Medikamente, PRISCUS-20-Liste

Medikamente im Alter: PRISCUS-2.0-Liste warnt vor 187 Wirkstoffen ab 65

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vorträge, Beratungsstellen und Gesundheitstage vermitteln Wissen zu Pflege, Demenz, Medikamentensicherheit und Prävention.
Ein heller, freundlicher Raum in einem Gesundheitszentrum mit Sitzgelegenheiten und Blick in einen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Regionale Pflegestützpunkte, Kliniken und kommunale Initiativen verstärken ihre Bemühungen, ältere Menschen und deren Angehörige gezielt über gesundheitliche Themen, den Umgang mit Pflegebedürftigkeit sowie präventive Maßnahmen aufzuklären. Ein breites Spektrum an Vortragsreihen, Aktionstagen und dezentralen Sprechstunden soll Orientierung im Versorgungssystem bieten und Hürden beim Zugang zu Hilfsangeboten abbauen.

Medizinische Aufklärung von Demenz bis Arzneimittelsicherheit

Ein zentraler Schwerpunkt der regionalen Informationsangebote liegt auf medizinischen Fachvorträgen. Bei einer Informationsveranstaltung der Senioren-Union des CSU-Ortsverbands Forchheim und des Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreises der CSU-Oberfranken am 17. Oktober 2026 referierte Oberärztin Heidelinde Vasold vom Klinikum Forchheim zur Medikamenteneinnahme im Alter. Dabei verwies die Medizinerin darauf, dass fast 50 Prozent aller Patienten Medikamente nicht exakt nach Anweisung einnehmen, und erläuterte die aktualisierte PRISCUS-2.0-Liste, die 187 potenziell inadäquate Medikamente für Personen ab 65 Jahren umfasst.

Auch neurologische Erkrankungen stehen im Fokus: Bei einem Informationsabend der Helios Kliniken Mittelweser und der Gesundheitsregion Diepholz-Nienburg am 19. Oktober 2026 im Kreistagssaal Nienburg informierte Dr. Martin Bästlein, Chefarzt der Neurologie, über Demenzdiagnostik, 14 beeinflussbare Risikofaktoren sowie neue Antikörpertherapien bei Alzheimer, die allerdings nicht für alle Patienten geeignet sind.

Begleitend stellten Silke Grelle und Kerstin Buchholz vom Senioren- und Pflegestützpunkt Nienburg Möglichkeiten trägerunabhängiger Beratung und Hausbesuche vor.

Für den 31. Oktober 2026 lädt das Sana Klinikum Coburg von 11:00 bis 14:00 Uhr zu einem kostenfreien Tag der offenen Tür der Geriatrie auf Ebene 4 ein. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Abteilung spricht Chefarzt Prof. Dr. Johannes Kraft über digitale Mobilität und Inklusion im Alter, flankiert von Klinikrundgängen und der Präsentation des Fördervereins Geriatrie & Palliativmedizin Coburg e.V.

Niedrigschwellige Beratung zu Pflegeansprüchen und Alltagshilfen

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Neben medizinischen Vorträgen bauen viele Kommunen dezentrale Anlaufstellen aus. Der Senioren- und Pflegestützpunkt Calenberger Land bietet am 28. Oktober 2026 von 9:00 bis 10:30 Uhr im Großen Bürgersaal in Hemmingen eine kostenlose Sprechstunde zu Pflegegraden, Sozialleistungen und Antragsverfahren an, die künftig an jedem vierten Mittwoch im Monat stattfindet.

Am 29. Oktober 2026 veranstalten der Pflegestützpunkt des Landkreises Karlsruhe (Standort Ettlingen) und der Seniorenbeirat Karlsbad im Bürgersaal Karlsbad-Langensteinbach einen Informationsabend zu Hilfsangeboten und Vorsorgeregelungen.

Der Pflegestützpunkt des Landkreises Unterallgäu organisiert im November 2026 gemeinsam mit Fachstellen für pflegende Angehörige mehrere Sprechtage: am 2. November im Rathaus Benningen, am 3. und 19. November im Pflegestützpunkt Mindelheim, am 10. November in Babenhausen, am 24. November in Bad Grönenbach, am 26. November in Markt Wald sowie am 30. November im Rathaus Kirchheim.

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Zur Vernetzung gründete der Kreis Coesfeld das „Netzwerk Pflegeberatung“. Zu den Partnern gehören das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz, die Pflege- und Wohnberatung des Kreises, die Krankenkassen IKK und AOK, die Compass Pflegeberatung, der Soziale Dienst der Christophorus-Kliniken und die EUTB.

Anbieter gewerblicher Pflegeleistungen wurden bewusst ausgeschlossen, um eine anbieterunabhängige Beratung sicherzustellen. Das Landratsamt München setzt derweil auf eine aufsuchende Seniorenberatung, die kostenfrei und vertraulich telefonisch oder per Hausbesuch bei Themen wie Einsamkeit oder Schwerbehinderung unterstützt.

Gesundheitstage und Präventionswochen

Größere Veranstaltungen kombinieren Beratung mit Messen. In der Zollern-Alb-Halle in Albstadt präsentieren sich am 24. und 25. Oktober 2026 rund 50 Aussteller und 25 Experten mit den Schwerpunkten Vorsorge und Demenz. Dort bietet unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit am Sonntag von 11:00 bis 14:30 Uhr Testosterontests an.

Rund 70 Prozent des Publikums sind laut Ausstellerangaben Frauen. Wie die AOK im Vorfeld darlegte, nahmen Schlafstörungen in den letzten fünf Jahren um 10,1 Prozent zu; 73 Prozent der Menschen schlafen demnach weniger als sieben Stunden und 33 Prozent weniger als sechs Stunden pro Nacht.

Im Kurmärker Bürgerhaus Großräschen widmet sich ein Tag der Gesundheit und Pflege unter dem Motto „Stark im Alltag – Hilfe beginnt nebenan“ Hilfsangeboten wie Rehatechnik und Nachbarschaftshilfe.

Die Stadt Neuenrade veranstaltet vom 2. bis 6. November 2026 im Kaisergarten eine kostenlose Themenwoche zu Rente, Ernährung, Vollmachten, Langlebigkeit und Bewegung, ergänzt durch Erste-Hilfe-Schulungen des DRK.

Ergänzend bieten Programme wie die Gemeindeschwesterplus in Rheinland-Pfalz – etwa am 3. November 2026 in Oberwesel – offene Sprechstunden und Gymnastikangebote an, während die Seniorenberatung Geheischnis Morbach für den 19. November 2026 über Palliativversorgung informiert.

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