Leisure, Sickness

Leisure Sickness: Warum Urlaub Menschen mit Stress krank macht

10.06.2026 - 09:25:17 | boerse-global.de

Das Phänomen Leisure Sickness betrifft viele Berufstätige. Ein plötzlicher Hormonabfall in der Freizeit löst zuvor unterdrückte Symptome aus.

Leisure Sickness: Warum Urlaub krank machen kann
Leisure - Eine behandschuhte Hand eines Sanitäters berührt beruhigend den Arm eines Patienten in einer professionellen, klinischen Umgebung. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

App-basierte Alarmierungssysteme erhöhen den Druck, die Zahl der Einsätze steigt. Die Forschung rückt nun ein Phänomen in den Fokus, das lange unterschätzt wurde: die sogenannte „Leisure Sickness“ – die Erholungskrankheit.

Warum Urlaub krank machen kann

Das Konzept ist nicht neu, gewinnt aber an Bedeutung. Bereits in den 2000er-Jahren prägten Forscher den Begriff. Die Idee: Menschen mit hoher Arbeitsbelastung werden in Erholungsphasen krank – genau dann, wenn sie eigentlich abschalten wollen. Der Grund ist hormonell. Sinken die Stresshormone Adrenalin und Cortisol, werden zuvor unterdrückte Symptome plötzlich spürbar.

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Fachleute raten zu einem sanften Übergang in die Erholung. Wer regelmäßig Entspannung im Alltag trainiert, hat bessere Chancen, dem Phänomen zu entkommen. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Überforderung und Burnout. Überforderung ist temporär und lösbar. Burnout dagegen ist chronisch – geprägt von Erschöpfung, Zynismus und nachlassender Leistungsfähigkeit.

Digitale Helfer unter Zeitdruck

Die Belastung steigt, weil die Einsätze schneller kommen. Bei Herz-Kreislauf-Stillständen zählt jede Minute. Der reguläre Rettungsdienst braucht im Schnitt zehn bis elf Minuten. Irreversible Gehirnschäden können aber schon nach drei Minuten eintreten. Die Lösung: App-basierte Ersthelfer-Systeme.

Im System „Saving Life“ sind rund 43.000 Helfer registriert. Der bayerische Landkreis Donau-Ries sucht seit Oktober 2025 Freiwillige für „Region der Lebensretter“. Und in Mödling beschloss die Stadtgemeinde im Dezember die Installation von vier First Respondern. Die Wirksamkeit zeigte sich im August 2025: Ein ehrenamtlicher Helfer rettete einer Urlauberin in Lam das Leben. Die Vorbereitung erfolgt in speziellen Lehrgängen, etwa zur Katastrophenschutz-Grundausbildung.

Finanzielle Hürden in der Versorgung

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Doch während die Nachfrage nach psychischer Unterstützung steigt, wird die Versorgung teurer – zumindest für die Therapeuten. Seit dem 1. April 2026 wurden die Honorare um 4,5 Prozent gekürzt. Eine Petition mit rund 500.000 Unterschriften wurde am 15. April an das Bundesministerium für Gesundheit übergeben. Der Hintergrund: Die Bundesregierung plant Einsparungen von fünf Milliarden Euro bis 2030. Kritiker bemängeln, dass die aktuelle Bedarfsplanung auf veralteten Zahlen aus dem Jahr 1999 basiert.

Neue Hilfsangebote entstehen

Trotz der Kürzungen wächst das Angebot. In Mannheim startet am 27. Juni 2026 eine neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen, Burnout und sozialen Phobien. Die Treffen finden quartalsweise statt. In München plant man einen Informationstag am 11. Juli – mit koordinativen und kognitiven Übungen zur Gesundheitsförderung. Und in Westfalen geht ein YouTube-Kanal online, der Themen der kindlichen Entwicklung und Gesundheit medial aufbereitet. Die Botschaft: Hilfe ist da – man muss sie nur annehmen.

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