Deutschland, Gesundheit

Grippeimpfung nicht verfügbar? Hausärzte gegen Bestellregeln

20.01.2026 - 04:00:28 | dpa.de

Manchen Arztpraxen fehlt es an Grippeimpfstoff. Die Branche warnt vor finanziellen Risiken bei Überbestellungen. Was der Hausärzteverband jetzt fordert.

Ein kleiner Piks kann eine fiese Grippe oft verhindern. - Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Ein kleiner Piks kann eine fiese Grippe oft verhindern. - Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Weil sie Grippeimpfstoffe lange im Voraus bestellen müssen, können Arztpraxen nach eigenen Angaben nicht schnell genug auf eine höhere Nachfrage reagieren. Die Hausärzte fordern daher, von finanziellen Risiken bei solchen Bestellungen befreit zu werden. «Unsere Praxen haben aktuell keinerlei Möglichkeit, auf eine stärkere Nachfrage angemessen zu reagieren. Grund ist die extrem rigide Bestellregelung, die uns keinerlei Flexibilität erlaubt», betonen Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Bestellungen viele Monate vorher fällig

Die Praxen müssten, auch wegen langfristigerer Produktion, ihren Bedarf an Impfstoffen bereits ein Dreivierteljahr vorher bestellen. So weit vorab sei jedoch nicht absehbar, wie viel Bedarf es gebe. Bestelle man als Praxis zu viel Impfstoff, der dann nicht benötigt werde, laufe man Gefahr, von den Krankenkassen finanziell sanktioniert zu werden. Dies wird als Regressrisiko bezeichnet.

In dieser Saison sei unter anderem wegen einer frühen Grippewelle die Nachfrage vergleichsweise hoch gewesen, heißt es vom Hausärzteverband. Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Regionen Deutschlands berichteten demnach, dass bereits Mitte Dezember Grippeimpfstoffe fehlten. Viele Praxen organisierten Netzwerke, um Restbeständen zu finden. Auch aktuell bestünden die Probleme weiterhin, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn die klassische Impfzeit vorbei sei, könne es vorkommen, dass Patienten vertröstet werden müssten.

«Ein Damoklesschwert über der Impfkampagne»

Die Verbandsvorsitzenden kritisieren, die Regelungen hingen seit Jahren «wie ein Damoklesschwert über der Impfkampagne. Das muss sich dringend ändern».

Vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hieß es Mitte Dezember, es gebe beim Grippe-Impfstoff bundesweit betrachtet keine Mangelsituation. 

Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Impfung gegen Grippe.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 68502019 |

Weitere Meldungen

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt. Einem Experten zufolge handelt es sich um einen Buckelwal. Vor der Küste der dänischen Insel Anholt treibt ein toter Wal im Meer. (Unterhaltung, 15.05.2026 - 06:50) weiterlesen...

Definitiv keine Daten: Schicksal des Wals bleibt unklar. Was mit dem Wal geschah, wird wohl ungewiss bleiben. Sehnsüchtig hatten Walfans gewartet, doch ausgerechnet vom Aussetzen des Tiers gab es keine Aufnahmen und danach auch keine Ortsdaten. (Wissenschaft, 14.05.2026 - 04:15) weiterlesen...

Experten: Weltmeere könnten auf neue Wärmerekorde zusteuern. Aktuell schießen die Werte erneut in die Höhe. In den Jahren 2023 und 2024 hatte die Oberflächentemperatur der Ozeane Extremwerte erreicht. (Wissenschaft, 14.05.2026 - 04:00) weiterlesen...

TÜV-Bericht: Jedes achte Röntgengerät weist Mängel auf. Experten testen ihre Sicherheit umfassend - und stoßen mitunter auf gravierende Mängel. Röntgengeräte sind eine wichtige Komponente der Medizin, können aber auch Risiken für Patienten bergen. (Wissenschaft, 13.05.2026 - 12:40) weiterlesen...

Wie sich Europas Väter mit ihren Kindern beschäftigen. Wird der Nachwuchs krank, sieht es anders aus. Was eine Forscherin zu den möglichen Gründen sagt. Beim Spielen mit dem Kind oder Zu-Bett-Bringen sind Väter oft genauso häufig dabei wie die Partnerin. (Unterhaltung, 13.05.2026 - 10:00) weiterlesen...

Bundesinstitut warnt vor Risiken bei Drip-Spa-Infusionen. Doch Experten sehen gesundheitliche Gefahren für Nutzer. Hochdosierte Vitamin-Infusionen versprechen Wellness, Langlebigkeit und Leistungssteigerung. (Wissenschaft, 13.05.2026 - 04:30) weiterlesen...