Lichttherapie im Herbst: 10.000 Lux für 20 bis 30 Minuten täglich
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit dem Einzug des Herbstes verändern sich Lichtverhältnisse, Temperaturen und der gewohnte Tagesablauf. Verschiedene aktuelle Veröffentlichungen und Fachbeiträge widmen sich der Frage, wie gemütliche Aktivitäten, gemeinsame Unternehmungen und eine angepasste saisonale Ernährung das mentale Wohlbefinden in dieser Jahreszeit gezielt unterstützen können.
Lichtmangel und biologische Rhythmen
Das abnehmende Tageslicht hat spürbare Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Wie das US-Wirtschaftsmagazin Quartz Anfang Oktober 2026 berichtete, beeinflusst der Wechsel des Lichts die Serotoninaktivität, den Zeitpunkt der Melatoninausschüttung und damit den gesamten Schlaf-Wach-Rhythmus.
Auch sinkende Temperaturen und veränderte Routinen wirken unmittelbar auf die Stimmung. Bei einer ausgeprägten saisonalen Depression können der Alltag und die Arbeitsfähigkeit spürbar beeinträchtigt sein. Diese saisonal-affektive Störung setzt typischerweise im Spätherbst ein und bessert sich meist erst im Frühjahr.
Um einem Stimmungstief vorzubeugen, wird empfohlen, innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen einen Spaziergang von 20 bis 30 Minuten bei Tageslicht einzuplanen oder alternativ eine Lichttherapiebox mit 10.000 Lux für 20 bis 30 Minuten zu nutzen.
Eine regelmäßige Anwendung könne sich nach ein bis zwei Wochen positiv bemerkbar machen; Fachleute verweisen zudem darauf, dass schwere oder anhaltende Symptome ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls mit Lichttherapie sowie kognitiver Verhaltenstherapie behandelt werden sollten.
Bewusste Rituale und Erholung im Alltag
Neben biologischen Faktoren spielt das persönliche Stressmanagement eine zentrale Rolle. Die Psychologie-Dozentin Valentina Vylobkova von der Universität Zürich, an der vom 5. bis 9. Oktober 2026 eine Aktionswoche zur psychischen Gesundheit stattfindet, betont die Relevanz regelmäßiger Erholungsphasen.
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Erholung sollte nicht bis zum Feierabend oder Urlaub aufgeschoben werden; stattdessen seien nach konzentrierter Arbeit Pausen von 10 bis 15 Minuten sowie ein gedankliches Abschalten ratsam. Konkrete Handlungspläne – etwa vor dem Einschlafen zwei Seiten in einem Buch zu lesen oder das Smartphone ab 21 Uhr in den Flugmodus zu versetzen – können dabei helfen, feste Gewohnheiten zu etablieren.
Auch saisonale Alltagsrituale tragen zur Entlastung bei. Dazu zählen kurze Spaziergänge von zehn Minuten vor Mahlzeiten, häusliche Reparatur-Tage oder gemeinsame Abende. Vor der jährlichen Zeitumstellung kann es zudem helfen, Schlaf- und Aufstehzeiten über mehrere Tage hinweg schrittweise um täglich 10 bis 15 Minuten zu verschieben, um den Biorhythmus zu schonen.
Saisonale Ernährung und familiäre Gemeinschaft
Ergänzend zu mentalen Strategien rückt die körperliche Versorgung in den Fokus. Fachbeiträge aus dem pharmazeutischen Bereich heben hervor, dass eine ausgewogene Herbstküche den Nährstoffbedarf meist zuverlässig abdeckt. Regionale Produkte wie Grünkohl, Rotkohl, Pastinaken, Sauerkraut, Feldsalat und Äpfel dienen als Vitamin-C-Lieferanten, während Karotten wertvolles Beta-Carotin beisteuern.
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Da überschüssiges Vitamin C vom Körper ausgeschieden wird, bringen hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel keinen zusätzlichen Nutzen. Bei Vitamin D kann der Spiegel mangels Sonneneinstrahlung sinken, was individuell mit dem Hausarzt besprochen werden sollte. Bei Präparaten wie Zink ist zudem Vorsicht geboten, da eine Überdosierung unter anderem Übelkeit und Kopfschmerzen auslösen kann.
Gleichzeitig stärken gemeinsame soziale Momente die psychische Widerstandskraft. Soziale und kulturelle Traditionen unterstreichen den Wert gemeinsamer Mahlzeiten im Kreis der Familie, idealerweise ohne Ablenkung durch Fernseher oder Smartphones. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, von herbstlichen Spaziergängen bis hin zum handwerklichen Gestalten, bieten einen Gegenpol zur Hektik und fördern den Zusammenhalt in den kühleren Monaten.
