil von Metas aggressiver Infrastruktur-Strategie. Der Konzern plant, bis 2030 5 Gigawatt an Rechenzentrums-Kapazität aufzubauen – ein gewaltiger Sprung. Der Innovationszyklus für eigene Chips wurde auf nur sechs Monate verkürzt. Die Investitionsausgaben (CapEx) für 2026 werden auf 125 bis 145 Milliarden Dollar geschätzt.

Der Cloud-Vorstoß: Meta gegen AWS und Azure

Doch Meta denkt noch einen Schritt weiter. Der Konzern bereitet den Start eines Cloud-Infrastruktur-Geschäfts unter dem Namen „Meta Compute" vor. Externe Unternehmen sollen überschüssige KI-Rechenleistung einkaufen können. Damit würde Meta direkt mit Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud konkurrieren – eine dramatische Erweiterung des Geschäftsmodells.

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Börse reagiert nervös

Die Nachrichten über Metas Cloud-Pläne und den Wechsel zu Samsung haben diese Woche für erhebliche Turbulenzen an den Märkten gesorgt. Am 2. Juli fiel der Philadelphia Semiconductor Index um mehr als 6 Prozent – Teil eines zweitägigen Rückgangs von rund 11 Prozent. Besonders stark traf es Aktien von Speicherchip-Herstellern: Einige Indizes verloren in 48 Stunden 18 Prozent – der stärkste Einbruch seit zwölf Jahren.

Analysten sind uneins, ob es sich um eine grundlegende Neubewertung der KI-Investitionen handelt oder nur um eine kurzfristige Korrektur vor den anstehenden Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne. Klar ist: Der Wettlauf um die KI-Infrastruktur der Zukunft hat gerade erst begonnen – und Meta spielt jetzt auf allen Ebenen mit.

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