Mediensucht bei Jugendlichen: 1,3 Millionen Betroffene nutzen soziale Medien krankhaft
05.06.2026 - 21:17:03 | boerse-global.de
Bund und Länder investieren Milliarden in Kitas, während psychische Erkrankungen und Mediensucht bei Jugendlichen dramatisch zunehmen.
Ganztag: Mehr als nur Betreuung
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder kommt ab August 2026. Die Deutsche Sportjugend fordert: Tägliche Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote müssen fest verankert werden. Voraussetzung sind geeignete Räume und enge Kooperationen aller Beteiligten.
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Parallel dazu läuft die Uhr für die kulturelle Bildung. Eine Fachkonferenz Anfang Juni in Berlin machte klar: Bis zur vollständigen Ausweitung des Rechtsanspruchs 2029 müssen entsprechende Angebote stehen. Nur so gelingt chancengerechte Teilhabe.
Psychische Krise: Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Die psychische Gesundheit junger Menschen verschlechtert sich seit Jahren. Schweizer Daten zeigen: 2017 wurden 41 von 1000 Minderjährigen psychiatrisch behandelt – ein Anstieg von 65 Prozent gegenüber 2006. Ambulante Behandlungen legten sogar um 120 Prozent zu.
Ein Treiber dieser Entwicklung: die Digitalisierung. Laut einer DAK-Studie vom März 2025 nutzen über 25 Prozent der 10- bis 17-Jährigen soziale Medien riskant oder krankhaft. Das sind rund 1,3 Millionen Betroffene bundesweit.
Hilfe gibt es etwa durch das Projekt „MeKi“ in Bayern. In Kooperation mit der Charité werden dort Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren therapiert. Das Programm läuft noch bis Ende 2026.
Long COVID bei Kindern: Forscher warnen vor Pauschalrezepten
Die Pandemie hinterlässt Spuren. Eine Studie im Fachjournal Nature Communications zeigt: 1 bis 3 Prozent der infizierten Kinder entwickeln Long COVID – mit über 200 möglichen Symptomen. Bei jedem fünften Betroffenen halten die Beschwerden länger als ein Jahr an.
Die Forscher identifizierten biologische Subgruppen. Eine Rolle spielen etwa frühere Kontakte mit dem Epstein-Barr-Virus sowie spezifische Immun- und Stoffwechselmuster. Klar ist: Pauschale Behandlungen wie eine generelle Immununterdrückung helfen nicht. Stattdessen sind individuelle Therapiestrategien gefragt.
Milliarden für Kitas – und mehr Unterstützung für Lehrkräfte
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Der Bund stellt den Ländern ab 2026 insgesamt 4 Milliarden Euro für Kitas und Hochschulen bereit. Das Geld kommt aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität und ist für Neubau, Sanierung und Ausstattung vorgesehen.
Thüringen geht eigene Wege: Für 2026 und 2027 sind jährlich 5 Millionen Euro eingeplant, um die Schließung von rund 650 kleinen Kitas zu verhindern. Weitere 12 Millionen Euro sollen Zusammenschlüsse von Einrichtungen fördern.
Doch Geld allein reicht nicht. In der „Berliner Erklärung“ fordern Lehrerverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bessere Arbeitsbedingungen für pädagogische Fachkräfte. Weniger Bürokratie, gezielte Gesundheitsförderung und mehr Resilienz – das soll auch die Demokratiebildung an Schulen stärken.
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