MacBook-Strategie: Apple stoppt Foldable und verzögert OLED
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Technologiekonzern Apple hat seine langfristigen Pläne für das MacBook-Portfolio signifikant angepasst. Wie aus aktuellen Analysen des Marktforschungsunternehmens Omdia hervorgeht, wurden sowohl die Entwicklung eines faltbaren MacBooks mit einer Displaydiagonale von 16,1 bis 18 Zoll als auch die Einführung spezifischer OLED-Modelle in den Größen 14,4 und 16,1 Zoll gestoppt. Als primärer Grund für diesen Strategiewechsel werden die deutlich steigenden Kosten für Komponenten angeführt.
Kostensteigerungen bremsen OLED-Umstellung
Die Entscheidung gegen die geplanten OLED-Modelle und das Foldable-Projekt steht in direktem Zusammenhang mit der Preisentwicklung am Beschaffungsmarkt.
Laut Berichten von Anfang September 2026 führen insbesondere gestiegene Speicherpreise und die hohen Fertigungskosten für OLED-Panels zu einer Neubewertung der Produktpalette. Infolgedessen beabsichtige Apple, MacBook-Pro-Modelle mit herkömmlichen LCD-Displays mindestens bis Ende 2027 weiterzuführen.
Für das Jahr 2026 prognostizieren Marktforscher eine eher verhaltene Nachfrage nach dem künftigen OLED-MacBook-Pro und schätzen den Absatz auf lediglich etwa 1 Million Einheiten. Vor diesem Hintergrund wurden die Erwartungen für verschiedene Tablet- und Laptop-Segmente bereits nach unten korrigiert. Das MacBook Air soll nach derzeitigem Stand sogar bis mindestens 2030 bei der LCD-Technologie bleiben.
Neuausrichtung auf das MacBook Ultra und neue Formfaktoren
Trotz der Streichungen hält Apple an der Einführung hochwertiger OLED-Displays für den professionellen Bereich fest. In der zweiten Jahreshälfte 2026 oder Anfang 2027 wird das OLED-MacBook-Pro in den Größen 14,3 und 16,3 Zoll erwartet, welches intern teils als „MacBook Ultra“ bezeichnet wird.
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Aktuelle Beta-Versionen des Betriebssystems macOS Golden Gate enthalten bereits Hinweise auf Optimierungen für hochwertige OLED-Displays mit HDR-Unterstützung.
Dieses neue Spitzenmodell könnte mit dem M5-Ultra-Chip ausgestattet werden, der über eine 36-Core-CPU, eine 80-Core-GPU und bis zu 512 GB Arbeitsspeicher verfügen soll.
Branchenexperten äußerten sich jedoch skeptisch bezüglich eines Marktstarts noch vor Ende 2026, da Herausforderungen bei der Wärmeableitung und der Gesamtleistung bestehen könnten. Die bestehenden MacBook-Pro-Varianten mit Mini-LED-Technik sollen bis mindestens 2028 parallel zu den neuen OLED-Geräten im Sortiment verbleiben.
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Alternative Konzepte und technologische Hürden
Anstelle des gestrichenen Foldables plant Apple offenbar ein neues 13,8-Zoll-OLED-MacBook, das zwischen der Air- und der Pro-Serie positioniert werden soll. Dieses Gerät, dessen Erscheinen für Ende 2028 oder Anfang 2029 prognostiziert wird, soll auf ein Design ohne Notch setzen. Technologisch kommen hierbei Single-Stack-Hybrid-OLED, eine LTPO+-Backplane sowie eine Kamera unter dem Panel zum Einsatz.
Das ursprünglich mit John Ternus verbundene Foldable-MacBook-Projekt ist laut Omdia zwar vorerst eingestellt, eine spätere Rückkehr zu diesem Konzept sei jedoch nicht ausgeschlossen. Maßgeblich hierfür könnte der künftige Markterfolg eines faltbaren iPhones sein.
Marktdynamik bei Display-Lieferanten
In der globalen Lieferkette behalten südkoreanische Hersteller weiterhin eine führende Position bei der OLED-Technologie. Analyst David Hsieh von Omdia wies darauf hin, dass Korea dank eines technologischen Vorsprungs von zwei bis drei Jahren und umfangreicher Aufträge von Apple seine dominance behauptet.
Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass Samsung Display etwa 60 % und LG Display rund 30 % der iPhone-Panels liefern wird. Diese stabilen Lieferbeziehungen bilden die Basis für die schrittweise, wenn auch verlangsamte Umstellung der MacBook-Flotte auf OLED-Systeme.
Mehr zum Thema bei The Verge: „Apple might be scrapping its rumored foldable MacBook.“
