Mediensucht, Jugendlichen

Mediensucht bei Jugendlichen: DAK zeigt 21,5% riskante Nutzung

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 01:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU wirft Meta suchtfördernde Mechanismen vor. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zwölf Milliarden US-Dollar.

EU-Kommission erhöht Druck auf Meta: DSA-Verstoß durch Design-Tricks
Ein stilisiertes, leuchtendes digitales Gehirnnetzwerk überlagert mit regulatorischen Dokumenten und einem Smartphone-Bildschirm mit einer endlosen Scroll-Oberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Facebook und Instagram sollen mit ihren Design-Tricks gegen den Digital Services Act (DSA) verstoßen.

Endloses Scrollen und Autoplay im Visier

Konkret geht es um suchtfördernde Mechanismen: das „endlose Scrollen“, die automatische Wiedergabe von Videos und personalisierte Algorithmen. Diese sollen die Verweildauer der Nutzer künstlich in die Höhe treiben.

Laut einer Mitteilung der Kommission vom 10. Juli fehlen den Plattformen wirksame Werkzeuge zur Bildschirmzeitsteuerung. Auch der Jugendschutz sei nicht belastbar. Meta verweist in einer ersten Reaktion auf bereits eingeführte Kontomodelle für Jugendliche.

Die Drohkulisse ist massiv: Bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – rund 12 Milliarden US-Dollar – könnten als Strafe fällig werden. Parallel laufen ähnliche Verfahren gegen TikTok.

Jugendliche besonders betroffen

Die regulatorischen Schritte bekommen durch aktuelle Studien Rückenwind. Eine DAK-Studie vom Juli 2026 zeigt: 21,5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen haben eine riskante Mediennutzung.

Die KL Krems hat 3.854 Jugendliche untersucht. Ergebnis: Nicht die reine Nutzungsdauer ist entscheidend, sondern die Art der Anwendung. Strategie- und Rollenspiele hängen oft mit besseren kognitiven Fähigkeiten zusammen. Shooter wie Fortnite oder Roblox bergen dagegen ein höheres Risiko für eine Internet-Gaming-Störung.

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App gegen ADHS zeigt Erfolge

Gegen Konzentrationsstörungen gibt es neue Hoffnung. Eine Studie vom 10. Juli testete die App Attexis an 337 Erwachsenen mit ADHS. Die digitale Gesundheitsanwendung basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie.

Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die Symptomlast sank um fünf Punkte auf der ASRS-Skala. Die Ansprechrate lag bei 11,6 Prozent – in der Kontrollgruppe bei nur 1,2 Prozent. Und die Effekte blieben auch nach sechs Monaten stabil.

Was im Alltag gegen Ablenkung hilft

In Ferienzeiten schnellen die Bildschirmzeiten hoch. Schüler verbringen dann durchschnittlich bis zu acht Stunden täglich vor Bildschirmen. Fachberater für Mediensucht empfehlen feste Zeitslots für die Mediennutzung.

Wichtig ist ein Aktivitäten-Gerüst mit physischen Alternativen. So lässt sich die Dopaminausschüttung auch ohne digitale Hilfsmittel ankurbeln.

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Neben festen Zeitslots helfen auch gezielte Techniken dabei, den Fokus im Alltag zurückzugewinnen und Aufgaben effizienter zu bewältigen. Dieses kostenlose E-Book stellt sieben praxiserprobte Methoden vor, mit denen Sie Ihre Konzentration steigern und Stress reduzieren. 7 Methoden für besseres Zeitmanagement gratis herunterladen

KI als Konzentrations-Booster

Technologisch gibt es ebenfalls Fortschritte. Die Stanford University stellte am 11. Juli den KI-Agenten „Biomni“ vor. Er schafft biomedizinische Datenanalysen in 40 Minuten – Aufgaben, die manuell rund 60 Arbeitsstunden beanspruchen.

Das Startup Subquadratic präsentierte ein neues Sprachmodell mit höherer Verarbeitungsgeschwindigkeit und größerem Kontextrahmen. Unabhängige Tests stehen allerdings noch aus.

Anthropic berichtet über Fortschritte bei seiner KI Claude. Forscher entdeckten dort einen internen Raum für abstrakte Konzepte, der sich ohne direkte Programmierung entwickelt hat. Der trend ist klar: Spezialisierte digitale Werkzeuge übernehmen komplexe kognitive Prozesse, damit Menschen sich auf strategische Kernaufgaben konzentrieren können.

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