Light-Getränke, Diabetes-Risiko

Light-Getränke: Diabetes-Risiko 38 Prozent höher als bei Zucker

10.06.2026 - 03:14:35 | boerse-global.de

Australische Langzeitstudie belegt deutlichen Risikoanstieg durch Light-Getränke. Deutsche Politik plant Zuckersteuer ab 2028.

Light-Getränke: Studie zeigt 38 Prozent mehr Diabetes-Risiko
Light-Getränke - Ein Glas Light-Getränk mit Eiswürfeln neben einem Haufen Zucker, auf einer modernen Küchenarbeitsplatte. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegt eine australische Langzeitstudie.

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Forscher werteten über 14 Jahre die Daten von 36.608 Teilnehmern aus. Zum Vergleich: Bei zuckerhaltigen Getränken lag die Risikoerhöhung bei 23 Prozent.

Die Studie erschien am 9. Juni im Fachjournal „Diabetes & Metabolism“. Künstliche Süßstoffe wie Aspartam könnten den Blutzuckerspiegel und die Darmflora beeinflussen. Die Autoren betonen jedoch: Es handelt sich um einen statistischen Zusammenhang, nicht um einen Nachweis direkter Kausalität. Der genaue Mechanismus bleibt unklar.

Zuckerreduktion kommt ins Stocken

Parallel zur wissenschaftlichen Debatte gerät die deutsche Ernährungspolitik unter Druck. Das Bundesagrarministerium unter Alois Rainer (CSU) steht in der Kritik. Eine interne Analyse belegt für 2018 bis 2024 einen Rückgang des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken um 9,1 Prozent. In einer Pressemitteilung vom Juli 2025 war noch von knapp 15 Prozent die Rede gewesen – dieser Wert bezog sich jedoch nur auf den absatzgewichteten Zuckergehalt marktrelevanter Produkte.

Das Max-Rubner-Institut hatte bereits auf methodische Unsicherheiten hingewiesen. Seit 2022 sind keine signifikanten Rückgänge mehr messbar. Besonders alarmierend: Bei Getränken in Kinderoptik stieg der Zuckergehalt 2024 um 23 Prozent im Vergleich zu 2019.

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Die Bundesregierung beschloss im April 2026 einen Gesetzentwurf für eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Ab 2028 soll die Steuer greifen. Die erwarteten Einnahmen von rund 450 Millionen Euro pro Jahr sollen die Krankenkassenbeiträge stabilisieren. Gesundheitsministerin Warken (CDU) unterstützt das Vorhaben. Foodwatch kritisiert derweil die Informationspolitik des Agrarministeriums.

Gene entscheiden über Therapieerfolg

Doch nicht nur die Prävention, auch die Behandlung von Diabetes rückt in den Fokus. Eine Studie der Stanford University vom 8. Juni in „Genome Medicine“ identifizierte Genvarianten des Enzyms PAM, die die Wirkung von GLP-1-Medikamenten abschwächen. Etwa jeder zehnte Mensch trägt diese Variante. Nach sechs Monaten Behandlung erreichen nur 12 Prozent dieser Patienten ihre Blutzuckerziele – im Vergleich zu 25 Prozent bei Patienten ohne genetische Veranlagung.

Forscher der ETH Zürich zeigten im Juni 2026 zudem: Fettzellen besitzen ein epigenetisches Gedächtnis an Übergewicht. Diese Markierungen im Zellkern bleiben auch nach Gewichtsverlust bestehen. Das könnte den Jo-Jo-Effekt erklären.

Herzrisiko bleibt hoch

Für Diabetiker bleibt das Risiko für Begleiterkrankungen wie Vorhofflimmern enorm. Die Deutsche Herzstiftung warnte im Juni 2026: Bis zu zwei Millionen Diabetiker in Deutschland sind von dieser oft symptomlosen Herzrhythmusstörung betroffen. Neben Gewichtsverlust und Medikamenten wie Metformin empfehlen Ärzte häufig eine Antikoagulation zur Senkung des Schlaganfallrisikos.

Eine Analyse der DECLARE-TIMI 58-Studie in „Nature Medicine“ (Juni 2026) unterstreicht die Wirksamkeit von SGLT2-Hemmern wie Dapagliflozin. Bei bestimmten genetischen Risikogruppen senken sie das Risiko für herzbedingte Krankenhauseinweisungen um bis zu 82 Prozent.

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