ME/ CFS: Private Stiftung fördert Forschung mit zwei Millionen Euro
24.06.2026 - 03:02:54 | boerse-global.de
Rund 657.000 Menschen in Deutschland leiden an ME/CFS. Die Versorgungslage ist trotzdem schlecht. Jetzt springen private Geldgeber ein.
Zwei Millionen Euro für neue Projekte
Die WE&ME-Stiftung der Familie Ströck startet einen neuen Forschungsaufruf. Rund zwei Millionen Euro fließen in die biomedizinische Forschung. Koordiniert wird die Initiative vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF).
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Ab 2027 fördert die erste Phase sechs bis sieben Projekte mit etwa einer Million Euro. Für vielversprechende Ansätze ist eine weitere Million eingeplant. Die Auswahl trifft eine internationale Fachjury unter Leitung von Maureen Hanson von der Cornell University. Patientenvertreter sind beteiligt – das soll die Relevanz für Betroffene sichern.
Zusätzlich vergibt die Stiftung jährlich zwei Awards im Wert von je 5.000 Euro.
Staatliche Förderung: Ein Flickenteppich
Zum Vergleich: Der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) gab für eine Studie rund 300.000 Euro aus. Deutschland stellt dagegen über zehn Jahre etwa 500 Millionen Euro bereit. Die Schere zwischen privatem Engagement und öffentlicher Hand klafft also weit auseinander.
Nationales Referenzzentrum für postvirale Syndrome
In Österreich sichert die Politik langfristige Anlaufstellen. Das Nationale Referenzzentrum für postvirale Syndrome (PAIS) an der MedUni Wien läuft über Herbst 2027 hinaus. Die Finanzierung ist budgetiert. Gestartet war das Zentrum mit einer Million Euro für drei Jahre.
Mind-Body-Medizin und neue Therapieansätze
Neben der Grundlagenforschung gewinnen unterstützende Verfahren an Bedeutung. Dr. Harald Heiskel betont im Podcast „Fasynation“ die Bedeutung der Nervensystemregulation und des Vagusnervs. Solche Mind-Body-Techniken stabilisieren Patienten – und sind klar von Esoterik abzugrenzen.
Auch bei medizinischer Ernährung tut sich was: Das Unternehmen Terra Biological LLC ermöglicht die Abrechnung von Oxaloacetate CFS über Gesundheitskonten (HSA/FSA). Klinische Studien deuten auf eine signifikante Reduktion der Fatigue bei ME/CFS- und Long-COVID-Patienten hin.
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Selbsthilfe und politische Initiativen
In Friedberg startete im Juni 2026 eine neue Selbsthilfegruppe für Angehörige. Themen sind Belastungen wie PEM (Post-Exertional Malaise) oder POTS (Posturales Tachykardiesyndrom). Der Austausch soll helfen, den Alltag zu bewältigen.
Politisch drängt eine Bundestagspetition auf die Einführung des Diagnoseschlüssels ICD-11 in Deutschland. Eingereicht im September 2025, fordert sie eine präzisere Erfassung von ME/CFS und Long COVID. Experten wie Neurologe Michael Stingl und Internistin Corinna Geiger weisen regelmäßig auf Versorgungslücken hin. Ihre Forderung: Strategien wie „Pacing“ verhindern eine Verschlechterung des Zustands der Erkrankten.
