Magnesium-Präparate, Mittel

Magnesium-Präparate: Öko-Test prüft 28 Mittel – kein einziges überzeugt

28.05.2026 - 19:48:39 | boerse-global.de

Öko-Test bewertet alle 28 geprüften Magnesium-Präparate als entbehrlich. Kritik an überhöhter Dosierung und unnötigen Zusatzstoffen.

Magnesium-Präparate: Öko-Test prüft 28 Mittel – kein einziges überzeugt - Foto: über boerse-global.de
Magnesium-Präparate: Öko-Test prüft 28 Mittel – kein einziges überzeugt - Foto: über boerse-global.de

Kein einziges Produkt erhielt eine positive Bewertung.

Die Tester der Juni-Ausgabe 2026 stufen alle getesteten Mittel als entbehrlich ein. Ihre Begründung: Gesunde Menschen mit ausgewogener Ernährung brauchen in der Regel kein zusätzliches Magnesium. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bestätigt: Ein Mangel tritt unter normalen Umständen selten auf.

Kritik an Dosierung und Zusatzstoffen

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Besonders problematisch: Jedes zweite Präparat überschreitet die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von maximal 250 Milligramm Magnesium pro Tag. Neun Produkte kassierten die schlechteste Note, nur sechs landeten im mittleren Bereich.

Negativ fielen auch die enthaltenen Zusatzstoffe auf: Süßstoffe, Verdickungsmittel und Emulgatoren sind in vielen Präparaten enthalten. Die Tester bewerteten sie als unnötig.

Vorsicht bei Brausetabletten

Sportmediziner Professor Dr. Rüdiger Reer betont: Kapseln, Pulver oder Tabletten sind wissenschaftlich gleichwertig – solange die Bioverfügbarkeit stimmt. Organische Verbindungen wie Citrat oder Bisglycinat nimmt der Körper allerdings besser auf als anorganische wie Oxid.

Bei Brausetabletten ist besondere Vorsicht geboten – vor allem für Bluthochdruck-Patienten. Ein Marktcheck aus 2025 zeigte: Diese Produkte enthalten oft erhebliche Mengen Natrium. Eine Tagesdosis kann bis zu 0,67 Gramm Salz liefern – das erschwert die Blutdruckkontrolle.

Ab 300 Milligramm Magnesium pro Tag drohen zudem Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen. Bei Nierenproblemen steigt das gesundheitliche Risiko weiter.

Gefahr durch Supplement-Stacking

Toxikologe Dr. Georg Aichinger warnt vor dem sogenannten Supplement Stacking – der Kombination mehrerer Präparate. Die Gefahr: unvorhersehbare Wechselwirkungen und kumulative Nebenwirkungen. Seine Empfehlung: Eine Supplementierung sollte nur nach ärztlicher Blutbild-Untersuchung erfolgen.

Bewegung senkt Blutdruck effektiver

Statt zu Pillen zu greifen, setzt die Forschung auf Lebensstil-Änderungen. Eine Studie im British Journal of Sports Medicine mit 1345 Teilnehmern zeigt: Reines Ausdauertraining senkt den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4,73 mmHg. Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining bringt es auf 6,18 mmHg. Hochintensives Intervalltraining (HIIT) reduziert den Wert um 5,71 mmHg.

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Rote-Bete-Saft als natürliche Alternative

Auch die Ernährung hat messbare Effekte. Eine Meta-Analyse von 2022 über sieben Studien bestätigt: Rote-Bete-Saft senkt den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 5 mmHg. Forscher der University of Exeter beobachteten diesen Effekt besonders bei älteren Erwachsenen zwischen 60 und 70 Jahren – nach nur zwei Wochen täglicher Einnahme.

Die enthaltenen Nitrate wandelt der Körper in Stickstoffmonoxid um. Das erweitert die Gefäße und senkt den Druck.

Der richtige Essenszeitpunkt zählt

Eine Sekundäranalyse der ChronoFast-Studie aus 2025 liefert weitere Erkenntnisse: Ein frühes Essenszeitfenster zwischen 8 und 16 Uhr führte bei den Teilnehmerinnen zu einer deutlichen Verbesserung verschiedener Lipidwerte im Blut. Das kann den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen.

Warum Blutdruckkontrolle lebenswichtig ist

Die Bedeutung einer effektiven Blutdruckeinstellung unterstreicht eine groß angelegte Studie aus dem Jahr 2025. Im Journal of the American College of Cardiology analysierten Forscher Daten von über neun Millionen Teilnehmern. Ergebnis: In über 99 Prozent der Fälle von koronaren Herzkrankheiten oder Schlaganfällen lag mindestens ein nicht optimal eingestellter Risikofaktor vor.

Der häufigste Faktor: ein Blutdruck von 120/80 mmHg oder höher. In 93 bis 97 Prozent der Fälle waren sogar mindestens zwei Risikofaktoren gleichzeitig vorhanden.

Kardiologen sehen in diesem Zusammenhang Potenzial in modernen Technologien wie Smartwatches. Sie können zwar keine klinisch exakte Messung ersetzen – aber als Frühwarnsystem für Bluthochdruck dienen, indem sie frühzeitig auf Veränderungen hinweisen.

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