Makromastie: Studie findet 40 Prozent häufiger chronische Migräne
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine überdurchschnittlich große Brust, in der Medizin als Makromastie bezeichnet, wird in der klinischen Praxis häufig mit körperlichen Beschwerden in Verbindung gebracht. Eine am 22. September 2026 im Fachjournal Headache veröffentlichte retrospektive Querschnittsstudie liefert neue Einblicke in dieses Beschwerdebild.
Ein Forschungsteam analysierte dafür die Krankenakten von 687 Patientinnen neurologischer Kliniken aus den Jahren 2017 bis 2024, darunter 347 Frauen mit diagnostizierter Makromastie und 340 ohne diesen Befund. Die Auswertung zeigt deutliche Häufungen bestimmter Schmerz- und Krankheitsbilder, mahnt jedoch zugleich zur Vorsicht bei voreiligen Schlussfolgerungen.
Erhöhte Häufigkeit von Migräne und Nackenschmerzen
In den untersuchten Daten zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Nach der statistischen Berücksichtigung relevanter Einflussfaktoren wie Alter, Body-Mass-Index (BMI), Depression und Angst traten bestimmte Diagnosen bei Frauen mit Makromastie signifikant öfter auf.
So war chronische Migräne bei ihnen 40 % häufiger dokumentiert als in der Vergleichsgruppe, während eine obstruktive Schlafapnoe 54 % häufiger festgestellt wurde.
Noch ausgeprägter fielen die Befunde im Bereich der Wirbelsäule und Muskulatur aus. Nackenschmerzen traten bei Patientinnen mit Makromastie etwa doppelt so häufig auf. Das Vorliegen einer zervikalen Radikulopathie, also einer Nervenreizung im Bereich der Halswirbelsäule, war bei den betroffenen Frauen sogar mehr als doppelt so häufig dokumentiert.
Reiner Zusammenhang ohne Nachweis einer Kausalität
Trotz der deutlichen Zahlen betonen die Forschenden, dass die Querschnittsanalyse keinen Nachweis für eine Kausalität liefert. Die Daten belegen lediglich eine statistische Assoziation und können nicht klären, ob die Brustgröße die Beschwerden direkt verursacht oder ob gemeinsame zugrundeliegende Faktoren eine Rolle spielen.
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Zudem sei die untersuchte Gruppe von Patientinnen aus spezialisierten neurologischen Kliniken nicht repräsentativ für alle von Makromastie betroffenen Frauen. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht verallgemeinernd auf die Gesamtbevölkerung übertragen.
Stand der Forschung zu operativen Eingriffen
Die Analyse untersuchte auch Zusammenhänge mit chirurgischen Maßnahmen. Dabei zeigte sich, dass Frauen mit Makromastie und dokumentierten Nackenschmerzen sich häufiger einer operativen Brustverkleinerung unterzogen. Für Diagnosen wie Migräne, Schlafapnoe oder zervikale Radikulopathie war eine solche Assoziation mit einem Eingriff hingegen nicht nachweisbar.
Ob eine operative Reduktion der Brust auch Kopfschmerzen lindern kann, ist Gegenstand laufender wissenschaftlicher Untersuchungen, gilt in der Medizin jedoch keineswegs als gesichert.
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In einer Pilotstudie aus dem Jahr 2025 mit 34 Frauen berichteten zwar 79 % der Teilnehmenden nach einer Brustverkleinerung über einen Rückgang der monatlichen Kopfschmerztage um mindestens 50 %. Eine weitere Pilotstudie aus dem Jahr 2026 mit ebenfalls 34 Teilnehmenden berichtete ebenfalls über gesundheitliche Verbesserungen.
Dennoch halten die Forschenden fest, dass eine Brustverkleinerung weiterhin keine etablierte Behandlungsmethode für Kopfschmerzen darstellt. Um verlässliche Aussagen über den tatsächlichen Nutzen eines solchen Eingriffs bei chronischer Migräne oder Schlafapnoe treffen zu können, seien wesentlich größere und methodisch weiterführende Studien erforderlich.

