Medizinalcannabis, Studie

Medizinalcannabis: Studie belegt Anti-Tumor-Effekte bei Glioblastom

05.06.2026 - 01:39:57 | boerse-global.de

Die Cannabisbranche erlebt Professionalisierung und Preisverfall. Bundesländer fordern strengere Abgaberegeln für Medizinalcannabis.

Medizinalcannabis-Markt: Preise sinken, Politik plant neue Regeln
Medizinalcannabis - Eine Cannabis-Pflanze in einem Becherglas in einem sterilen, modernen pharmazeutischen Labor mit medizinischer Ausrüstung im Hintergrund. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bedrocan baut Vertrieb aus

Die Vayamed GmbH, Tochter der Sanity Group, wird exklusiver Großhandelspartner für die Produkte des niederländischen Herstellers Bedrocan. Die Medios AG fungiert seit Jahresbeginn 2026 als exklusiver Vertriebspartner, Cannaflos unterstützt die Distribution.

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Im Fokus steht die Markteinführung von Bedrocan Forte 25:1 in Deutschland. Ziel ist es, standardisierte Cannabisblüten über spezialisierte Lieferketten verfügbar zu machen.

Preise fallen um 25 Prozent

Eine Marktanalyse von Krautinvest vom 28. Mai zeigt eine deutliche Entwicklung: Seit Anfang 2024 sind die Preise für Medizinalcannabisblüten um etwa 25 Prozent gesunken.

Grund ist der Ausbau von Produktionskapazitäten nach EU-GMP-Standards in Exportländern wie Kanada und Portugal. Neue Anbieter aus Mazedonien, Kolumbien, Australien und Lesotho drängen auf den Markt. Die Importmengen gingen im ersten Quartal 2026 leicht zurück, doch die steigende Zahl zugelassener Importeure erhöht den Wettbewerb – und das erreicht mit Verzögerung die Apothekenpreise.

Strengere Regeln gefordert

Die Bundesländer sprachen sich am 4. Juni für eine Verschärfung der Abgaberegeln aus. Gefordert wird: verpflichtende persönliche ärztliche Konsultation in Deutschland, Verbot von Online-Verschreibungen und Versandhandel. Werbung soll nur noch an Fachkreise erlaubt sein, zudem ist eine einheitliche Preisregulierung im Gespräch.

Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, forderte auf der Fortbildung Pharmacon Anfang Juni eine stärkere Rolle der Apotheken bei gesundheitspolitischen Entscheidungen. Es gehe um Qualitätsstandards und interprofessionelle Zusammenarbeit.

Apotheken erhalten höheres Fixum

Das Bundeskabinett beschloss am 3. Juni eine Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung. Das Apothekenfixum steigt zum 1. Juli 2026 auf 9,00 Euro, zum 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro. Ab 2028 sind Verhandlungslösungen zwischen den Vertragspartnern vorgesehen.

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Neue Erkenntnisse aus der Forschung

Eine Meta-Analyse der Semmelweis-Universität Budapest und der Universität Pécs untersuchte die Wirkung von Cannabinoiden in Onkologie-Modellen. Die Ergebnisse deuten auf konsistente Anti-Tumor-Effekte hin.

Bei Glioblastom-Modellen reduzierte sich das Tumorvolumen um 980,58 mm³, bei Brustkrebs um 402,64 mm³. In Kombination mit dem Wirkstoff Doxorubicin verstärkte sich der Effekt auf 1295,19 mm³. Interessant: Cannabidiol (CBD) zeigte ein breiteres Wirkprofil als Tetrahydrocannabinol (THC).

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