Medikamenteneinnahme, Senioren

Medikamenteneinnahme: 40% der Senioren scheitern an Augentropfen

19.06.2026 - 14:25:14 | boerse-global.de

Studie der Unikliniken Essen und Düsseldorf identifiziert alltägliche Barrieren bei der Medikamenteneinnahme älterer Patienten.

Senioren und Medikamente: Neue Studie zeigt praktische Hürden auf
Medikamenteneinnahme - Ältere Hände haben Schwierigkeiten, eine Medikamentenflasche zu öffnen, umgeben von Pillenpackungen und einem Medikamentenplan auf einem Tisch. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Praktische Hürden statt mangelnder Motivation: Eine neue Studie zeigt, woran ältere Patienten bei der Medikamenteneinnahme scheitern.

Rund 40 Prozent der Senioren haben Schwierigkeiten mit Augentropfen. Jeweils 20 Prozent kämpfen mit Verpackungen oder vergessen rechtzeitig nachzubestellen. Das ergab eine Untersuchung der Universitätskliniken Essen und Düsseldorf sowie der Universität Duisburg-Essen, veröffentlicht in „Frontiers of Public Health“.

Die Forscher befragten 102 Personen ab 70 Jahren, die dauerhaft mindestens fünf verschiedene Medikamente einnehmen. Fünf Prozent verwechselten sogar ihre Präparate. „Das sind praktische Barrieren, keine mangelnde Motivation“, sagt Dr. Janine Gronewold von der Uniklinik Essen. Die Hausärzte müssten diese Hürden stärker berücksichtigen.

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Apotheken dürfen bald Telemedizin anbieten

Ab dem 1. Juli 2026 ist assistierte Telemedizin in Apotheken erlaubt. Das Bundesgesundheitsministerium genehmigte das Angebot. Apotheken prüfen dann per digitaler Tools, ob eine Videosprechstunde passt, und unterstützen Patienten technisch. Das gilt für gesetzlich und privat Versicherte – besonders für Menschen auf dem Land oder ohne Internetzugang.

Parallel dazu rollen soziale Roboter in Pflegeheime an. Navel Robotics setzt Modelle wie „Emma“ oder „Willi“ ein. Die Anschaffung kostet rund 31.000 Euro. Etwa 20 Prozent der Bewohner lehnen die Roboter ab, ein ebenso großer Teil zeigt Interesse. Angesichts von 5,7 Millionen Pflegebedürftigen (2023) setzt der Hersteller auf Robotik als Zukunftssäule.

Impfung gegen Gürtelrose senkt Demenzrisiko

Eine Langzeitstudie in den „Annals of Internal Medicine“ bringt überraschende Ergebnisse. Forscher beobachteten über 500.000 Personen ab 66 Jahren zwischen 2017 und 2022. Die Impfung mit dem Wirkstoff Shingrix senkt das Demenzrisiko um 24 Prozent. Besonders Frauen profitieren – der Effekt zeigt sich etwa ein Jahr nach der Impfung.

Hitze wird zur Gefahr für Medikamente

Klimatische Bedingungen gefährden die Arzneimittelsicherheit. Der Branchenverband Pharma Deutschland verweist auf Daten des Robert Koch-Instituts: Bis August 2025 starben rund 2.600 Menschen hitzebedingt in Deutschland. Über die Hälfte der Opfer war älter als 85 Jahre.

Experte Dr. Elmar Kroth warnt vor erhöhter Herz-Kreislauf-Belastung durch Hitze. „Medikamente gehören nicht ins Auto oder in die Sonne“, sagt er. Die korrekte Lagerung wird bei hohen Temperaturen zum entscheidenden Faktor.

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Krankenkassen sparen, Apotheken verlieren

Die IKK classic kündigte zum 30. Juni 2025 eine Vereinbarung mit dem Deutschen Apothekerverband zur Hilfsmittelversorgung. Grund: Apotheken verlangten teils höhere Preise als Sanitätshäuser. Rund 65.000 Versicherte sind betroffen.

Gleichzeitig plant Bundesgesundheitsministerin Nina Warken höhere Herstellerabschläge für Pharmaunternehmen. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz könnte die Abschläge anheben. Sanofi-Deutschlandchefin Heidrun Irschik-Hadjieff zeigt sich Mitte Juni 2026 offen für moderate Erhöhungen – bei garantierter Planbarkeit für Investitionen. Schätzungen zufolge sparten die gesetzlichen Krankenkassen bis 2030 bis zu 5,5 Milliarden Euro.

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