Mehrgenerationenhäuser, Senioren

Mehrgenerationenhäuser: Senioren und junge Menschen gegen Isolation

15.06.2026 - 03:10:33 | boerse-global.de

Neubau bricht ein, während gemeinschaftliche Wohnprojekte boomen. Experten sehen im Mehrgenerationenwohnen eine Antwort auf die Wohnungsnot.

Wohnungsbau-Krise in Deutschland: Mehrgenerationenhäuser boomen
Mehrgenerationenhäuser - Eine vielfältige Gruppe von Menschen verschiedener Generationen interagiert in einem hellen Gemeinschaftsbereich eines Mehrgenerationenhauses. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während der Neubau einbricht und Preise explodieren, entdecken immer mehr Menschen gemeinschaftliche Wohnformen.

Neubau-Kollaps: Ziel um 50 Prozent verfehlt

Die Zahlen sind ernüchternd. Im vergangenen Jahr wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 18 Prozent. Die politische Zielmarke von 400.000 Einheiten liegt in weiter Ferne. Experten schätzen das aktuelle Defizit auf rund eine Million fehlende Wohnungen.

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Haupttreiber: Die Bauzinsen stiegen von einem Prozent auf über vier Prozent. Die Folge: Im Jahr 2025 erloschen Genehmigungen für 35.700 Wohnungen – der höchste Stand seit 2002.

Zwar gibt es einen Lichtblick: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Baugenehmigungen um 15 Prozent. Doch der Bauüberhang bleibt mit 760.700 genehmigten, aber nicht fertiggestellten Wohnungen massiv. Ein Lock-in-Effekt blockiert zudem die Mobilität am Markt. Kurzfristige Entspannung? Fehlanzeige.

Das Gegenmodell: Wohnen gegen Gemeinschaft

In diesem schwierigen Umfeld erleben Mehrgenerationenhäuser einen regelrechten Boom. Der Bedarf ist „überwältigend", so Branchenbeobachter.

Das Prinzip ist einfach: Günstiger Wohnraum wird gegen aktives Engagement in der Gemeinschaft getauscht. Senioren, junge Menschen und Bedürftige leben unter einem Dach – und unterstützen sich gegenseitig im Alltag. Soziale Isolation wird aktiv vermieden.

Für viele wird dieses Modell zur echten Alternative. Der reguläre Immobilienmarkt bleibt für breite Bevölkerungsschichten unerschwinglich.

Forschung und Praxis ziehen an einem Strang

Wissenschaftler intensivieren die Arbeit an neuen Wohnkonzepten. Das ILS Research, die TU Berlin und das Deutsche Institut für Urbanistik untersuchten in einem Projekt die Stärkung der Teilhabe in Quartieren. Die Ergebnisse werden am 18. Juni 2026 in Essen präsentiert.

Die Praxis liefert bereits Beispiele: Das Mehrgenerationenhaus in Neustadt/Wied organisiert regelmäßig digitale Austauschformate – etwa einen Online-Nähtreff am 17. Juni 2026. Ähnliche Bildungsangebote starten Mitte Juni auch in Bernau bei Berlin.

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Energiewende als Standortfaktor

Während der Wohnungsbau kämpft, entstehen anderswo wichtige Infrastrukturen. Am 10. Juni 2026 erfolgte die Grundsteinlegung für ein Energiedrehkreuz in Sahms. Der Netzbetreiber Tennet verknüpft dort überregionale und regionale Stromnetze – ein Baustein für Versorgungssicherheit und Standortattraktivität.

Doch der Wohnraummangel bleibt die zentrale Herausforderung. Innovative Konzepte wie das Mehrgenerationenwohnen rücken damit immer stärker in den Fokus der Stadtentwicklung.

de | wissenschaft | 69541298 |