Meta-Chip, Iris

Meta-Chip Iris: Serienfertigung ab September geplant

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 06:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Meta startet Serienproduktion des KI-Chips Iris, während DeepSeek und Zhipu AI eigene Hardware entwickeln. Der Trend zur Unabhängigkeit von Nvidia gewinnt an Fahrt.

KI-Giganten investieren Milliarden in eigene Chips: Meta, DeepSeek & Co.
Ein futuristischer, leuchtender Mikrochip auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche mit abstrakten Lichtmustern, die Datenfluss andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ab. Meta, DeepSeek und andere investieren Milliarden in eigene Prozessoren – und verändern damit die gesamte Branche.

Meta bringt „Iris“-Chip in Serie

Meta plant, ab September 2026 mit der Serienfertigung seines eigenen KI-Chips namens „Iris“ zu beginnen. Die Entwicklung läuft in Kooperation mit Broadcom, die Fertigung übernimmt der Auftragsfertiger TSMC.

Die Investitionsbereitschaft für 2026 liegt im dreistelligen Milliardenbereich – genannt werden Summen von bis zu 145 Milliarden US-Dollar. Ziel ist nicht nur technologische Autonomie, sondern auch der massive Ausbau der Rechenkapazität: von 7 Gigawatt (GW) im Jahr 2026 auf 14 GW im Jahr 2027.

Um die Lieferketten abzusichern, hat Meta langfristige Verträge mit Partnern wie Samsung, SanDisk und Sumitomo Electric geschlossen. Branchenanalysten von Forrester sehen eine eigene Chipproduktion mittlerweile als Grundvoraussetzung für die führenden Akteure im KI-Sektor.

Chinesische Anbieter setzen auf Spezialisierung

Auch in China verstärken KI-Unternehmen ihre Bemühungen, sich von Hardware-Größen wie Nvidia oder Huawei zu emanzipieren. Das Startup DeepSeek entwickelt seit etwa Mitte 2025 einen eigenen Chip, der speziell auf die Inferenz optimiert ist – also die Ausführung bereits trainierter Modelle.

Eine im Juni 2026 abgeschlossene Finanzierungsrunde über 7 Milliarden US-Dollar (ca. 510 Milliarden Yuan) bewertet das Unternehmen mit rund 52 bis 59 Milliarden US-Dollar. Der Wettbewerber Zhipu AI erwägt ebenfalls die Entwicklung eigener Hardware, nachdem die Auslastung der hauseigenen Modelle zuletzt signifikant gestiegen war.

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Marktbeobachter gehen davon aus, dass diese Eigenentwicklungen vor allem die Marktanteile etablierter Anbieter unter Druck setzen könnten. Nvidia spielt im chinesischen Markt aufgrund von Exportbeschränkungen ohnehin nur noch eine untergeordnete Rolle.

Lokale KI statt Cloud: Der Trend zur Dezentralisierung

Parallel zur Entwicklung von Server-Chips gewinnt die lokale Ausführung von KI-Modellen an Bedeutung. Dell stellte Anfang Juli 2026 eine neue Serie von Workstations sowie das Konzept „Deskside Agentic AI“ vor. Die Systeme können Modelle mit bis zu 1 Billion Parameter lokal verarbeiten.

Das Unternehmen verspricht eine Kostenersparnis von bis zu 87 Prozent gegenüber vergleichbaren Cloud-Lösungen über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Auch bei der Supercomputing-Infrastruktur werden neue Maßstäbe gesetzt. In Zhengzhou wurde am 10. Juli 2026 das System „Dawning 8000“ in Betrieb genommen, das 100.000 KI-Karten umfasst. Es ist Teil eines nationalen Netzwerks mit über 3,5 Millionen CPU-Kernen und 250.000 GPUs für rund 1,4 Millionen Nutzer.

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Technologische Durchbrüche und juristische Spannungen

IBM präsentierte am 25. Juni 2026 eine technologie für Chips unter 1 Nanometer (0,7 nm) auf Basis einer 3D-Nanostack-Architektur. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll sie Produktionsreife erreichen – entweder mit 50 Prozent mehr Leistung oder 70 Prozent weniger Energieverbrauch im Vergleich zur aktuellen 2-nm-Technik.

Nvidia gab im Juli 2026 Details zu seiner kommenden „Rosa“-CPU-Architektur bekannt. Sie basiert auf dem Rigel-Kern (Arm v9.2) und soll eine Steigerung der Befehlsausführung pro Taktzyklus (IPC) um über 50 Prozent ermöglichen. Die Fertigung im A16-Verfahren bei TSMC ist für Rechenzentren ab 2028 geplant.

Der verschärfte Wettbewerb führt auch zu juristischen Auseinandersetzungen. Am 10. Juli 2026 reichte Apple eine Klage gegen OpenAI ein. Der Vorwurf: Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen im Bereich der KI-Hardware durch ehemalige Mitarbeiter. Apple fordert eine einstweilige Verfügung sowie Schadenersatz. Die bestehende Partnerschaft zwischen Siri und ChatGPT bleibt von dem Verfahren unberührt.

Cerebras kündigte am 9. Juli 2026 an, bis Ende 2027 KI-Rechenkapazitäten von 200 Megawatt in Europa aufzubauen. Erste Kapazitäten sollen bereits Ende 2026 in Betrieb gehen – unter anderem zur Unterstützung von Workloads für OpenAI.

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