Mahlzeiten-Timing, Spätes

Mahlzeiten-Timing: Spätes Frühstück erhöht Sterblichkeit um 29%

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 12:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine NHANES-Auswertung verknüpft späte Mahlzeiten mit höherer Sterblichkeit und kürzerer Lebenserwartung, belegt aber keine Ursache.

Studie zeigt Risiken bei spätem Essen und Frühstück
Ein minimalistisch gedeckter Frühstückstisch im warmen Licht der frühen Morgensonne. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Einfluss des Mahlzeiten-Timings auf die langfristige Gesundheit gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine umfassende Analyse von Daten aus der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), die einen Zeitraum von 1999 bis 2018 abdeckt, liefert neue Erkenntnisse über die Korrelation zwischen der Uhrzeit der Nahrungsaufnahme und dem Sterblichkeitsrisiko.

Die Beobachtungsstudie, deren Ergebnisse im European Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurden, untersuchte eine Kohorte von 31.044 Teilnehmern im Alter von mindestens 40 Jahren über einen durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 8,6 Jahren.

Erhöhte Mortalitätsrisiken bei spätem Frühstück

Die Auswertung der Daten verdeutlicht einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der ersten Mahlzeit des Tages und der gesundheitlichen Prognose. Probanden, die ihre erste Mahlzeit erst nach 12 Uhr mittags einnahmen, wiesen im Vergleich zu Personen, die zwischen 7 und 8 Uhr frühstückten, ein um 29 % höheres Gesamtmortalitätsrisiko auf.

Besonders ausgeprägt zeigten sich die Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System: In dieser Gruppe wurde ein um 43 % gesteigertes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen festgestellt.

Auch moderat spätere Zeitpunkte für die erste Mahlzeit korrelierten bereits mit einer erhöhten Sterblichkeit. Bei einem Frühstück zwischen 8 und 10 Uhr lag das Sterberisiko um 10 % höher als bei der Referenzgruppe (7 bis 8 Uhr).

Erfolgte die erste Nahrungsaufnahme zwischen 10 und 12 Uhr, stieg dieses Risiko um 19 %. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein früherer Start in die tägliche Nahrungsaufnahme mit statistisch messbaren gesundheitlichen Vorteilen verbunden ist.

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Auswirkungen nächtlicher Nahrungsaufnahme

Neben dem Zeitpunkt der ersten Mahlzeit untersuchten die Forscher auch die Effekte der letzten Mahlzeit des Tages. Eine Nahrungsaufnahme nach Mitternacht korrelierte den Daten zufolge mit signifikanten gesundheitlichen Risiken. Teilnehmer, die nach 0 Uhr speisten, zeigten ein um 27 % höheres Gesamtmortalitätsrisiko. Das Risiko für kardiovaskuläre Vorfälle war in dieser Gruppe um 51 % erhöht.

Diese Beobachtungen ergänzen die Erkenntnisse zum morgendlichen Mahlzeiten-Timing und unterstreichen die potenzielle Bedeutung eines geregelten Tag-Nacht-Rhythmus bei der Ernährung. Die Abweichungen von herkömmlichen Essenszeiten scheinen demnach mit physiologischen Belastungen einherzugehen, die sich langfristig negativ auf die Herzgesundheit auswirken können.

Reduzierte Lebenserwartung und methodische Einordnung

Die statistische Auswertung erlaubt zudem Rückschlüsse auf die voraussichtliche Lebensdauer. Für Personen ab einem Alter von 50 Jahren errechneten die Studienautoren eine Verringerung der Lebenserwartung um 2,5 Jahre, wenn die erste Mahlzeit regelmäßig erst nach 12 Uhr eingenommen wurde. Eine letzte Mahlzeit nach Mitternacht war mit einer Reduzierung der Lebenserwartung um 2,4 Jahre verbunden.

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Trotz der deutlichen statistischen Zusammenhänge betonen Fachleute die methodischen Grenzen der Untersuchung. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, ist ein direkter kausaler Zusammenhang nicht belegt. Die beobachteten Effekte könnten auch durch andere Lebensstilfaktoren beeinflusst werden, die mit unregelmäßigen oder späten Essenszeiten einhergehen.

Dennoch liefern die Ergebnisse der NHANES-Datenbasis, die in verschiedenen internationalen Berichten im September 2026 aufgegriffen wurden, eine fundierte Grundlage für weitere klinische Forschungen im Bereich der Chrononutrition.

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