Lieferengpässe, Medikamente

Lieferengpässe: Über 500 Medikamente betroffen, Cefurox bis Juni knapp

21.06.2026 - 06:23:06 | boerse-global.de

Münchner Mediziner entwickeln Empfehlungen für eine reduzierte, effiziente Ausstattung bei Hausbesuchen. Lieferengpässe und neue Abrechnungsregeln erschweren die Versorgung.

Minimalistische Arztausrüstung: Leichtere Tasche für Hausbesuche
Lieferengpässe - Eine minimalistische, offene Arzttasche mit wenigen, übersichtlich angeordneten medizinischen Instrumenten und Medikamenten auf einer hellen Oberfläche. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Münchner Mediziner haben Empfehlungen für ein minimalistisches Packmaß bei Haus- und Heimbesuchen erarbeitet. Ihr Ziel: unnötiges Gepäck vermeiden, sich auf essenzielle Instrumente und Medikamente beschränken. Ein geringeres Gewicht und eine übersichtliche Organisation sollen die Effizienz im mobilen Einsatz steigern.

Die Überlegungen gewinnen besonders in Phasen hoher Belastung an Relevanz. In Zürich etwa bieten Ärzte an Hitzetagen kostenlose Hausbesuche für Senioren an. Eine leicht transportable, aber funktionale Ausrüstung ist hier Grundvoraussetzung für die flächendeckende Betreuung.

Was in die Reiseapotheke gehört

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Auch für den Privatbereich gibt es klare Empfehlungen. Pharma Deutschland rät zu einer strukturierten Reiseapotheke mit Wirkstoffen gegen Schmerzen, Fieber und Magen-Darm-Beschwerden. Sonnenschutz, Insektenschutz, Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial und Antiallergika komplettieren die Liste.

Ein zentraler Punkt: Medikamente müssen vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt werden. Sonst leidet die Wirksamkeit. Experten raten zudem, stets einen ausreichenden Vorrat individuell benötigter Präparate einzuplanen.

Große Hürden im Alltag

Die beste Therapie nützt wenig, wenn die Anwendung scheitert. Eine Studie in der Fachzeitschrift Frontiers of Public Health untersuchte die Adhärenz bei 102 Patienten über 70 Jahren, die mindestens fünf Medikamente einnehmen. Das Ergebnis: Bis zu 40 Prozent berichteten von Schwierigkeiten.

Besonders problematisch sind Augentropfen und das Öffnen von Verpackungen. Auch Präparatewechsel führten bei fast einem Drittel der Teilnehmer zu Problemen.

Lieferengpässe bleiben angespannt

Die Versorgungslage wird durch anhaltende Engpässe erschwert. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) registrierte zuletzt über 500 Engpässe. Betroffen sind Basismedikamente wie Ezetimib/Simvastatin und verschiedene Antibiotika.

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Für Cefurox und Cefaclor wird eine angespannte Lage bis Ende Juni prognostiziert. Bei Atorvastatin rechnen Experten mit Einschränkungen bis Jahresende. Hauptursachen: Kapazitätsengpässe in der Produktion und gestörte Lieferketten.

Neue Regeln für die Praxis

Zum 1. Juli 2026 treten Änderungen bei der Abrechnung in Kraft. Ein Beschluss des Bewertungsausschusses zur Versorgungspauschale bringt neue Bestimmungen. Die gelten als komplex – doch eine strukturierte Umsetzung kann den administrativen Zusatzaufwand gering halten. Langfristig könnten so Ressourcen in der ambulanten Versorgung effizienter genutzt werden.

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