Medienkonsum, Jugendlichen

Medienkonsum bei Jugendlichen: Gaming-Störung geht mit schwächeren Denkfähigkeiten einher

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 05:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien verbinden problematische Gaming-Nutzung mit schwächeren kognitiven Werten; Ernährungsmuster stehen mit langsamerer biologischer Alterung in Zusammenhang.

Gehirnleistung im Alltag: Studien zu Medien, Training und Ernährung
Ein minimalistischer Holztisch mit Notizbüchern, einem Füllfederhalter und einer kleinen Pflanze in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Zahlreiche Bildungsinstitute, Fachpublikationen und Forschungseinrichtungen befassen sich mit Wegen zur Steigerung der Konzentrations- und Gedächtnisleistung. Gezielte kognitive Übungen, sprachliche Weiterbildungen sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Lebensstil und Mediennutzung zeigen auf, welche Faktoren die geistige Leistungsfähigkeit im Alltag und im Berufsleben beeinflussen.

Gezieltes Sprachtraining und interaktive Aufgaben

Ein wesentlicher Baustein zum Erhalt und Ausbau kognitiver Fähigkeiten ist das kontinuierliche Lernen neuer Inhalte. Bildungsträger setzen hierbei verstärkt auf strukturierte Weiterbildungsformate. So offeriert das IHK-Bildungsinstitut Arnsberg berufsbezogene Englischkurse in Online- und Präsenzformaten.

Das Angebot reicht von Vorbereitungskursen der Niveaustufen A2 bis B2 bis hin zu speziellen Kommunikationsmodulen, flankiert von Einstufungstests zur individuellen Leistungsermittlung. Das Erlernen und Vertiefen einer Fremdsprache gilt in der kognitiven Bildung als wirksames Mittel, um neuronale Verknüpfungen zu fordern.

Neben klassischem Unterricht gewinnen spielerische Konzepte an Bedeutung, die Problemlösungskompetenz mit Bewegung verknüpfen. Ein Beispiel hierfür ist das von der Schafstour GbR gemeinsam mit der Karlsruher Tourist-Information konzipierte Outdoor Escape Game „In bester GesellSCHAFt Karlsruhe“.

Auf einer rund drei Kilometer langen Strecke fordern acht Rätselstationen logisches Denken, Orientierung und Teamarbeit, wodurch geistige Aktivität in den öffentlichen Raum übertragen wird.

Differenzierter Blick auf Medienkonsum und Denkvermögen

Welche Auswirkungen digitale Aktivitäten auf das Denkvermögen haben, untersuchte die Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) in einer im Fachjournal Computers in Human Behavior veröffentlichten Studie mit 3.854 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren.

Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Probanden mit Anzeichen einer Internet-Gaming-Störung schnitten in sämtlichen untersuchten Bereichen wie logischem Denken, Langzeitgedächtnis sowie verbalen und visuell-räumlichen Fähigkeiten im Schnitt deutlich schlechter ab.

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Gleichzeitig wies David Willinger von der KL Krems darauf hin, dass die reine Spieldauer als Maßstab unzureichend sei. Bei einem kontrollierten und abwechslungsreichen Medienkonsum zeigten sich bei Rollen- und Strategiespielen teils sogar bessere logische und verbale Fähigkeiten. Dagegen standen vor allem Shooter-Spiele in deutlichem Zusammenhang mit einer problematischen Nutzung.

Einfluss von Bewegung und Ernährung auf neuronale Prozesse

Ergänzend zu mentalen Aufgaben rücken körperliche Faktoren in den Fokus der Forschung. Eine Untersuchung des King's College London mit 52 gesunden Erwachsenen im Alter von 45 bis 65 Jahren prüfte die Effekte eines zwölfwöchigen Ausdauer- und Krafttrainings.

Unter der Leitung von Sahand Farmand und Prof. Sandrine Thuret verringerten sich bei den Trainierenden zwar depressive Symptome, bei spezifischen Gedächtnistests zur Mustererkennung ergab sich nach dem dreimonatigen Zeitraum jedoch noch kein messbarer Unterschied zur Kontrollgruppe. Frühere Studien deuteten darauf hin, dass strukturelle Veränderungen im Gehirn teils längere Trainingsphasen erfordern.

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Auf zellulärer Ebene spielt zudem die Ernährung eine zentrale Rolle für die Gehirngesundheit. Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) analysierten Daten von rund 7.500 Personen aus der Bonner Rheinland-Studie und der Potsdamer EPIC-Studie. Das Team um Juliana Tavares und Prof. Monique Breteler untersuchte epigenetische Markierungen an rund 850.000 DNA-Abschnitten.

Alle zehn analysierten Ernährungsformen, darunter pflanzenbasierte Ansätze sowie die mediterrane Ernährung und die MIND-Diät, waren mit einer verlangsamten biologischen Alterung assoziiert. Geistige Leistungsfähigkeit lässt sich somit nicht isoliert betrachten, sondern profitiert von einem Zusammenspiel aus gezieltem Training, reflektierter Mediennutzung und gesunder Lebensführung.

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