Meetings: Zwei Stunden täglich sind die Obergrenze für Produktivität
29.05.2026 - 06:08:45 | boerse-global.deWirtschaftspsychologin Eva Schulte-Austum hat eine klare Obergrenze ermittelt: Zwei Stunden am Tag sollten Meetings nicht überschreiten. Danach sinkt die Leistungsfähigkeit rapide.
Das Problem sitzt tief. Wer stundenlang in Konferenzräumen sitzt, verliert nicht nur Zeit – auch das Gehirn streikt. Die Fähigkeit, Informationen dauerhaft abzuspeichern, nimmt messbar ab. Besonders kritisch: aufeinanderfolgende Meetings ohne Pause.
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Die optimale Runde: Fünf bis sieben Personen
Neben der Dauer zählt die Zusammensetzung. Laut Experten sind fünf bis sieben Teilnehmer ideal. Ab ohne Personen leidet das gemeinsame Erinnerungsvermögen. Die Lösung? Statt einer großen Runde lieber drei kleinere, fokussierte Termine ansetzen.
Ein einfacher Trick hilft bei der Umsetzung: Jeder Beschluss braucht eine namentlich benannte verantwortliche Person. Sonst verpuffen die besten Ideen im Alltag.
Mikropausen statt Dauerbesprechung
Der New Work Summit Ende Mai in Berlin lieferte konkrete Konzepte. Mediziner raten zu 45 bis 50 Minuten pro Meeting. Die verbleibende Zeit einer vollen Stunde gehört den Mikropausen – für frische Köpfe.
Gegen Bewegungsmangel helfen Meeting-Spaziergänge. Und das WOOP-Prinzip soll helfen, alte Routinen zu durchbrechen. Unternehmen wie SAP gehen voran: Physiotherapie, Fitnessprogramme und interne Sportmöglichkeiten stehen dort auf dem Programm. Gesundheit wird zunehmend als wirtschaftliches Asset verstanden.
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KI plant die Agenda
Technologie hilft bei der Strukturierung. KI-Assistenten übernehmen immer mehr die Vor- und Nachbereitung: Sie entwerfen Agenden, schreiben Protokolle und übersetzen Diskussionen direkt in konkrete To-dos mit Verantwortlichen und Deadlines.
Der Effizienzdruck kommt nicht von ungefähr. Der Mikrozensus 2025 zeigt: Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt 39,9 Stunden pro Woche – ein leichter Rückgang. Gleichzeitig erreicht die Teilzeitquote mit 31,9 Prozent einen Rekordwert.
Streit um Arbeitszeitgesetz
Parallel läuft eine politische Debatte über flexiblere Arbeitszeiten. Vorschläge für eine Umstellung von Tages- auf Wochenarbeitszeit würden Arbeitstage von bis zu 13 Stunden ermöglichen. Gesundheitsinstitute und Gewerkschaften warnen vor den Risiken.
Das Bundesarbeitsgericht hatte bereits im September 2022 die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung bekräftigt. Für 2026 wird ein neues Gesetz zur konkreten Ausgestaltung erwartet. Die Frage bleibt: Lässt sich Effizienz mit Gesundheit vereinbaren – oder braucht es härtere Grenzen?
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