Mecklenburg-Vorpommern, Mitarbeiter

Mecklenburg-Vorpommern: 50.000 Mitarbeiter wechseln zu Open Source

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 11:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mecklenburg-Vorpommern startet großflächige Migration von Microsoft zu Open-Source-Lösungen für die Landesverwaltung.

Mecklenburg-Vorpommern: 50.000 Mitarbeiter wechseln zu Open Source
Abstrakte Visualisierung der Datenmigration von einer proprietären Cloud zu einer Open-Source-Plattform mit einer Karte von Mecklenburg-Vorpommern. Illustration mit AI erstellt.

000 Mitarbeiter wechseln von Microsoft zu offenen Lösungen.

Schritt für Schritt in die digitale Unabhängigkeit

Bereits rund 5.000 Beschäftigte der Landesverwaltung arbeiten heute mit der Open-Source-Plattform Nextcloud statt mit Microsoft SharePoint. Der Rollout läuft – und das Tempo soll sich in den kommenden Monaten deutlich erhöhen. Betreut wird das Projekt von der landeseigenen IT-Dienstleisterin DVZ M-V GmbH.

Finanzminister Heiko Geue nennt die Beweggründe klar: „Wir wollen digitale Souveränität zurückgewinnen und uns von einzelnen Anbietern unabhängig machen." Langfristig verspricht sich das Land davon auch spürbare Kosteneinsparungen.

Datenschutz als Trumpf

Unterstützung kommt vom Landesdatenschutzbeauftragten Sebastian Schmidt. Die Umstellung auf Open Source bringe handfeste Vorteile für den Schutz personenbezogener Daten – ein Argument, das in Zeiten zunehmender Cloud-Abhängigkeit schwer wiegt.

Die eingesetzte Software steht unter der GNU AGPLv3-Lizenz. Das bedeutet: Der Quellcode bleibt offen und kann von der Verwaltung jederzeit an eigene Bedürfnisse angepasst werden.

Anzeige

Während Behörden zunehmend auf digitale Souveränität setzen, können auch Privatanwender von den Vorteilen freier Software profitieren. Dieses kostenlose Startpaket zeigt Ihnen, wie Sie mit Ubuntu eine schnelle und virenfreie Alternative zu Windows nutzen. Linux-Startpaket inkl. Ubuntu Vollversion jetzt gratis sichern

Kooperation mit Schleswig-Holstein

Der Schritt ist kein Alleingang. Bereits Ende 2025 schloss Mecklenburg-Vorpommern eine Kooperationsvereinbarung mit dem Nachbarland Schleswig-Holstein. Ziel ist eine gemeinsame Open-Source-Infrastruktur für die öffentliche Verwaltung in Norddeutschland.

Nextcloud-CEO Frank Karlitschek zeigt sich begeistert: „Ein solcher Großauftrag ist ein starkes Signal für die gesamte Open-Source-Bewegung im öffentlichen Sektor."

KI und Projektmanagement aus einer Hand

Doch die Umstellung geht weit über Cloud-Speicher hinaus. Die Landesverwaltung erweitert ihr Open-Source-Portfolio gezielt um moderne Werkzeuge:

  • LEA – ein KI-Chatbot auf Basis der OpenWebUI-Oberfläche, der auf europäischen Sprachmodellen von Mistral und Tilde läuft. Die Datenverarbeitung bleibt so garantiert innerhalb der EU.
  • OpenProject für das Verwaltungsprojektmanagement
  • Die Teilnahme an der F13-Initiative, die offene KI-Assistenzsysteme für Behörden entwickelt

Das Betriebssystem Windows bleibt vorerst auf den Rechnern erhalten – ein pragmatischer Kompromiss. Der Fokus liegt zunächst auf der Ablösung der Cloud-Dienste und Kollaborationsplattformen.

Anzeige

Der Wechsel zu Open-Source-Lösungen wie in Mecklenburg-Vorpommern verspricht mehr Stabilität und Sicherheit ohne Lizenzgebühren. Erfahren Sie im kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ubuntu ohne Risiko parallel zu Ihrem bestehenden System installieren. Hier kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung anfordern

Ein Modell für andere Bundesländer?

Die Frage liegt nahe: Wer zieht als Nächstes nach? Mit der Kombination aus Datenschutz, Kosteneffizienz und digitaler Souveränität könnte Mecklenburg-Vorpommern zum Vorreiter einer Bewegung werden, die weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69686859 |