Mediensucht, Jugendlichen

Mediensucht bei Jugendlichen: Strukturelle Gehirnveränderungen belegt

15.06.2026 - 13:31:21 | boerse-global.de

Jeder fünfte Jugendliche zeigt riskante Nutzungsmuster bei digitalen Medien. Experten warnen vor strukturellen Hirnveränderungen durch exzessive Nutzung.

Mediensucht bei Jugendlichen: Studie zeigt alarmierende Gehirnveränderungen
Mediensucht - Ein stilisiertes, leuchtendes KI-Gehirnnetz überlagert das Profil eines jungen Menschen, der auf ein Smartphone blickt. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Mediziner schlagen Alarm: Exzessive Mediennutzung kann zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führen.

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Sucht verändert das Gehirn

Dr. Anke Joas von der Klinik Schönsicht im Berchtesgadener Land behandelt im Rahmen des Pilotprojekts „MeKi“ (Medienabhängige Kinder) betroffene Jugendliche. Ihre Beobachtung: Eine Mediensucht kann Verhaltensstörungen und Entwicklungsverzögerungen auslösen. Die strukturellen Veränderungen im Gehirn sind dabei besonders besorgniserregend.

Neben der reinen Nutzungsdauer treiben Experten vor allem der kommerzielle Druck in sozialen Netzwerken um. Rund 47 Prozent der befragten Jugendlichen werden durch Social-Media-Werbung auf Produkte aufmerksam. Bei 40 Prozent spielen Influencer eine entscheidende Rolle. Etwa 1,2 Prozent der Jugendlichen gelten als problematische Online-Käufer.

Großbritannien plant Social-Media-Verbot für Jugendliche

Premierminister Keir Starmer kündigte Mitte Juni 2026 ein weitreichendes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige an. Das Vorhaben soll bis Frühjahr 2027 in Kraft treten. Zusätzlich sollen Chat-Funktionen zwischen Minderjährigen und fremden Erwachsenen auf Gaming-Plattformen untersagt werden.

Vorbild ist Australien, wo seit Dezember 2025 ähnliche Verbote gelten. Auch Frankreich, Spanien und Österreich prüfen vergleichbare Schritte. In Deutschland wird eine Expertenkommission voraussichtlich Ende Juni 2026 ihre Empfehlungen vorlegen.

Deutschland gründet KI-Sicherheitsinstitut

Parallel zur Regulierung setzt die Bundesregierung auf technologische Überwachung. Das neu gegründete „Deutsche AI Security Institute“ (DE-AISI) soll KI-Modelle bewerten und potenzielle Gefahren analysieren. Eingebunden werden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur.

Auch beim Online-Glücksspiel greifen verstärkt Erkennungssysteme. Die französische Glücksspielaufsicht ANJ identifizierte 2025 rund 89.000 exzessive Spieler – eine deutliche Steigerung zum Vorjahr.

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KI als Lernbegleiter statt Suchtverstärker

Forscher der ETH Zürich verfolgen einen anderen Ansatz: Statt Medien zu verbieten, wollen sie KI als Lernbegleiter nutzen. Ihr Sprachmodell „TutorRL“ mit sieben Milliarden Parametern wurde speziell für den Mathematikunterricht entwickelt. Es präsentiert Schülern keine fertigen Lösungen, sondern führt sie schrittweise durch den Lernprozess. Das Modell wurde bereits über 1.000 Mal heruntergeladen und soll nun in Kooperation mit Schulen getestet werden.

Ein Gymnasium in Wien startete bereits im September 2025 ein Pilotprojekt: „Künstliche Intelligenz und Digitaler Humanismus“ steht dort als Wahlpflichtfach auf dem Stundenplan. Ziel ist ein reflektierter Umgang mit digitalen Werkzeugen.

Die Bundesagentur für Arbeit hat zudem das Berufsbild des KI-Managers definiert. Dessen Aufgabe: KI-Strategien entwickeln und bestehende Systeme auf ihre Auswirkungen analysieren.

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