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Windows 11 26H2: Microsoft aktiviert Cloud-Backups automatisch

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 06:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft aktiviert Cloud-Backups für Unternehmens-PCs mit Windows 11 26H2 automatisch. EU-Länder sind durch den Digital Markets Act ausgenommen.

Windows 11 26H2: Automatische Cloud-Backups für Firmenrechner
Datenfluss von einem Laptop in eine Cloud-Ikone, symbolisiert Cloud-Backups und Datenverwaltung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Windows 11 speichert künftig automatisch Firmendaten in der Cloud – zur Freude von Administratoren, zum Ärger von Datenschützern.

Der Softwarekonzern Microsoft plant einen radikalen Kurswechsel in der Datenverwaltung. Mit dem kommenden Update Windows 11 26H2 werden Cloud-Backups für Einstellungen und Anwendungen auf Unternehmensrechnern automatisch aktiviert – ohne dass Nutzer oder IT-Abteilungen dem zustimmen müssen. Bisher waren diese Funktionen optional, nun werden sie zum Standard.

Automatische Uploads im Acht-Tage-Rhythmus

Die neue Konfiguration sieht vor, dass Windows 11 künftig alle acht Tage umfangreiche Datenmengen in die Microsoft-Cloud überträgt. Dazu gehören:

  • Systemeinstellungen und Kennwörter
  • Spracheinstellungen und Barrierefreiheits-Optionen
  • Daten aus dem Microsoft Store
  • Personalisierte Konfigurationen wie das Startmenü-Layout

Unternehmen, die diese automatischen Uploads verhindern wollen, müssen aktiv werden. IT-Administratoren müssen die Funktion über Group Policy oder Microsoft Intune deaktivieren. Ohne diese administrativen Vorlagen (ADMX) synchronisiert das Betriebssystem die Daten automatisch in die Cloud.

Europa bleibt verschont – dank Digital Markets Act

Die automatische Aktivierung gilt nicht weltweit. Aufgrund des Digital Markets Act (DMA) ist die Europäische Union von dieser Änderung ausgenommen. In EU-Ländern muss Microsoft weiterhin direkte Kontrollmöglichkeiten für Datenuploads bieten, um den strengen Wettbewerbs- und Datenschutzvorgaben zu entsprechen.

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Die GDID-Falle: Microsofts unsichtbarer Tracking-Chip

Besonders brisant: Windows 11 verfügt über eine Global Device Identifier (GDID) – eine permanente Kennung, die Nutzeraktivitäten über verschiedene Dienste hinweg verknüpft. Anders als normale Telemetriedaten lässt sich die GDID nicht deaktivieren. Microsoft begründet dies mit essenziellen Systemfunktionen wie der Windows-Aktivierung und dem Betrieb von Store-Apps.

Selbst wenn Nutzer die Diagnoseeinstellungen auf die restriktivste Stufe setzen – was in Home- und Pro-Versionen immer noch Hardware- und Netzwerknutzungsdaten überträgt – bleibt die GDID an den Datenpaketen haften. Sie fungiert als permanenter Anker, der eine eindeutige Identifizierung des Geräts ermöglicht.

FBI nutzte GDID zur Verfolgung von Hacker

Die Reichweite dieser Technologie wurde kürzlich in einem spektakulären Fall deutlich. Im Juli 2026 offenbarten Gerichtsdokumente, dass das FBI die GDID nutzte, um Peter Stokes aufzuspüren – ein mutmaßliches Mitglied der Hackergruppe Scattered Spider.

Obwohl der Verdächtige ein VPN über drei verschiedene Länder nutzte, konnten Ermittler seine Online-Aktivitäten mit der GDID einem bestimmten Gerät zuordnen. Die Kennung umging damit die Anonymität, die VPNs normalerweise bieten. Sicherheitsexperten raten Nutzern mit hohen Datenschutzanforderungen daher zu lokalen Konten und minimaler Telemetrie – die GDID bleibt jedoch bei jeder Windows-11-Installation ein unvermeidbarer Faktor.

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Cloud Rebuild: Neue Wiederherstellungsoption

Parallel zu den Backup-Änderungen führt Microsoft eine Cloud Rebuild-Funktion ein, die in aktuellen Insider-Builds bereits aufgetaucht ist. Das Tool vereinfacht die Neuinstallation des Betriebssystems, indem es die benötigten Dateien – schätzungsweise vier bis fünf Gigabyte – direkt von Microsofts Servern herunterlädt. Physische Installationsmedien wie USB-Sticks werden damit überflüssig. Allerdings löscht der Vorgang alle persönlichen Dateien auf dem Gerät.

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